Ibex 35 im Jahr 2011: Der Kampf um die 8.000 bei Verbot von Leerverkäufen
August 2011. Der Ibex 35 hatte in nur elf Tagen einen Einbruch von 17,29 % akkumuliert, ein Tempo, das sich den Werten anderer schwarzer Monate näherte: Oktober 2008 verlor 17,03 % und August 1998, der schwächste Monat überhaupt, 21,24 %, laut den im Thread diskutierten Daten. Die europäischen Banken gerieten ins Wanken, Griechenland tauchte wieder am Horizont auf und jede Sitzung wurde in einer engen und erstickenden Spanne gehandelt. Die Zahl, die wie ein Gebet wiederholt wurde, war 8.000. Darunter, in den Worten der Händler selbst, „ins Bodenlose“.
Die Erzählung dieser Wochen – vom schwarzen Mittwoch, der die Serie eröffnete, bis zum Ende des Monats August – wurde aus Grafiken, Fibonacci-Niveaus und einem wachsenden Misstrauen unter einigen Forumsteilnehmern aufgebaut: dass jemand das Spielfeld mit Informationen bewegte, die andere nicht hatten. Und im Hintergrund eine Frage, die niemand klären konnte: Technischer Rebound oder Vorhof zur zweiten Phase des Absturzes?
Die 8.000 und die Decke bei 8.800
Die Teilnehmer waren sich uneinig, teilten aber dieselbe Obsession. Eine kursierende Berechnung setzte die Obergrenze des Rebounds in die Zone 8.700–8.800: Das erste Niveau entsprach dem 38,2-%-Rückgang von den 10.200, das zweite dem 61,8-%-Niveau des gesamten vorherigen Anstiegs zwischen 6.700 und 12.240. Solange der Index diese Mauer nicht überwand, war jeder Anstieg in dieser Lesart eine Illusion.
Nach unten hin fungierte die Unterstützung bei 8.000 als letzte Verteidigungslinie. Ein Bruch aktivierte das ernsthafte Bären-Szenario, mit Zielen, die ein Forenteilnehmer bei 6.700 und 6.260 sah, und fragte sich, ob der Monat in der Nähe von 7.000 schließen würde. Es gab sogar Zweifel daran, ob ein Rückgang von 20 % in acht Sitzungen möglich sei. Ein Händler bestand darauf, dass man Stop-Losses und Disziplin haben müsse.
Guano für alle. So verabschiedeten sie sich an jedem blutigen Handelstag.
Das Verbot von Leerverkäufen: Kosmetik mit Ablaufdatum
Im August verboten die europäischen Regulierungsbehörden das Ausleihen von Aktien für Leerverkäufe. Auf dem Papier bremste dies Spekulanten. In der Praxis herrschte Konsens darüber, dass es sich um eine kosmetische Maßnahme handelte: Was bereits verliehen war, zirkulierte weiter, und wer eine Position absichern wollte, fand keinen Weg. Das meistwiederholte Argument: Wenn du keine Short-Position eingehen kannst, wie schützt sich dann der Market Maker, der dir einen Future verkauft?
Ein Gedankenexperiment kursierte auf den Bildschirmen. Ein Käufer steigt mit 100 Millionen in Santander ein, während ein anderer dieselben Aktien leiht, um sie auf den Markt zu werfen. Wenn Verkäufer und Käufer „gemeinsam gedient haben“, stürzt der Preis ab und der Käufer kauft günstig zurück. Dies wurde als Manipulation mit Samthandschuhen dargestellt, oder fast so. Niemand konnte die Logik entkräften, schon gar nicht nach dem Anspannen des Kreditmarktes.
Santander, die Wandelanleihe und das Gefühl des Betrugs
Der meistdiskutierte Fall hatte einen Namen: Santander. Das Wertpapier notierte bei etwa 5,82 Euro, während eine Emission von Wandelanleihen aus dem Jahr 2007, die zu einem viel höheren Preis platziert worden war, noch lebendig war. Die Wiedererlangung dieses Niveaus hätte einen Anstieg von nahezu 130 % erfordert. Die Reaktion eines Forenteilnehmers: „Wenn das kein Betrug ist, möge Gott herabkommen und es sehen.“
Der Verlust von -8,33 %, den Santander in einer einzigen August-Sitzung hinnehmen musste, legte den Finger in die Wunde. Ein Teilnehmer erinnerte daran, dass ihm zu Weihnachten gesagt worden war, dass er bei 7,20 Euro gut dran sei und reich werden würde.
Das Thermometer, das nicht lügt: iTraxx, Tel Aviv und der Bund
Während die Börsen reboundeten, erzählten die Kreditmärkte eine andere Geschichte. Der iTraxx Crossover – die Versicherung gegen Zahlungsausfälle europäischer Unternehmen – schoss auf 695,5/700 Punkte, ein +5,4 % an einem einzigen Tag. Für jene, die diesen Indikator verfolgten, war der Anstieg eine Falle: Wenn der Kreditmarkt sich anspannt, kann der Aktienmarkt dies nicht lange halten.
Es gab auch externe Signale. Der Index TA-25 der Börse Tel Aviv brach innerhalb von Minuten um 4,39 % ein, ohne dass jemand den Grund erklären konnte. Und ein Teilnehmer warnte vor deutschen Staatsanleihen: Wenn der Bund ein großes Dach bildete, könnte Geld in Strömen aus dem sicheren Hafen fliehen, und diese Wende würde eine vorherige Panik-Schockwelle erfordern. Es gibt nur zwei Optionen, und keine ist bequem: Das System explodiert, oder das Geld wird neu allokiert.
Broker, CFDs und Gold: Wie man mit wenig handelt
Der praktische Teil konzentrierte sich auf Werkzeuge. Für jene mit wenig Kapital, die Schnelligkeit wollten, war die Empfehlung klar: CFDs auf den Ibex, mit der Warnung, den Hebel genau zu studieren, bevor man ins Getümmel springt. Für langfristige Anleger reduzierte sich die Wahl auf zwei Banken, eine eher für professionelles Trading ausgelegt, die andere dafür gedacht, Aktien jahrelang im Tresor ruhen zu lassen.
Gold war eine weitere Versuchung. ETFs wie GLD, IAU oder SGOL ermöglichten Exposure zum Metall ohne Kauf von Barren, mit dem Vorteil, Stop-Losses setzen zu können und keine Wartungsgebühren zu zahlen. Der Haken, wie immer: Es ist Papiergold. Ein Teilnehmer warnte davor, Geschäfte einzugehen, die er nicht kannte. Diese Warnung galt auch für Aktien, die einem anderen Teilnehmer 2007 als „sicherer Wert“ empfohlen worden waren und die 2011 systematisch am stärksten fielen.
Gazellen und Löwen: Wer wirklich den Markt bewegt
Die Erfahrensten beobachteten das große Geld mit der Lupe. Die These, sitzungweise wiederholt, war, dass Retail-Verkäufe – die Gazellen – den Preis fast nie bewegen; das tun die Pakete jener, die sie Löwen nannten. In einer detailliert beschriebenen Sitzung bewegte ein einzelner Trade um 16:00 Uhr 314 Kontrakte zum Kauf, und elf Minuten später wurde die Hälfte davon wieder verkauft. Für diesen Teilnehmer definierte diese Art von Manöver den Trend.
Auch das Volumen in der Schlussauktion wurde überwacht: Es erschienen nur Käufe, aber von bescheidener Größe. Übersetzung: Niemand leistete Widerstand auf der Gegenseite, und so steigen die Preise mit wenig Aufwand. Nebel oder Akkumulation. Abhängig davon, wer auf den Chart schaute.
Der Rebound, der nie kam (oder doch)
Das Auf und Ab der Sitzungen nährte den Skeptizismus. In vier Tagen stieg ein europäischer Index um 20 %, nachdem er Tiefstände berührt hatte, und lag kaum drei Tage später wieder 10 % darunter. Mit solchen Zahlen zerbröselte jede Prognose. „Ich weiß auch nicht, was ich denken soll“, gestand einer der aktivsten Händler.
Makroökonomische Daten lieferten Munition für beide Lager. Der US-amerikanische ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe fiel im August auf 50,6 Punkte, gegenüber 50,9 im Juli und über den Analystenerwartungen (48,5). Die Daten lagen über den Erwartungen, und ihre Interpretation wurde im Thread diskutiert. Die Reaktion der Indizes, mit einem Peitschenschlag von 100 Punkten im DAX in wenigen Minuten, half nicht bei der Entscheidung.
Wo die Analyse feststeckt
Mit dem Ibex gefangen zwischen 8.000 und 8.800, dem bereits stattgefundenen Merkel-Sarkozy-Treffen und Griechenland, das bereit war, wieder in den Vordergrund zu treten, blieb die Diskussion in der Schwebe. Einige sahen den Beginn eines nachhaltigen Rebounds; andere eine Pause vor einer neuen Abwärtsbewegung, die, wie sie sagten, mit Athen kommen würde. Das Problem war nicht das Ziel, sondern das Wann. Und dort, wo Staatsanleihen, Kredite und Gold widersprüchliche Signale sendeten, wusste niemand die Antwort zu geben. Nur eines wurde klar: August 2011 hatte sich in eine Lektion darüber verwandelt, wie wenig man über die unmittelbare Zukunft wissen kann, selbst wenn man alle Charts der Welt vor Augen hat.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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