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HIV breitet sich bei den Awajún in Peru durch sexuellen Missbrauch aus
Die HIV-Diagnosen in Condorcanqui im Norden Perus stiegen von 43 Fällen im Jahr 2014 auf 340 im Jahr 2024, mit rund 2.000 Fällen insgesamt und sexueller Gewalt als wichtigstem Übertragungsweg.
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Wie kommt eine Provinz von 43 HIV-Diagnosen pro Jahr auf 340? In Condorcanqui im Norden Perus zeigen die Aufzeichnungen des Gesundheitsministeriums diesen Sprung zwischen 2014 und 2024, mit einem Rückgang auf 256 im Jahr 2025 und einer Gesamtzahl von rund 2.000 Fällen. Die wahre Zahl liegt höher: Ohne erreichbare Gesundheitsstationen bleibt ein großer Teil der Infektionen unerfasst. Und der Übertragungsweg, der in den Aussagen auftaucht, ist nicht die gemeinsame Nadel, sondern sens Missbrauch innerhalb der Familie. Der Staat ist es jedenfalls nicht, der die Lücke schließt.
Warum explodiert die Zahl der HIV-Fälle in Condorcanqui?
Weil sich die Ansteckungen innerhalb der Häuser ausbreiten. Sekut, neun Jahre alt, kam mit HIV und Dengue ins Krankenhaus von Santa María de Nieva – nach einer Stunde Fahrt mit einem Peque-Peque-Boot auf dem Marañón und zweieinhalb Stunden über eine staubige Piste von seiner Gemeinde Centro Waisim. Die Hauptstadt von Condorcanqui liegt rund 30 Stunden von Lima entfernt und hat keine Schutzunterkunft für Opfer. Die Schilderung der Mutter Lisenia verweist auf den eigenen Vater: Nach ihrer Aussage hat er bereits eine andere Tochter im Alter von zwei Jahren sens missbraucht, und eine ältere Schwester nahm sich nach Jahren von Missbrauch und Ablehnung durch die Gemeinschaft das Leben. Die Diagnose überraschte dort niemanden: Ärzte und Behörden sehen den Anstieg seit einem Jahrzehnt.
Awajún-Frauen bauen ihre eigene Zuflucht
Das Volk der Awajún, rund 70.000 Menschen in fünf Regionen, ist das zweitgrößte Indigene Volk Perus und lebt zum großen Teil dort, wo keine Straße hinführt. Angesichts der Untätigkeit der Gemeindeführer und des Fehlens öffentlicher Mittel haben sich Awajún- und Wampís-Frauen mit Spenden und privaten Geldern organisiert: Sie bezahlen die Fahrkarten der Opfer, begleiten sie und haben eine Maloca gebaut, um sie unterzubringen, während sie fordern, dass die Täter verfolgt werden. „Wenn Männer ins Haus kamen, um uns zu missbrauchen, verteidigte uns unsere Mutter wie ein Jaguar gegen diese Raubtiere“, fasst Rosemary Pioc zusammen, eine Awajún-Führerin an der Spitze des Rates der Awajún- und Wampís-Frauen.
Das HIV, das manche vom Sofa aus leugnen
Zur Verbreitung der Daten gesellt sich eine Strömung, die die Epidemie als solche infrage stellt. Es wird behauptet, eine Diagnose sei nur ein positiver Test bei gesunden Menschen, die Antiretroviralen seien überflüssig und die afrikanischen Zahlen eine Inszenierung. Als Beweis werden Projektionen angeführt, die – so diese Lesart – nie eintrafen: Die Weltbank hatte berechnet, dass Aids bis 2010 15.000 Lehrer in Tansania töten und in den folgenden zehn Jahren 27.000 weitere, bei Kosten von 37,8 Millionen Dollar für Ersatz. Eine 1991 in Nature veröffentlichte Arbeit sagte negatives Wachstum für das subsaharische Afrika voraus. Nach Ansicht der Verfechter dieser These trat nichts davon ein. Daraus folgt aber nicht, dass die Infektion harmlos ist: Die Zahlenreihe aus Condorcanqui passt nicht zur These der Erfindung.
Mit diesen Zahlen müsste die Provinz ein Referenzkrankenhaus mit zweisprachigem Personal und eine erreichbare Staatsanwaltschaft haben. Sie hat ein Gemeinschaftshaus, das mit Spenden bezahlt wurde, und Frauen, die Bootsfahrkarten kaufen. Wenn das keine öffentliche Politik ist, sollte man überlegen, was darunter zu verstehen ist.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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