Günstige Ländereien in Argentinien: Das Land wird zum Schleuderpreis verkauft
Was kostet ein Landhaus in einem Land, das fünfmal so groß wie Spanien ist und die halbe Einwohnerzahl hat? Weniger, als man denkt. In Argentinien gibt es Immobilien ab 30.000 Dollar, Grundstücke, die in Dörfern mit 5.000 Einwohnern praktisch verschenkt werden, und Olivengärten für 55.000 Dollar pro zwei Hektar. Der Preis ist kein Schnäppchen: Er ist das Barometer einer Wirtschaft ohne Hypothekarkredite, mit einer Bevölkerung, die in Buenos Aires konzentriert ist, und einem Landesinneren, in dem Entfernung in Fahrstunden statt in Kilometern gemessen wird.
Warum ein Landgut in Argentinien weniger kostet als eine Wohnung in Teruel
Der erste Grund ist Arithmetik. Argentinien hat 3,7 Millionen Quadratkilometer —fünfmal so groß wie Spanien— für eine fast identische Bevölkerung. Fast die Hälfte lebt in der Provinz und Stadt Buenos Aires. Das übrige Territorium, viereinhalbmal größer als Spanien, beherbergt die andere Hälfte. Das wäre, als würde man sich ganz Spanien mit fünf Millionen Einwohnern vorstellen. Bei dieser Dichte gibt es mehr als genug Land.
Der zweite Grund ist finanzieller Natur. In Argentinien gibt es in der Praxis keine Hypothekarkredite. Käufe werden bar bezahlt, Geld auf den Tisch. Ohne Finanzierung reduziert sich die Nachfrage auf diejenigen, die den vollen Betrag in bar haben, und der Preis spiegelt nur das reale Angebot und die reale Nachfrage wider, ohne die künstliche Inflation, die der Kreditzugang erzeugt. Eine Rechnung, die in der lokalen Immobilienbranche kursiert, bringt es auf den Punkt: In einem Land, in dem alles bar bezahlt wird, kauft niemand ohne das volle Geld.
Was man in Córdoba oder Carlos Paz für 30.000 Dollar bekommt
Die konkreten Beispiele liegen auf dem Tisch. Immobilien ab 30.000 Dollar, Sanierungsobjekte für 37.000, 39.000 und 43.000 Dollar. In Carlos Paz, dem zweitgrößten Ferienort des Landes nach Mar del Plata, mit 70.000 Einwohnern, die sich in der Hochsaison auf 500.000 vervielfachen, gibt es Wohnanlagen in Hanglage mit Seeblick, zwanzig Minuten von Córdoba über die Autobahn entfernt. Das Problem ist nicht der Preis, sondern das Wasser. Man muss herausfinden, wie die Wasserversorgung bestellt ist, bevor man unterschreibt.
Wer nicht das volle Geld hat, für den bleibt die Miete als Alternative. In Mittelstädten sind die Preise niedrig und ein Auto ist nicht nötig. In kleinen Dörfern kann man direkt für Beträge mieten, die in Spanien nicht einmal die Nachbarschaftsgebühren decken würden. Es gibt auch Wohnungsgenossenschaften, bei denen man in Etappen einzahlt, bis der Kauf abgeschlossen ist.
Das Problem ist nicht der Preis, sondern die Entfernung und die Infrastruktur
Hier bekommt das Schnäppchen Risse. In Patagonien sind 300 Kilometer „ganz in der Nähe“. Zwischen einem Dorf und dem nächsten können zwei oder drei Fahrstunden vergehen, ohne dass man jemandem begegnet. Für einen Arztbesuch mit echter medizinischer Versorgung sind mindestens 300 oder 400 Kilometer nötig. Das meistverkaufte Fahrzeug des Landes ist ein Pickup-Truck, und das sagt einiges über seinen Einsatzzweck.
Der Vergleich mit Spanien ist unvermeidlich. Hier gibt es alle paar Kilometer eine Tankstelle; dort in weiten Gebieten alle drei bis vier Fahrstunden. Das spanische Netz öffentlicher Dienste ist trotz aller Mängel weltweit eine Ausnahme, was die flächendeckende Verfügbarkeit angeht. Wer in Argentinien ein günstiges Landgut kaufen will, sollte sich fragen, was es wirklich kostet, dort zu leben, wo der Klempner erst in zwei Monaten kommt.
Die Rechnung, die überrascht: Löhne, Steuern und Export
Der andere Faktor sind die Produktionskosten. Ein Softwareprojekt, das in New York 200.000 Dollar, in Madrid 80.000 Dollar und in Indien 12.000 Dollar kosten würde, wird in Argentinien für 1.500 Dollar abgeschlossen, laut einer Rechnung, die im Forum kursiert. Die lokalen Löhne sind international lächerlich niedrig, was jede Tätigkeit verbilligt, die Arbeitskräfte benötigt. Wer Kapital mitbringt und auf einem Landgut produzieren will, für den spricht dieser Vorteil. Wer Arbeit sucht, für den spricht er gegen ihn.
Dazu kommt die Besteuerung. Argentinien war das einzige Land, das Exportabgaben erhebt, eine Maßnahme, die die großen Rohstoffe —Soja, Weizen, Mais— betrifft und derzeit überprüft wird. Die Produktion vom Hof zu bekommen, ganz zu schweigen vom Land, ist äußerst schwierig. Der argentinische Landsektor hat keine Agrarindustrie über das Getreide hinaus entwickelt, während Chile oder Peru auch viel kleineren Produkten Wert verliehen haben.
Der Vergleich, den niemand ziehen will: Teruel oder Zamora
Die Frage, die im Raum steht, ist, warum jemand 50.000 Dollar für ein Landhaus am Ende der Welt zahlen würde, wenn er für 70.000 oder 80.000 Dollar eines in Teruel oder Zamora bekommt, mit Gesundheitsversorgung, Bildung und Dienstleistungen höchstens eine Stunde entfernt. Die Antwort lautet: Es gibt keine einzige Antwort. Wer Natur, mildes Klima und eine andere Gesellschaft sucht, findet in Córdoba etwas, das Teruel nicht bietet. Wer Sicherheit sucht, für den kehrt sich die Rechnung um.
Der Preis für argentinisches Land ist kein Schnäppchen: Er ist der Preis der Entfernung, des fehlenden Kredits und der fehlenden Infrastruktur. Wer das versteht, kauft gut. Wer nur die Zahl sieht, erlebt die Überraschung zwei Monate später.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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