Gold übersteigt 2.500 Euro: Blasen-Gefahr wächst

Goldpreis steigt von 1.800 auf 2.500 Euro pro Unze trotz hoher Zinsen in den USA. Argumente für und gegen eine weitere Rally oder einen Platzen der Blase.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Gold übersteigt 2.500 Euro: Blasen-Gefahr wächst
Gold bei 2.500 Euro: Der Anstieg, den niemand Blase nennen will

Der Goldpreis ist innerhalb weniger Monate von 1.800 auf 2.500 Euro pro Unze gestiegen, während die Leitzinsen der US-Notenbank Fed bei 5 % und jene der Europäischen Zentralbank (EZB) bei 4,25 % liegen. Diese Paradoxie verwirrt selbst erfahrene Anleger: Wenn Edelmetalle normalerweise fallen, wenn die Zinsen steigen, warum notiert Gold dann auf historischen Höchstständen? Die unter Investoren kursierende Erklärung deutet auf einen stillen Verfall der Fiat-Währungen hin, nicht auf eine tatsächliche Stärke des Goldes. Wer im Jahr 2015 Unzen zu 1.050 Euro kaufte, kann sie heute für mehr als 2.200 Euro verkaufen. Die Frage lautet nicht mehr, ob Gold steigt, sondern wann es damit aufhört.

Das offizielle Argument: Sinkende Zinsen und anhaltende Kriege

Die vorherrschende These besagt, dass zukünftige Zinssenkungen dazu führen werden, dass Anleger Zuflucht im Gold suchen. Bei Zinsen von 5 % in den USA und 4,25 % in der Eurozone ist der Preis von 1.800 auf 2.500 Euro geklettert. Einige Analysten prognostizieren Senkungen bis auf 1 % in den kommenden Monaten, sofern keine Krise eintritt, während andere warnen, dass Krisen sich nicht ankündigen: Sie kommen, wenn man sie am wenigsten erwartet.

Hinzu kommt das geopolitische Umfeld. Aktive internationale Konflikte und die Prognose einer bevorstehenden Rezession in den Vereinigten Staaten – oft im Zusammenhang mit dem sogenannten Sam-Law-Effekt erwähnt – steigern die Nachfrage nach sicheren Häfen. Die während der Pandemie angehäuften öffentlichen Schulden, einschließlich außerordentlicher Fonds wie Next Generation EU mit 750 Milliarden Euro, haben massive Liquidität in das System gepumpt. Das Argument ist einfach: Je mehr Papiergeld, desto geringer sein Wert.

Die gegenteilige Warnung: Wenn alle hinschauen, bricht der Boden weg

Der Skeptizismus folgt seiner eigenen Logik. Ein exponentieller Anstieg, der bereits zu lange dauert, die Tatsache, dass jeder über weitere Steigerungen spricht – für manche ein klares Alarmsignal – und das mögliche Ende der Inflation, was das Metall als Schutzschild weniger attraktiv machen würde. Die Geschichte der Blasen lehrt, dass übermäßiger Konsens oft Korrekturen vorausgeht.

Das stärkste Gegenargument leugnet den Anstieg nicht, sondern relativiert ihn. Gold steigt nicht: Die bunten Scheine sind es, die an Wert verlieren. Wer 2015 Unzen zu 1.050 Euro kaufte, besitzt heute Werte über 2.200 Euro. Die durchschnittliche jährliche Rendite liegt bei über 10 % und schlägt den S&P 500 im gleichen Zeitraum, so die Ansicht eines Marktteilnehmers. Für diese Strömung ist das Metall keine Investition zum Gewinnen, sondern eine Versicherung gegen Verluste.

Die Rechnung, die den Mythos des reinen Zufluchtsorts entkräftet

Die unbequemeste Analyse stammt von jenen, die behaupten, Gold sei nicht nur ein Zufluchtsort, sondern ein Vermögenswert mit einer höheren Rendite als Immobilien oder Aktien, abgesehen von Spekulationsblasen. Der Vergleich mit dem S&P 500 ergibt eine durchschnittliche jährliche Steigerung von über 10 % für das Metall, ein Faktum, das laut dieser Sichtweise die Idee widerlegt, dass Gold nur die Kaufkraft erhält.

Aber der Teufel steckt im Detail beim Verkauf. Transaktionsgebühren, Einkommensteuer und Grunderwerbsteuer können zusammen über 21 % ausmachen, auch wenn der Kauf steuerlich begründet wird, argumentiert ein Teilnehmer. Befürworter von physischem Gold führen an, dass es Gewinne ohne die vollständige Überwachung anderer Anlagen ermöglicht, obwohl die Gesetzgebung die Erklärung von Kapitalgewinnen vorschreibt. Die Differenz zwischen dem Börsenkurs und dem tatsächlichen Kauf- bzw. Verkaufspreis – der Spread – ist ein weiterer Faktor, der laut diesem Teilnehmer die endgültige Rendite erodiert.



Die Debatte um Gold ist nicht abgeschlossen. Bei Zinsen von 5 % in den USA und 4,25 % in der Eurozone ist der Preis von 1.800 auf 2.500 Euro gestiegen. Die Prognose von Senkungen bis auf 1 %, falls keine Krise eintritt, kollidiert mit der Warnung, dass Krisen ohne Vorwarnung kommen. Wer 2015 Unzen zu 1.050 Euro kaufte, verkauft sie heute für mehr als 2.200 Euro. Die Frage, die niemand vollständig beantwortet, ist, ob der nächste Schritt ein weiterer Sprung oder die Korrektur ist, die viele erwarten.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (143 Antworten).

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