IAG-Aktien fallen auf 2,41 € trotz Milliarden-Rettungen

IAG sinkt von 2,51 auf 2,41 Euro, Lufthansa stagniert bei 9 Euro, während die Airlines öffentliche Gelder ignorieren.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

IAG-Aktien fallen auf 2,41 € trotz Milliarden-Rettungen
Luftfahrt: Milliardenschwere Rettungen ohne Kursanstieg

IAG schloss am Freitag bei 2,51 Euro. Zur Wochenmitte lag der Kurs bei 2,41 Euro. Lufthansa bewegte sich von 8,92 auf 9 Euro, Singapore Airlines stieg leicht von 2,30 auf 2,36 Euro. Wenn die spanische Regierung Beteiligungen an strategischen Fluglinien plant und Rettungsmaßnahmen bereits auf dem Tisch liegen, sollten diese Preise dies widerspiegeln. Tun sie nicht. Der erhoffte Aufschwung bleibt aus.

Die Ausgangsthese war einfach: Millionen fließen zu, Steuern werden gesenkt, Wettbewerbsregeln ausgehebelt – Ryanair und EasyJet protestieren bereits –, was sich früher oder später im Kurs zeigen muss. Auf dem Papier makellos. Auf dem Bildschirm Stille.

Vom Freitagschluss zur Wochenmitte

Die drei im Fokus stehenden Werte signalisieren kaum Bewegung. Lufthansa bleibt nahezu unverändert, von 8,92 auf 9 Euro. Singapore Airlines legt sechs Cent zu. IAG, die erwartete Hauptprofiteurin staatlicher Hilfen, verliert zehn Cent genau dann, wenn das institutionelle Rauschen seinen Höhepunkt erreicht. Kein Absturz, kein Durchbruch: eine unbequeme Seitwärtsbewegung für jene, die einen Gewinn erwartet hatten.

Anleger, die positioniert waren, prüfen ihre Charts zweimal, ob die Plattform verzögert lädt. Es passt nicht zu den Nachrichten, was dringende Erklärungen hervorruft: Entweder wurden Mittel erhalten ohne Reaktion, noch keine Zahlung eingegangen, oder der Markt wartet auf die Wiederöffnung des Luftraums. Drei Hypothesen, keine bestätigt.

Warum Rettungen Aktienkurse nicht bewegen

Weil eine Rettung kein Geschäft ist. Das Argument lautet, dass Fluglinien zu verdeckten Staatstöchtern werden könnten, mit öffentlichem Geld durch die Hintertür, während vorne Liberalismus gepredigt wird. Falls wahr, misst der Aktienkurs nicht mehr Passagiere, Routen oder Margen, sondern die Wahrscheinlichkeit ministerieller Eingriffe in die Bilanz.

Hier liegt der Knackpunkt. Manche meinen, Aktionäre sollten alles verlieren, wenn solche Firmen scheitern; andere kontern, dass dies nicht passiere, weil niemand mehr in Luftfahrt investieren würde, da diese Grundinfrastruktur sei. Dazwischen liegen Schuldenerlasse, Kapitalerhöhungen, Teilverstaatlichungen oder schlecht erklärte Kompromisse.

Was US-Kurse offenbaren

Auch die USA bieten wenig Optimismus. Von Donnerstag bis Dienstag fiel United von $34,14 auf $32,55; Delta von $27,72 auf $27,01; American von $12,50 auf $11,91; Hawaiian von $13,77 auf $13,58. Southwest, effizienteste nach Kosten pro Meile und Auslastung, sank um fast 10 %, von $34,12 auf $33,01. Selbst gut geführte Unternehmen bleiben nicht verschont.

Dies widerlegt eine verbreitete Annahme. Wären die Probleme nur managementbedingt – spanisch, amerikanisch oder malaysisch –, würden einige fallen, andere halten. Alle fallen. Der Schlag kommt von der Nachfrage: weniger Flüge, geringere Auslastung, fixe Kosten bleiben bestehen (Leasing-/Eigentumsflugzeuge, Personal, Verwaltung), wobei ein Aktivitätsrückgang von 40 % die Rechnungen nicht um 40 % senkt.

LATAM entlässt 2.700 Crew-Mitglieder

Während über einen Anstieg diskutiert wird, entwickelt sich die Branche gegenläufig. Lateinamerikas größte Airline kündigt Entlassungen von mindestens 2.700 Crew-Mitgliedern an, über ein Drittel der Belegschaft, nachdem Lohnsenkungsvereinbarungen mit Gewerkschaften scheiterten. Diese Meldung setzt den emotionalen Tiefpunkt der Branche und lässt Bewertungen wackeln.

Die operative Frage verschiebt sich vom Kurspotenzial zur Belastbarkeit der Bilanz. Pessimistische Berechnungen gehen davon aus, dass zwei weitere Monate Restriktionen ohne Einnahmen das Eigenkapital buchstäblich auffressen. Optimisten vertrauen darauf, dass öffentliche Gelder vor Leasing-Rechnungen eintreffen.

Anleger kaufen nur, was sie verstehen

Ein Muster wiederholt sich bei Sektor-Crashs: Man kauft Vertrautes. Flugzeuge flogen, hörten auf, werden wieder fliegen, also müssen Kurse steigen. Diese Drei-Schritte-Logik macht IAG im Juni zu einem der meistgehandelten Werte Spaniens, weit über seinem tatsächlichen Gewicht in den Portfolios der Käufer hinaus.

Dieses Verhalten hat Chancen und Risiken. Chance: Treffer beim Rebound von Tiefs bringen hohe Gewinne. Risiko: Die Luftfahrt verlor historisch mehr Jahre als sie gewann, mit dünnen Margen und ohne klaren Wettbewerbsvorteil. Ein Kurs nahe 2 Euro seit Jahrzehnten sagt etwas über Aktionäre aus, nicht nur über Flüge.



Mit minimalem Traffic, schwebenden Rettungen und nahender Berichtssaison kehrt die Analyse zum Startpunkt zurück: Überzeugung, dass jemand die Party bezahlt, aber ohne Hinweis auf Wann, Wieviel oder Wer den Tisch deckt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (127 Antworten).

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