Günstige Drucker: Patronen für 1 Euro senken Kosten

HP-Tintenpatronen kosten 20 Euro und reichen für 120 Seiten (17 Cent pro Seite). Kompatible Brother-Patronen reduzieren die Kosten auf 5 Cent pro Kopie.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Günstige Drucker: Patronen für 1 Euro senken Kosten
Drucken zu Hause kostet je nach Drucker 17 oder nur 5 Cent pro Kopie

Ein vier Monate im Originalkarton gelagerter Drucker wird während eines Umzugs wieder installiert. Die Treiber funktionieren auf zwei verschiedenen Computern, das Gerät startet problemlos. Doch der Schwarzton fehlt: Es werden nur Blau, Gelb und Magenta gedruckt. Wer dies mit einem HP 3070A erlebte, weiß es als Warnung und fasst die erste Lektion des häuslichen Druckverbrauchs zusammen: Der Preis des Geräts ist nebensächlich.

Das Geld liegt in der Tinte. Eine 15-Kubikzentimeter-Patrone eines Basis-HP-Modells kostet 20 Euro und reicht maximal für 120 Schwarz-Weiß-Kopien. Das sind 17 Cent pro Seite. Mit einer zusätzlichen Bedingung: Wenn tagelang nicht gedruckt wird, trocknet die Tinte ein und die halbvolle Patrone landet im Müll. Die Rechnung geht nicht auf.

Warum ein billiger Drucker pro Kopie teuer wird

Die Herstellerlogik täuscht niemanden, der rechnet: Hardware verschenken, Verbrauchsmaterial verkaufen. Ein 40-Euro-Drucker kann jahrelang ohne mechanische Probleme laufen – manche nutzen ihn fünf- bis sechsmal in drei Monaten wie am ersten Tag –, aber die offizielle Patrone frisst die Ersparnis auf. Käufer, die durchrechneten, stellten fest, dass die Kosten pro Schwarz-Weiß-Kopie bei 17 Cent liegen, weit über dem, was der Etikettenpreis suggeriert.

Der Wechsel zu kompatiblen Patronen ändert die Lage, auch wenn nicht immer reibungslos. Die häufigste Beschwerde betrifft HP: Offizielle Schwarzpatronen um 40 Euro gegenüber 17 Euro für Generika, sowie Modelle, die nach monatelanger Lagerung unerklärlich eine Farbe nicht mehr drucken.

Der dominierende Heimdrucker: Brother und seine 1-Euro-Patrone

Angesichts dieser Rechnungen tauchte ein Name beharrlich auf: Brother. Das DCP-J315W, ein Multifunktionsgerät mit WLAN, Scanner und Kopierer, wurde zum Referenzmodell. Sein Trumpf war nicht das Gerät selbst, das zwischen 65 und 72 Euro kostet, sondern das Verbrauchsmaterial: Kompatible Patronen gibt es für knapp über einen Euro pro Stück, in Paketen von 12 für 12 Euro. Mit diesen Zahlen sinken die Kosten pro Kopie auf 5 oder 6 Cent.

Das Kleingedruckte kam mit der Zeit. Als der Drucker aus dem Programm genommen wurde, übernahmen Modelle wie das DCP-J132W oder DCP-197C für etwa 65 Euro, mit denselben Patronen und demselben Trick: Ein automatisches Druckkopf-Reinigungsprogramm, das fast täglich aktiviert wird, um das Eintrocknen der Tinte zu verhindern. Der Haken: Dieser Vorgang verbraucht Tinte, und wenn nur eine Farbe leer ist, verweigert das Gerät den Druck, sogar in Schwarz-Weiß.

Der Chip-Trick zur weiteren Senkung der Patronenkosten

Hier zeigt sich das auffälligste Detail der häuslichen Sparmaßnahmen. Bestimmte kompatible Patronen – darunter LC121 und LC123 – enthalten einen Chip, den der Drucker ab Werk ablehnt. Die Lösung, durch Versuch und Irrtum dokumentiert, besteht darin, den Chip aus einer Originalpatrone zu entfernen und in die kompatible einzusetzen. Es funktioniert, erfordert aber bei jedem Wechsel einen erneuten Eingriff.

Elektronisches Heimwerker-Geschick, um Centbeträge zu sparen. Wer sucht, findet zudem Auktionspakete mit schwarzer Tinte, die günstiger sind als Farbpacks im allgemeinen Onlinehandel.

Laser oder Tinte? Die Patrone, die nicht austrocknet

Für Gelegenheitsdrucker deuten einige Stimmen auf den anderen Weg hin: den Laserdrucker. Tonerpulver ist kein Flüssigkeitsmedium und trocknet nicht ein, auch wenn das Gerät einen Monat lang nicht genutzt wird. Darin liegt sein Vorteil: Immer bereit und ohne Staus. Der Nachteil ist der Preis. Ein Satz von vier Tonerkartuschen für einen Samsung C1810W kostet rund 190 Euro, einzelne Kartuschen können über 70 Euro kosten. Die Falle dreht sich um: Teureres Gerät, Verbrauchsmaterial hält ewig, kostet aber so viel wie ein neuer Drucker.

Die Alternative, die kaum jemand in Betracht zieht: Nicht zu Hause drucken

Vor dem Kauf stellt sich eine unbequeme Frage. Wie viele Seiten werden wirklich pro Jahr zu Hause gedruckt? Es gibt eine Option, die fixe Kosten in variable umwandelt: der lokale Copyshop. Eine Datei per USB-Stick mitnehmen oder per E-Mail senden und ausgedruckt abholen, ist oft günstiger als Drucker, Patronen und Reparaturen abzuschreiben. Die einzige Bedingung ist, das Stadtzentrum großer Metropolen zu meiden, wo der Preis pro Kopie explodiert.

Am anderen Ende steht das externe Tintensystem. Ein Modell wie der Epson TX 430W mit vier nachfüllbaren Farben kostet etwa 110 Euro und reicht für 8.000 Farbdrucke ohne scheinbare Wartung.



Und hier die überraschende Tatsache: Der günstigste Drucker auf dem Markt nutzt die teuersten Patronen, und der teuerste Anschaffungspreis bedeutet die langlebigsten Patronen. Der Hersteller verkauft kein Gerät. Er verkauft ein Abo für Tinte.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (105 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver