Iglesias fordert Díaz auf, Veto gegen Montero zurückzunehmen

Pablo Iglesias drängt Yolanda Díaz, ihr Veto gegen Irene Montero zu revidieren. Der interne Streit wird zum Machtkampf um die Listenplätze.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Iglesias fordert Díaz auf, Veto gegen Montero zurückzunehmen
Iglesias übt Druck auf Díaz aus, um Irene Montero zu rehabilitieren

Die Nachricht enthielt keine Sensation, sondern nur einen unbequemen Adressaten. Pablo Iglesias veröffentlichte: „Hoffentlich hört Yolanda auf jene, die ihr sagen, sie soll korrigieren“, und fügte hinzu, dass sie „zu viele Menschen enttäuscht, als Gegenleistung für den guten Umgang, den ihr die Medien heute noch entgegenbringen“. Übersetzt in die Sprache der Madrider Politik: Hebe das Veto gegen Irene Montero auf. Die Reaktion war sofortig und größtenteils wütend.

Der Machtkampf ist nicht neu, aber die Kulisse schon. Der Streit um die aussichtsreichen Positionen der Linken wird gleichzeitig in Büros, Talkshows und sozialen Netzwerken ausgetragen, und jede Nachricht wird als Zug gelesen. Diese wurde als Ultimatum verstanden.

Was Iglesias von Yolanda Díaz verlangt und warum er es jetzt tut

In einer späteren Nachricht behauptet Iglesias, „es ist möglich, dass Yolanda Díaz sich des politischen Fehlers, den sie begeht, indem sie ihr Veto gegen Irene Montero durchsetzt, noch nicht bewusst ist“, und versichert, dass „Menschen aus ihrem eigenen Umfeld, die Podemos keineswegs sympathisieren, versuchen, sie zu warnen“. Das heißt: Er bittet nicht um einen Gefallen, er beschreibt einen fremden Fehler. Manche sehen darin eine Warnung und keine Bitte, so wurde es kommentiert, sobald der Text öffentlich wurde.

Der Ursprung des Konflikts liegt in den Kandidatenlisten. Die Vizepräsidentin hält bis heute an ihrer Weigerung fest, Montero aufzunehmen, und der Podemisten-Flügel interpretiert dies als verkleidete interne Abrechnung. Die Argumente kreuzen sich zwei Wege: Dass die Koalition Stimmen außerhalb der Parteikürzel Podemos gewinnen muss, und dass die Linke es sich nicht leisten kann, auf eine ihrer bekanntesten Figuren zu verzichten.

Der doppelte Maßstab, der Iglesias vorgeworfen wird

Der häufigste Vorwurf richtet sich nicht gegen Díaz, sondern gegen den Boten. Seine Karriere wird rückwärts betrachtet: Man wirft ihm vor, seine Partnerin in die Führungsebene der Partei gebracht zu haben, und nun für sie einen Platz zu fordern, den – so das Argument – ihr die Wähler nicht geben würden. Die härteste zirkulierende Formulierung, wiederholt ohne weiteren Beweis als die eigene Entwicklung der Partei, besagt, dass die Organisation nach Belieben umstrukturiert wurde, bevor man den Gefallen einforderte.

Hinzu kommt ein weiterer, unangenehmer Aspekt: die Kohärenz. Man wirft ihm vor, die Politik zum Beruf gemacht zu haben, vom Politischen gelebt zu haben und Lektionen zu erteilen, von einer Position aus, die laut dieser Kritik niemand mehr stützt. Der Kampf um die Sessel ist die am häufigsten wiederholte Zusammenfassung.

Wer verteidigt Irene Montero, wenn Iglesias es tun muss?

Hier spaltet sich die Analyse. Eine Strömung findet es auffällig, dass ausgerechnet Iglesias selbst den Sessel erkämpft, während Montero im Hintergrund bleibt. Die Lesart geht in zwei entgegengesetzte Richtungen: Für manche ist es der Beweis, dass der Posten aus persönlicher Loyalität gefordert wird; für andere die Feststellung, dass ihn innerhalb der Koalition sonst niemand verteidigt.

Parallel dazu wird ironisiert über die Erzählung der Ermächtigung. Man argumentiert, dass das Bild seltsam wirkt, wenn der Partner das Amt fordert und nicht die Betroffene selbst, und manche sagen mit bitterem Unterton, dass diese Schwesternschaft nach Maß in Workshops gelernt wird.

Der Wahlkalender setzt Sumar und Podemos unter Druck

Der Kontext hilft nicht. Manche erwarten, dass der Wahlkampf mit Kreuzfeuer zwischen den beiden Formationen geführt wird, und behaupten, der Podemisten-Flügel werde Anti-Kampagne gegen Yolanda Díaz betreiben, indem er auf alte Archivmaterialien zurückgreift, in denen die heutige Vizepräsidentin Montero und Errejón lobt. Manche schließen daraus, dass die Koalition nicht bis zum Sommer durchhält, und dass der Verschleiß nicht mehr in Stimmen, sondern in Schlagzeilen gemessen wird.

Währenddessen geht die interne Bestandsaufnahme weiter: Ausschlüsse, Austritte von Gründungsmitgliedern und Abschiedsnachrichten. Einer der ehemaligen Funktionäre, Ramón Espinar, veröffentlichte eine Botschaft ohne konkreten Empfänger, in der er die „letzte Schlemmerei im Bunker“ als gegeben ansieht und um Vergebung dafür bittet, Teil dessen gewesen zu sein, was er eine Sekte nennt. Die Antwort kam prompt: Man erinnerte ihn an die geförderte Wohnung, die ihm angeblich ohne öffentliche Ausschreibung zugewiesen worden sei und die er später mit Gewinn weiterverkauft habe.

Die Zahlen: Die Hypothek und die Abstimmung der 53.000

Das Geld ist die andere Front. Auf der schärferen Seite wird behauptet, dass nicht ein Amt gefordert wird, sondern eine Quote: Ziel sei es, dass die Koalition vier Jahre lang die Familienhypothek deckt. Dies ist eine Wahlkampfhypothese, ohne weitere Grundlage als die Rede selbst, doch sie kursiert wie eine buchhalterische Tatsache.

Ein Detail, das tatsächlich eine Zahl hat, ist ein anderes. Es wird gewarnt, dass die 53.000 Wähler der letzten internen Abstimmung von Podemos eine Mitteilung erhalten könnten, in der ausstehende Beiträge eingefordert werden. Dieselbe Partei, die einen Platz auf den Listen fordert, würde laut dieser Warnung Geld von ihren Mitgliedern verlangen, um die Struktur zu finanzieren.

Und dort bleibt die Sache stehen: Ob das Problem die Entscheidung einer Person ist oder das Loch einer Organisation, die seit Monaten darüber diskutiert, wer welchen Sessel besetzt. Die Zahl, die alles zusammenfasst, ist kein Mandat. Es sind 53.000.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (228 Antworten).

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