IBEX 2015: Rally zwischen Griechenland und Draghi

Im Januar 2015 hielt sich der IBEX trotz des Schweizer Franken, Draghis QE-Ankündigung und Syriza-Drohungen stabil. Die Debatte blieb offen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

IBEX 2015: Der Rally, der auf Messers Schneide stand

Der Januar 2015 beginnt mit dem IBEX 35 in einer Bandbreite von 9.800 bis 10.500 Punkten, bedroht von zwei Faktoren: den griechischen Wahlen und der EZB-Sitzung. Der Plan sah eine Konsolidierung zwischen 11.000 und 12.500 Punkten vor, mit schnelleren Gewinnen im kurzen und langsameren im langen Bereich. Das Problem war das Timing, das andere bestimmten.

Was geschah mit dem IBEX im Januar 2015?

Der Monat startete flach und tückisch. Der Index hielt sich nahe 10.000 Punkten, während Öl fiel, der Dollar stieg und europäische Staatsanleihen historische Tiefstrenditen markierten. Niemand wusste, ob dies ein Vorzeichen für einen Rally oder eine Korrektur war. Ein Referenz-Stop bei 9.600 Punkten diente sowohl zum Einstieg als auch zum Schutz.

Das wiederholte technische Ziel war die Schließung der Gap bei 10.800, einem Widerstand, der seit Monaten unberührt war. Zudem stand die EZB-Sitzung am 22. im Raum: Ohne echtes Quantitative Easing und ohne Lösung Griechenlands wäre der Anstieg nur Schein.

Schweiz und Franken: Der Schwan, den niemand sah

Mitte des Monats kam das erste Erdbeben. Die Schweizer Nationalbank senkte die Zinsen auf -0,75% und hob den Mindestkurs des Frankens gegenüber dem Euro auf. Dies überraschte den Markt und löste einen raschen Abverkauf von 350 Punkten aus, der viele Anleger verwirrte. Im Devisenhandel zeigte sich, dass vermeintliche Absicherungen oft unzureichend waren.

Draghis Ankündigung bewegt den IBEX

Am 22. Januar kündigte Mario Draghi das Programm zum Anleihekauf an. Die Reaktion war sofortig: DAX und Euro Stoxx 50 legten zu, doch der IBEX hatte noch Aufholpotenzial. Einige schlossen Shorts bei 10.420 und eröffneten Longs bei 10.515 am selben Tag. Offiziell herrschte Euphorie, doch die Q4-Bilanzdaten blieben schwach.

Griechenland, Syriza und Berlins Skepsis

Griechenland war der zweite Hauptfaktor. Eine Umfrage sah Syriza mit absoluter Mehrheit und +10% Wahlabsicht, während Deutschland über Medien signalisierte, einen Euro-Ausstieg nicht auszuschließen. Peripheriemärkte litten; der IBEX sank bei jeder harten Haltung Athens. Die Long-Investoren waren besessen davon, die Gap vor einem griechischen Crash zu schließen.

Santander, Telefónica und das Kleingedruckte

Parallel dazu lief die Unternehmensagenda. Santander zahlte Dividenden in bar und Aktien; Kritiker wiesen darauf hin, dass eine neue Aktie pro zwei alten kein Äquivalent zu 5,8 Euro Dividende ist. Telefónica bestätigte weder Katar-Investitionen noch dementierte sie diese, während eine 'Mega-Kapitalerhöhung' Kleinaktionäre verwässerte. Die Details der Vergütungsrechnungen – Rechte, Cash und Erhöhungen – sind eine Lektion in praktischer Finanzanalyse.

Penny Stocks und das Verlieren eines Euros pro Aktie

Dann gibt es Penny Stocks, gekauft für 6 Dollar, deren Absturz manche beobachteten. Einige stiegen vollständig aus, andere realisierten Gewinne bei etwa 3 Dollar, wieder andere sahen ihr Geld verdampfen. Veteranen warnten: In einer kollabierenden Welt hat die Realwirtschaft null Wert, während finanznahe Aktivitäten aufblähen.



Zum Monatsende bleibt die Frage unbeantwortet. Der IBEX hielt stand, die Gap bei 10.800 blieb offen, und Griechenland steuerte weiter auf das zu, was jeder als Ruine oder Rettung interpretierte. Die Analyse scheitert hier: Niemand weiß, ob der nächste Schritt die Gap nach oben schließt oder umkehrt, um die bei 8.650 zu füllen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (697 Antworten).

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