Ibex 35 bricht ein: Spaniens Börse fällt auf 8.000 Punkte

Der spanische Leitindex Ibex 35 schloss bei 8.066,50 Punkten mit einem Minus von 4,69%. Italienische Banken und die Schuldenkrise belasten den Markt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ibex 35 fällt unter 8.100 Punkte – Fokus auf italienische Banken

Der spanische Leitindex Ibex 35 beendete eine Sitzung im September 2011 bei 8.066,50 Punkten, nachdem er innerhalb eines Tages um 4,69% eingebrochen war. Sieben Herabstufungen durch S&P für italienische Finanzinstitute fungierten als Auslöser, doch der Absturz war kein Ein-Tages-Ereignis: Willkommen zurück in den 7.000er-Bereich fasste die Stimmung zusammen, nachdem das Indexniveau in der Vorwoche bei 7.639 Punkten seinen Tiefpunkt erreicht hatte. Die zentrale Frage des Quartals lautete einfach und brutal: Hält der Ibex die Marke von 7.700 oder bricht er wie Griechenland?

Am selben Tag stürzte Sacyr um 7,62%, Arcelor um 7,47% und Mediaset um 6,22%. Die beiden Großbanken Santander und BBVA gaben um 5,94% bzw. 5,79% nach. Der portugiesische PSI (-5,46%) und der deutsche DAX (-5,09%) zogen mit, was mehrere Marktteilnehmer ohne Umschweife als einen Tag des Jüngsten Gerichts beschrieben. Nur Silber, mit Verlusten von über 4%, performte noch schlechter als Aktien.

Dividendenrendite: Das letzte Bull-Argument

Während die Kurse fielen, dominierte die Dividendengeschichte. Die kursierenden Daten waren auffällig: 21 Ibex-Konzerne handelten mit einer Dividendenrendite von über 5%, und der Gesamtindex näherte sich der 6%-Marke, dem besten historischen Wert seit 2008. Das aggregierte Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) lag bei rund 7, dem niedrigsten Stand seit 1996. Werte wie BME boten theoretisch die Möglichkeit, die Investition allein durch Ausschüttungen in weniger als zehn Jahren zurückzuverdienen.

Die skeptische Lesart ließ nicht auf sich warten. Einige argumentierten, dass das einzige Attraktive an fallenden Aktien genau diese Dividende sei und dass Unternehmen, angefangen bei Santander, alles tun würden, um sie nicht zu kürzen. Andere entgegneten, dass ein KGV von 7 kein Schnäppchen sei, wenn die Gewinnschätzungen monatlich nach unten korrigiert werden. Das Argument bleibt, damals wie heute, ungelöst.

Italienische und US-Banken: Der Tropfenfall der Ratings

Das externe Umfeld half nicht. S&P senkte die Bonität von sieben italienischen Finanzinstituten. Es wurde bekannt, dass CAM eine Immobilienexposition von rund 17,5 Milliarden Euro mit einer NPL-Quote von 40% hatte. Moody's stufte Bank of America, Wells Fargo und Citigroup herab, und man schätzte die Kosten der Schuldenkrise für europäische Banken auf 300 Milliarden Euro. Jeder dieser Schlagzeilen hätte allein eine Panik-Sitzung gerechtfertigt.

Die griechische Analogie zog sich durch alle Analysen. Ein Teilnehmer mit direkter Erfahrung vor Ort behauptete, die Schulden seien unbezahlbar; tiefgreifende Kürzungen würden zu unberechenbaren Unruhen führen, während pogre Refinanzierung Jahre dauern würde. Niemand wagte eine Zeitangabe.

Verschwindende Liquidität: „Ein Wohnzimmer voller Omas“

Eines der wiederkehrenden Phänomene im Quartal war die Austrocknung der Liquidität. Mit dem geltenden Verbot von Leerverkäufen bewegten sich die Ibex-Futures bei niedrigen Volumina und erratischen Saldo. Tage folgten, bei denen die größte Order der Sitzung nur aus 101 oder 102 Kontrakten bestand. Die treffendste Beschreibung war drastisch: Seit dem Verbot der Leerverkäufe sieht es hier beim Volumen aus wie in einem Wohnzimmer voller Omas.

Die Ausnahme kam in der Verfallswoche. Dort tauchten Pakete von 515 Kontrakten, von mehr als 7.150 und sogar 3.400 in einem Rutsch auf, mit positivem Tagessaldo. Mehrere Analysten deuteten dies als koordinierten Versuch, den Preis kurz vor den kritischen Stunden nach oben zu drücken, indem sie die gestaffelten Verfallsdaten von EuroStoxx, DAX, Mini S&P, CAC-40 und Ibex nutzten. Jemand fasste es ohne Blumensprache zusammen: Es ging darum, mit einem zeitnahen Gerücht abzulenken.

Drei Hammerkerzen und der Support bei 7.700

Der Ibex hinterließ drei Tiefs, die die Charttechniker nicht losließen. Am 11. August erreichte er 7.770 Punkte und stand am 1. September bereits wieder bei 8.800. Am 13. September markierte er 7.506 und kehrte drei Sitzungen später zu 8.444 zurück. Am Freitag vor Quartalsende lag das Minimum bei 7.639. Die ersten beiden Erholungen hatten jeweils etwa 1.000 Punkte gebracht. Die dritte, so hieß es, stand noch aus.

Der Stern-Level war das mystische 7.700, ein Support, den einige an der Basis eines langfristigen Kanals sahen, projiziert auf 4.200 Punkte in einem unspezifizierten Szenario. Die berechtigte Zweifel war, ob der spanische Index sich vom Rest Europas abkoppeln könnte, während DAX und S&P Panik-Tiefs markierten. Die überwiegende Schlussfolgerung war: Schwere ist Schwere.

Euro, Gold und Silber: Der Dollar ist der sichere Hafen

Devisen erzählten die parallele Geschichte. Der Euro fiel unter die Marke von 1,4, und der EUR/USD wurde klar bärisch. Spot-Gold notierte um 1.630,85 USD pro Unze, aber Silber litt am meisten mit Verlusten von über 4% und punktuellen stärkeren Einbrüchen. Ein Teilnehmer beschwerte sich, geglaubt zu haben, mit den silbernen Kerzenhaltern seiner Großmutter reich zu werden, und dass diese zum aktuellen Tempo weniger wert sein würden als IKEA-Artikel.

Die Grundthese war, dass, wenn das Kreditsystem feststeckt, die dahinterstehende Währung tendenziell erstarkt, und diese Währung war der Dollar. Manche schlugen vor, Short-Positionen im Euro durch Longs in anderen Paaren abzusichern. Niemand beanspruchte das letzte Wort.

Verfälle und das Michigan-Gerücht

Mitten in der Expirationswoche diente ein Gerücht über den Consumer Sentiment Index der University of Michigan dazu, die vorherige Sitzung anzukurbeln. Die Strategie bestand darin, Erwartungen zu wecken, den Preis bis zur Verfallszeit zu treiben und die Naiven gekauft zu lassen, wenn die Daten veröffentlicht wurden. Manche warnten, dass die tatsächliche Richtung die Gegenrichtung sein könnte, während andere einfach beschlossen, mit 1,5% Gewinn im Rücken vor Montag auszusteigen.

Die Quartalsbilanz lässt keine Zweifel. Der Ibex startete bei 8.463 Punkten, erreichte ein Tief bei 7.506 und schloss die Stichprobe bei etwa 8.100. Die Spannbreite zwischen technischem Optimismus und makroökonomischem Panik blieb bis zur letzten Nachricht offen, während der Oktober-Kontrakt bereits lief und das Volumen wieder am Boden lag.



Mit offiziellen Zinsen ohne Spielraum und Druckmaschinen mit Chip – wie ein Veteran ironisierte – steht der Ibex dem Oktober gegenüber, ohne Wesentliches gelöst zu haben. Wenn der Support hält, gibt es eine Erholung. Wenn nicht, weist die nächste technische Station deutlich tiefer, und niemand will eine Zahl nennen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (3987 Antworten).

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