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Bitcoin: 288.000 Zahlungen täglich, mehr Strom als die Schweiz
Das Bitcoin-Netzwerk verarbeitet 288.000 Transaktionen pro Tag und verbraucht mehr Energie als die Schweiz. Berechnungen zur tatsächlichen Nutzbarkeit als Zahlungsmittel entlarven die Versprechen.
Bitcoin verarbeitet 288.000 Zahlungen täglich und verbraucht mehr als die Schweiz
Es gibt eine unbequeme Methode zu prüfen, ob ein Geld funktioniert: man versucht, es zu nutzen. Das Bitcoin-Netzwerk bewegt etwa 2.000 Transaktionen pro Minute, das sind 288.000 am Tag, und sein Betrieb kostet mehr Strom als die ganze Schweiz verbraucht. Ein ganzes Land an Energie für einen Dienst, der bei Belastung schnell an seine Grenzen stößt.
Mit diesen Zahlen auf dem Tisch ist die Frage keine philosophische mehr. Kann etwas, das nicht einmal den Zahlungsverkehr einer mittelgroßen spanischen Stadt bewältigt und in Stoßzeiten Wartezeiten erzwingt, als Geld der Zukunft bezeichnet werden? Es geht hier nicht um Glaube, sondern um Arithmetik.
288.000 Zahlungen täglich: Kapazität für eine Stadt mit 144.000 Einwohnern
Die Rechnung ist einfach und brutal. 288.000 tägliche Transaktionen reichen für eine Stadt mit 144.000 Einwohnern – vergleichbar mit Huelva –, wenn jeder Bürger zwei Zahlungen pro Tag tätigt. Kein Puffer, keine Reserve. Und in den Stoßzeiten verzögert sich die Zahlungsabwicklung um Stunden.
Übersetzt bedeutet das: Das System steht kurz vor dem Kollaps bei der Aktivität einer mittelgroßen Stadt. Für eine größere Stadt oder mehrere Länder gleichzeitig geht die Rechnung nicht auf. Es gibt keine Autobahn mit mehr Spuren: Es gibt nur die vorhandenen, und sie sind wenige. Jede Alternative der zweiten Ebene benötigt zudem mindestens eine Validierung in der Hauptkette.
Wie lange würde ein Land brauchen, um sein gesamtes Geld in Bitcoin umzuwandeln?
Hier werden die Zahlen zu einem schlechten Scherz. Die 162 Tage, die Spanier bräuchten, um ihr Fiat-Geld in Bitcoin zu tauschen, wenn das Netzwerk ausschließlich ihnen gewidmet wäre, sind nur der erste Abschnitt. Fast 5 Jahre würden die Einwohner der Europäischen Union für denselben Vorgang benötigen. Und 71 Jahre wären nötig, um das Geld des gesamten Planeten zu migrieren.
In diesem Zeitraum würden weiterhin Menschen geboren, die ihre eigene Ersttransaktion benötigten, während das Netzwerk keine anderen Zahlungen bearbeiten würde. Als Zahlungsmittel existiert es in dieser Zeit nicht. Die oft wiederholte Zahl – 73 Jahre ununterbrochen, Minute für Minute, ohne einen einzigen Ausfall – ist eine Geduldsprobe, die kein reales monetäres System je von seinen Nutzern verlangt hat.
Warum wird Bitcoin als Wertaufbewahrungsmittel und nicht als Zahlungsmittel bezeichnet?
Die Antwort der Befürworter lautet, dass das Hauptziel nicht der Wettbewerb mit Kartennetzwerken ist, sondern die Funktion als Wertaufbewahrungsmittel aufgrund der begrenzten und bekannten Emission. Die drei klassischen Funktionen des Geldes – Zahlungsmittel, Recheneinheit und Wertaufbewahrungsmittel – werden getrennt, und es wird anerkannt, dass das Asset in der dritten Funktion glänzt.
Die Fähigkeit, Operationen zu verarbeiten, habe sich verbessert, argumentieren sie, durch Segwit, das Batching – das Bündeln mehrerer Zahlungen in einer Transaktion – und das Lightning-Netzwerk, das im Wesentlichen dem Ausstellen von Schecks entspricht, nicht deren Einlösung. Auch experimentiert man mit parallelen Ketten darüber. Das Problem ist, dass nichts davon die Eingangsschlange eliminiert, und das Abrechnen in Bitcoins bleibt eine Seltenheit.
Die Energiekosten: Mehr als die Schweiz für keinen vollen Service
Der zweite Pfeiler des Arguments ist elektrischer Natur. Der Betrieb des Netzwerks übersteigt den Verbrauch eines Landes wie der Schweiz, und mit diesem Aufwand könnten die Zahlungen einer Stadt mit über 100.000 Einwohnern nicht ohne Wartezeiten abgedeckt werden. Energie kommt in die Diskussion aus der unbequemen Perspektive: nicht wegen dem, was sie ermöglicht, sondern wegen dem, was sie nicht leistet.
Die übliche Entgegnung ist, dass Gold null Zahlungen verarbeitet und niemand Geschwindigkeit von ihm erwartet. Stimmt. Aber Gold zieht kein Protokoll nach sich, das seine maximale Kapazität durch Design festlegt, und hier bricht die Symmetrie zusammen: Was im einen Fall eine technische Einschränkung ist, ist im anderen einfach eine physikalische Eigenschaft.
Tether und konzentriertes Mining: Die vernachlässigten Themen
Es gibt zwei Schatten, die selten direkt betrachtet werden. Der erste ist Tether, die Stablecoin, die laut einigen Analysen die alltägliche Schwachstelle des Ökosystems darstellt: eine Einheit, die möglicherweise nicht einmal durch Fiat-Geld gedeckt ist und als buchhalterische Stütze dient, um das Gesamtbild zu tragen. Es gibt keine offizielle Klärung, die diesen Verdacht bestätigt, aber auch keine Daten, die ihn vollständig widerlegen.
Der zweite ist das Ungleichgewicht beim Mining, wo die Rechenleistung geografisch stark konzentriert ist. Jahrelang wurde dies als das größte Risiko verkauft – der gefürchtete 51%-Angriff – und heute kaum noch erwähnt. Dass ein Problem nicht mehr diskutiert wird, bedeutet nicht, dass es gelöst ist.
Die Diskussion über den Preis und die Diskussion über den Wert finden weiterhin nicht zusammen, und dort liegt der Knotenpunkt. Ein Asset kann jahrelang steigen, ohne dass dies beantwortet, ob es zum Bezahlen von Brot taugt. Wie viel muss der Dienst versagen, damit man ihn nicht mehr als Geld, sondern als etwas anderes bezeichnet?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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