Die Rede, die die Reichs-Zahlungen an die Kirchen aufschlüsselt
Wie viel Steuergeld erhalten die Kirchen? In Spanien lässt sich die Antwort in einer Zeile der Einkommensteuererklärung finden. Im Deutschland von 1938 lieferte eine offizielle Rede die Antwort: 500 Millionen Reichsmark in einem einzigen Geschäftsjahr. Am 30. Januar 1939 widmete Hitler einen ganzen Abschnitt der Aufzählung der staatlichen Überweisungen an die beiden großen Konfessionen, mit dem expliziten Ziel, den Vorwurf der religiösen Feindseligkeit zu entkräften, der von den Demokratien laut wurde. Sechs Jahre zuvor, im Jahr 1933, beliefen sich die Zahlungen auf 130 Millionen. Die Reihe steigt ohne einen einzigen Rückschlag an. Diese Analyse beschränkt sich auf den Abschnitt über die Kirchen und Spanien.
Wie viel zahlte das Dritte Reich an die Kirchen?
Die Zahlen standen im Text: 130 Millionen Reichsmark im Geschäftsjahr 1933, 170 im Jahr 1934, 250 im Jahr 1935, 320 im Jahr 1936, 400 im Jahr 1937 und 500 Millionen im Jahr 1938. Zu diesem Steuerposten kamen jährlich etwa 85 Millionen an Subventionen aus den Ländern (deutschen Bundesstaaten) sowie rund 7 Millionen von lokalen Gemeinden und Verbänden hinzu. Die Rede fügte ein Detail hinzu, das oft übersehen wird: Schenkungen und Erbschaften zugunsten der Kirchen waren steuerbefreit.
Der Rest der Bilanz war ebenso eindeutig. Nach dem Staat selbst waren die Kirchen der größte Landbesitzer des Landes, mit Immobilien- und Forstbesitz im Wert von über 10 Milliarden Reichsmark und einem Jahreseinkommen von etwa 300 Millionen. Dass ein Regime, dem ein permanenter Konflikt mit den Konfessionen zugeschrieben wird, sich als deren wichtigster Finanzier präsentiert, ist, gelinde gesagt, ein Paradoxon. Zu behaupten, dass diese Zahlen Toleranz beweisen, ist eine andere Sache: Es gibt Stimmen, die betonen, dass ein Staat eine Institution finanzieren und sie gleichzeitig durch Verwaltungsvorschriften einschränken kann.
Religiöse Feindseligkeit oder Trennung nach französischem Vorbild?
Die Rede führt vier Punkte auf. Der erste: Niemand wurde wegen seiner religiösen Überzeugung verfolgt und wird auch nicht verfolgt werden. Der zweite: die Abrechnungen. Der dritte: Es wurde keine Kirche geschlossen, der Gottesdienst oder die Messe wurde nicht verhindert, und der Staat schreibt keiner Konfession eine Doktrin auf. Der vierte Punkt betritt ungemütlicheres Terrain: die Sensual und die Verbrechen, die innerhalb des eigenen Apparats begangen wurden.
Wo der Text besonders drängt, ist das abschließende Angebot. Wenn die Kirchen ihre Situation als unerträglich empfinden, so heißt es, sei der Staat bereit, eine klare Trennung von Kirche und Staat vorzunehmen, wie in Frankreich, Amerika und anderen Ländern. Und er stellt die Frage, die niemand beantwortet: Wie hoch beliefen sich die offiziellen staatlichen Zuweisungen an die Kirche in Frankreich, England und den Vereinigten Staaten? Es ist der klassische Schachzug von jemandem, der die Rechnung des Nachbarn auf den Tisch legt, um die Diskussion im eigenen Haus zu gewinnen.
Der politisierende Pfarrer und der gesetzestreue Pfarrer
Die zitierwürdigste Passage ist die Unterscheidung zwischen zwei Arten des Klerus. Den Priester, der sich der Seelenrettung widmet und das Gesetz befolgt, schützt der Staat. Denjenigen, der die Kanzel als Tribüne gegen das Reich nutzt, stellt er wie jeden anderen Bürger vor Gericht. Er schließt mit einer bedeutsamen Zahl ab: Tausende von Priestern aller christlichen Glaubensrichtungen erfüllen ihre Pflichten, ohne in Konflikt mit der bestehenden Ordnung zu geraten.
Es gibt einen vierten Punkt, den man mit Distanz lesen sollte: die Behauptung, der Staat sei weder kleinlich noch heuchlerisch, er verfolge Pädophilie und Kindesmissbrauch ungeachtet der Täterschaft, und dass fünf Jahre zuvor prominente Parteimitglieder, die wegen dieser Verbrechen verurteilt wurden, hingerichtet worden seien. Dies ist die Version des Regimes über sich selbst, keine neutrale Beschreibung. Das Dokument zu lesen erfordert, das, was der Text behauptet, von dem zu trennen, was der Text beweist.
Spanien, der Antikommunismus und die nicht gezogene Analogie
Der Nutzer, der den Thread eröffnete, behauptet, dass sich die Rede auch an Spanien richte, obwohl das reproduzierte Fragment keinen Bezug zum Land enthält. Seine Interpretation ist, dass der Text einen gleichzeitigen bolschewistischen Angriff an mehreren Punkten Europas suggeriert, dessen Ausmaß kaum jemand wahrnahm, weil jedes Land nur das sah, was innerhalb seiner Grenzen geschah, und dass die Demokratien mit dem Kommunismus flirteten, während sie sich über diejenigen empörten, die ihn bekämpften.
The Diskussion, die sich um diese Passage dreht, geht in diese Richtung: Der spanische Fall der 1930er Jahre wird als dokumentarische Referenz genutzt, Autoren zitiert, die die kommunistische Durchdringung im damaligen Spanien untersucht haben, und es wird mit dem verglichen, was im restlichen Kontinent geschah. Es tauchen auch die krassesten Thesen auf, wonach der Bolschewismus von internationalen Finanzmächten gefördert und von London und New York aus gesteuert wurde. Dies wird durch keine Dokumente der Zeit gestützt und sollte als das behandelt werden, was es ist: eine konspirative Erzählung. Diskutabler und daher interessanter ist die Unterscheidung zwischen einem brandstifterischen Kommunismus und einer gemessenen Version des langsamen Vorstoßes über kulturelle und institutionelle Wege.
Die Frage, die unbeantwortet bleibt
Wie viel zahlt ein Staat an eine Institution, die er als Rivalen betrachtet? Die Reihe der Reichsmark-Beträge ist verifizierbar und steht im Text. Was in keine Summe passt, ist das Fazit: Das Regime, das damit prahlte, die deutschen Kirchen finanziell zu stützen, endete in den Geschichtsbüchern als deren Verfolger. Das Gedächtnis wird, genau wie die Abrechnungen, ebenfalls selektiv gewählt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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