Ibex im April 2012: Sacyr bei 0,66 Euro und Kapitalflucht

Der Ibex 35 pendelte im April 2012 zwischen 7.205 und 6.950 Punkten. Sacyr fiel auf 0,66 Euro, während die schlimmste Kapitalflucht des Zyklus stattfand.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ibex im April 2012: Sacyr bei 0,66 Euro und Kapitalflucht
Sacyr bei 0,66 Euro und der Ibex sucht den Boden: Das Geld flieht

Der Ibex 35 hatte einen Boden. Er lag bei 6.700 Punkten, so zumindest die Überzeugung jener, die wochenlang verzweifelt danach suchten. Im April 2012 bewegte sich der Index eingeklemmt zwischen 7.205 und 6.950 Punkten, mit Sacyr abgestürzt auf 0,66 Euro – ein Preis, der keinen Vergleich und keinen Trost mehr zuließ – sowie einer immer länger werdenden Liste von Werten auf historischen Tiefs. Iberdrola rauschte in die Tiefe, Santander wurde bei 4,84 Euro gesichtet und das Geld, dieser Feigling, begann zusammenzupacken und das Land zu verlassen.

Die Frage schwebte über jeder Sitzung, einfach und vernichtend. Ist dies der Boden oder nur das Treppenhaus einer Treppe, die weiter nach unten führt?

Wie tief kann der Ibex 2012 fallen?

Die kursierenden Handelsspannen waren von fast abergläubischer Präzision. Unterhalb von 6.950 lieber nicht handeln. Und wenn die 6.700 Punkte – getauft als die Zahl des Schreckens – verloren gingen, öffnete sich das Szenario weit: erst 5.700, dann, ganz ruhig, 2.900 Punkte. Eine ambitioniertere Wellenberechnung sah das Endziel bei 1.827 Punkten, falls die C-Welle die A-Welle erreichen würde; ein Szenario, an das derjenige, der es vorschlug, buchstäblich nicht denken wollte.

Das Problem war zu wissen, was noch eingepreist war. Die spanische Wirtschaft ging den Bach runter, aber der Index war bereits um 20 % in einem Monat gefallen – und zwar nicht vom Höchststand, sondern von einem Niveau aus, das schon 20 % unter dem des Sommers lag. In drei Quartalen summierte sich der Rückgang auf etwa 40 %. Die vorherrschende technische Meinung besagte, dass der Abwärtsdruck rein aus Trägheit vor weiteren Punktverlusten erst einmal Luft holen musste. Neues Geld braucht Zeit, aber wer bereits investiert ist und keine Käufer findet, treibt den Kurs auch nicht weiter nach unten.

Die Schuldentabelle, die kaum jemand beachtet

Gegen das Tagesrauschen lenkte eine der meistzitierten Analysen den Fokus auf die Bilanz. Eine Tabelle mit der strukturellen Verschuldung – langfristige Kredite bei Instituten – jedes Indexunternehmens im Verhältnis zur verfügbaren Liquidität ergab eine offensichtliche Schlussfolgerung: Nur wenige Unternehmen konnten diese Schulden mit dem deklarierten Kassenbestand decken.

Banken und Sacyr wurden bewusst aus der Tabelle herausgelassen, aus naheliegenden Gründen. Das vorgeschlagene Kriterium für eine langfristige Portfoliozusammenstellung war zweifach: Prüfung der Bruttomarge, die in einem gesunden Geschäft über 40 % liegen sollte, ergänzt durch das Price-to-Sales-Verhältnis, um zu beurteilen, ob ein Unternehmen im Verhältnis zum Umsatz teuer oder günstig ist. Es macht einen Unterschied, ob Telefónica oder Mediaset eine Milliarde schuldet. Die vollständige Aufschlüsselung zeigte klar, welche Unternehmen ein schlechtes Jahr überstehen würden und welche nicht.

Stop-Loss setzen oder Geduld bewahren?

Die am häufigsten diskutierte Frage des Monats betraf Schutzorders. Ein Investor mit wenigen Monaten Erfahrung gestand, nie einen Stop-Loss gesetzt zu haben und dennoch im Plus zu sein: Er hielt Arcelor-Aktien, gekauft bei 13,33 Euro, und hätte er den Stop gesetzt, wäre dieser vor der Erholung ausgeführt worden.

Die Mehrheit antwortete unbarmherzig. Glück gehabt, denn Glück wiederholt sich nicht konstant. Gefährlich ist nicht, einmal richtig oder falsch zu liegen, sondern was passiert, wenn ein Wert die Dynamik von Sacyr annimmt: Aus einem Stop, der 5 % oder 7 % gekostet hätte, wird ein Verlust von 30 %, während man auf die ewige Erholung wartet. Wer systematisch keinen Stop setzt, setzt ihn zu spät, manuell und mit getrübtem Urteil. Der Satz, der die dominante Position zusammenfasste: Stop setzen und weitermachen.

Der schlechteste Monat für spanisches Geld

Die Makrodaten unterstützten keine bullischen Thesen. Der IWF warnte, dass europäische Banken gezwungen sein könnten, 3,8 Billionen Euro an Vermögenswerten zu verkaufen, um ihre Bilanzen zu stabilisieren. Spanien litt unter der schlimmsten Kapitalflucht seit Verschärfung der Krise. Bank of America meldete einen Gewinn je Aktie von 0,03 Dollar gegenüber erwarteten 0,11 Dollar, bei Einnahmen von 22,8 Milliarden Dollar.

Manche sahen selbst in diesem Klima Geld durch die Hintertür kommen. Bei Repsol wurden in den letzten zehn Minuten einer einzigen Sitzung Zuflüsse von über 20 Millionen Euro registriert – mit 2.475.000 gehandelten Titeln am Ende des Tages 24 und 4.275.000 am Tag 25 –, obwohl der Kurs weiter fiel. Die Zweifel blieben: Echte Käufe oder nur Kosmetik zum Börsenschluss?

Gold, Silber und Solaraktien: Wenn die Erholung kommt

Während der Ibex dahinkrebste, sendeten andere Märkte gegensätzliche Signale. Der Silbersektor monatelang hart gefallen, und plötzlich standen fast alle Minengesellschaften auf relevanten Unterstützungsniveaus. Silver Wheaton brach ohne Vorwarnung nach oben aus und riss den gesamten Sektor innerhalb von Stunden mit.

Ein weiterer Fokus lag auf US-Solaraktien. First Solar stieg steil mit hohem Volumen, Maxwell drehte ins Grüne und Yingli durchbrach im Stundenchart die Marke von 3,60 Dollar, mit freiem Weg bis 4 Dollar. Die technische Analyse sah First Solar als Wert einer anderen Liga: Wenn er die 10-Dollar-Marke solide überwindet, könnte er bis auf 23,45 Dollar steigen. Manche behaupteten sogar, LinkedIn sei eine Blase, schlimmer als Terra, und biete eine brutale Chance für Short-Positionen.



Spanien, Weltmeister der Staatspleiten

Mitten im Pessimismus setzte eine historische Datenreihe die Dinge in Perspektive. Zählt man die staatlichen Zahlungsunfähigkeiten, ist die Bilanz eindeutig: Spanien 13, Frankreich 8, Ungarn 7, Griechenland 5. Die letzte spanische Pleite liegt etwa 200 Jahre zurück, als die meisten heutigen Länder noch gar nicht existierten.

Die daraus gezogene Sarracena war unangenehm für die offizielle Erzählung: Wenn es ums Pleitegehen geht, sind die Franzosen Meister, und pro Zeiteinheit würde Frankreich die Meisterschaft gewinnen. Währenddessen wies Norwegen einen öffentlichen Überschuss von 13 % auf. Spanien hingegen zahlte weiterhin Zinsen für die Schulden, Gesundheit und Bildung anderer, ohne erst sich selbst zu finanzieren. Ein Land, das laut der verbreitetsten Diagnose genau das Gegenteil von dem tut, was das grundlegendste Sparbuch empfiehlt.

Werte, die aus dem Ibex fallen

Auch das Abwandern aus dem Auswahlindex prägte den Monat. Ebro Foods flog aus dem Ibex 35, und manche interpretierten die Entscheidung als Gnadenakt: Man ersparte ihm zumindest den endgültigen Todesstoß, den viele bei Sacyr erwartet hatten. Der deutsche DAX pendelte um die 6.800 Punkte, weniger als 400 Punkte Abstand zum Ibex – eine Verengung, an die sich niemand erinnerte und die die Diskrepanz des spanischen Indexes gegenüber seinen europäischen Nachbarn offenlegte.

Der S&P 500 notierte derweil bei 1.392 Punkten und hatte sein Niveau seit den Tiefständen von 2009 mehr als verdoppelt. Der Ibex hing dagegen fest an seinen Tiefständen. Diese Divergenz – gleicher Kontinent, gleicher Zyklus, entgegengesetzte Ergebnisse – war eine der wiederkehrenden Obsessionen des gesamten Monats.

Mit den Spannen zwischen 7.205 und 6.950 als technischem Boden, 6.700 als Höllengrenze und einem Abwärtshorizont bis Juli, falls das Bären-Szenario dominierte, war die vernünftigste Wette auf Bestätigung zu warten. Die Erholung deutete sich bei Solar- und Silberaktien an, bevor sie den Index selbst erreichte. Wenn der S&P die 1.396 hält und der DAX die 6.800 mit Volumen zurückgewinnt, hat der Ibex seine Chance. Wenn nicht, wartet die Zahl des Schreckens geduldig auf der anderen Seite des Charts.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (3255 Antworten).

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