Gold-Projektion von 7.000 Dollar spaltet den Markt

Gold nähert sich 100 Euro pro Gramm; José Luis Cava prognostiziert 7.000 Dollar je Unze. Seit 1992 übertraf der S&P 500 Gold deutlich.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Gold-Projektion von 7.000 Dollar spaltet den Markt
Cavas Gold-Ziel von 7.000 Dollar im Konflikt mit einer Dekade Stagnation

Das Gold wird auf 7.000 Dollar pro Unze steigen. Vielleicht sogar auf 21.000. Diese Prognose stammt vom Analysten José Luis Cava und erscheint mitten in einem Anstieg des Metalls, wobei das Gramm bereits die Marke von 100 Euro streift. Das Problem bei der Euphorie ist ein anderes: Der Preis hat sich seit über zehn Jahren kaum bewegt, während Aktien ihn überholt haben. Beides stimmt, und welches Argument schwerer wiegt, entscheidet den nächsten Schritt.

Woher kommen die 7.000 und 21.000 Dollar?

Die These ist nicht industrieller, sondern monetärer Natur: Gold steigt, weil Fiat-Geld durch Druckerei entwertet wird. Cava treibt dies auf die Spitze mit einer Spanne von 7.000 bis 21.000 Dollar pro Unze. Andere Stimmen zeigen in dieselbe Richtung: Einige sehen das Metall Ende 2026 bei 7.000 Dollar und Silber bei 700, andere kündigen einen „riesigen“ Rallye an, der kurz vor dem Start steht.

Nicht alle kaufen diese Erzählung. Der Sprung auf 21.000 stützt sich laut einem Teilnehmer, der die Zahlen überprüft hat, auf eine fehlerhafte Dreisatzrechnung. Die hohe Zahl beruht mehr auf Glauben als auf Arithmetik.

Das Jahrzehnt, in dem Gold gegen Aktien verlor

Die Daten, die Befürworter am meisten beunruhigen, sind die langfristigen. Ausgehend von 10.000 Euro, die im Februar 1992 in den S&P 500 investiert wurden, wäre dieses Kapital bis Juli 2025 auf 324.631 Euro angewachsen. In Gold wären es 175.642 Euro gewesen. Der Index lag um 314 % besser.

Und dies ist kein Einzelfall. Das Metall durchlief eine erste Wüstenwanderung zwischen 1995 und 2005 und eine zweite, noch schmerzhaftere zwischen 2012 und 2022: ein ganzes Jahrzehnt, in dem Gold nicht nur nicht stieg, sondern fiel. Wer 2012 zu Höchstpreisen kaufte, wartet seit dreizehn Jahren.

Daher die häufigste Antwort der Anhänger: Gold steigt nicht, die Währungen fallen. Jedes Mal wenn gedruckt und abgewertet wird, bleibt der Unzenpreis gleich, aber der Schein verliert an Wert.

Warum steigt Gold, wenn die Wirtschaft gut läuft?

Weil die Inflation, die man im Geldbeutel spürt, nicht mit der offiziellen übereinstimmt, argumentieren die Metallbesitzer. Als Beispiel dient eine unbequeme Berechnung: Der Warenkorb hätte sich in Spanien innerhalb eines Jahres um 36 % verteuert, ein Prozentsatz, der im CPI (Verbraucherpreisindex) nicht korrekt abgebildet wird. Wenn die Lebenshaltungskosten in diesem Tempo steigen und Gold nahe 100 Euro pro Gramm notiert, ergibt sich die Rechnung von selbst.

Schulden als Argument: bis zu 33.300 Dollar pro Unze

Die ambitionierteste Überlegung blickt nicht auf die Gegenwart, sondern auf die Verbindlichkeiten. Nach einer der kursierenden Berechnungen wird die öffentliche Verschuldung des Westens auf 70 bis 80 Billionen geschätzt; das weltweit verfügbare Gold beträgt etwa 210.000 Tonnen, was 6,75 Milliarden Unzen entspricht. Würde das Metall als Sicherheit genutzt, um nur einen Teil dieser Schulden zu decken, läge der Gleichgewichtspreis pro Unze bei: 11.100 Dollar bei 10 % Deckung, 22.200 bei 20 % und 33.300 bei 30 %.

Auf dieser Basis wird eine weitere Hypothese hinzugefügt: dass das US-Finanzministerium den Goldpreis unilateral neu bewertet, um seine Bilanz zu entlasten, was die Unze über 20.000 Dollar treiben würde. Niemand hat dies getan. Aber am Markt berechnen einige, dass mehr als 30 Papier-Unzen für jede physische Unze im Umlauf sind, was den Mechanismus zu mehr als einer Fantasie macht.

Konfiskation, CBDC und unverkäufliches Gold

Das Risiko, über das kaum jemand spricht, ist nicht der Preis, sondern der Ausstieg. Die USA verboten den Goldbesitz zwischen 1933 und 1974: Wer es versteckte, starb ohne Zugriff darauf. Die moderne Bedrohung hat einen anderen Namen: der programmierbare digitale Euro, der begrenzen kann, wo und was gekauft wird. Mit Gold bei 200.000 Dollar, so argumentieren die Pessimisten, würde der Staat Privatpersonen nicht erlauben, es ruhig zu halten. Das Metall würde im Tresor glänzen, nicht auf dem Girokonto.

Gehalt gemessen in Unzen

Es gibt eine kältere Sichtweise. Laut Zeugnis eines Teilnehmers kauft ein Gehalt, das sich in fünfzehn Jahren verdoppelt hat, heute fünfmal weniger Unzen als damals. Gemessen in Gold hat sich die Kaufkraft rasant verschlechtert. In derselben Logik behaupten einige, dass der Wohnimmobilienpreis in Unzen gesunken sei, und manche warten auf den Tag, an dem Stadtteilwohnungen gegen eine Handvoll Münzen getauscht werden.

Die Grundwette scheint klar: Gold steigt, weil Papier fällt, nicht umgekehrt. Wie viel und wann bleibt unbekanntes Terrain.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (253 Antworten).

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