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Gold fällt um 16%: Blase oder letzter sicherer Hafen?
Gold verzeichnet einen Rückgang von 16% vom Höchststand bei 4.454 Euro. Ist es eine Spekulationsblase oder der letzte Schutz gegen den Kollaps des Fiat-Geldes? Die Fakten zur Debatte.
Gold bei 4.500 Euro: Blase oder letzte Rettung vor dem Papiergeld
Gold ist eine Blase. Für manche Analysten gilt das schon, seit der Kurs des Metals weit über die Inflation und die Kaufkraft auf der Straße gestiegen ist. Das Problem ist jedoch, dass der Markt den Käufern jahrelang recht gegeben und den Warnern unrecht getan hat. Bei einem Unzenpreis von 4.500 Euro lautet die Frage nicht mehr, ob Gold überteuert ist, sondern wie schnell dieser Zustand enden könnte.
Die skeptische These: Ein Metall ohne Ertrag
Das Kernargument ist simpel und schwer zu widerlegen: Gold produziert nichts, zahlt keine Dividenden und generiert keinen Cashflow. Sein Preis hängt ausschließlich davon ab, was ein anderer dafür zu zahlen bereit ist. Wenn der Kurs stark über der Inflation liegt, gibt es laut den vorsichtigen Analysen keinen intrinsischen Wert, sondern reine Spekulation. Das klassische Beispiel: Eine Unze kaufte zur Römerzeit ein Pferd und tut dies auch heute noch. Exakt dieselbe Menge Metall, null Produktion. Für diese Gruppe bietet der globale Aktienmarkt eine zusätzliche jährliche Rendite von 2–3%, die im Zinseszinseffekt das gelbe Metall ins Abseits stellt.
Doch es gibt einen Nuance, die Zahlen nicht lösen können. Wer zwei Unzen, gekauft für 1.000 Schweizer Franken im Jahr 2011, während des Anstiegs für 4.000 Franken verkaufte, erzielte 6.000 Franken Nettogewinn. Ohne Bürokratie, ohne Steuern. Bei einer durchschnittlichen Inflation von 0,4% pro Jahr in diesen fünfzehn Jahren klingt das Argument „produziert nichts“ wie ein Lehrbuchdogma.
Reale Fälle entkräften die Theorie der Illusion
Der beste empirische Beweis liefert die Entwicklung eines 50-Gramm-Barrens in Zaragoza (Spanien). Im Januar 2021 für 2.600 Euro gekauft, entspräche sein heutiger Wert nach Anpassung an den CPI des INE 3.182 Euro. Der aktuelle Angebotspreis in einem physischen Geschäft liegt bei etwa 7.453 Euro für den Kauf und 6.869 Euro für den Verkauf. Das ist dreimal so viel wie die Inflationsrate in fünf Jahren. Dass es eine Blase sein könnte, mag stimmen; dass es nur theoretisch so aussieht, nicht.
Die radikalere Strömung geht weiter: Gold ist keine Investition, sondern eine Versicherung gegen den Zusammenbruch des Fiat-Systems. In dieser Lesart gibt es historische Beispiele en masse: ungültige Pesetas der Republik, deutsche Mark, die nicht einmal als Feuerholz taugten, Bürgerkriegsflüchtlinge, die Schmuggler mit Gold bezahlten, um Grenzen zu überqueren, und Märkte in Simbabwe, die mit Feinwaagen und Goldstaub operierten. Bitcoin versucht Ähnliches digital, aber für die Hardliner unter den Goldanlegern bleibt es ein unmöglicher Bluff.
Die Korrektur kam, der Rebound macht alles kompliziert
Die Warnung wurde ausgesprochen, als die Unze bei 4.454 Euro stand. Die erste Reaktion des Marktes war ein Rückgang von 5% an einem Tag und fast 10% in den folgenden Wochen. Dann folgte mehr: ein Minus von 13% seit Beginn der Warnung und 16% vom Höchststand. Genau als die Skeptiker sich die Hände rieben, erholte sich das Metall innerhalb von zwanzig Tagen und lag nur noch 15% unter dem alten Rekord. Die Korrektur war real, aber nicht endgültig.
Inzwischen kam der Gegenpunkt aus der Bewertung der Börsen: Der S&P 500 handelt mit einem höheren Shiller-KGV als 1929, und einige argumentieren, dass ein so teurer Aktienmarkt mehr Angst einflößt als Gold, mitten in einer Ära sinkender Fiat-Währungen. Die jüngere Geschichte zeigt wechselnde Zyklen. 1981 war es logisch, Gold zu verkaufen und Aktien zu kaufen; 2011 genau umgekehrt. Niemand weiß, an welchem Punkt dieser Achterbahnfahrt wir uns gerade befinden.
Wenn das Finanzsystem hält, werden die Skeptiker ihre Revanche bekommen und Gold wird sich wie immer anpassen. Wenn das System wirklich aus dem Ruder läuft, brauchen die Käufer des Metalls keine Argumente: Sie haben es in der Hand. Beides kann nicht gleichzeitig wahr sein, und genau dieses Dilemma macht Gold heute zur unbequemsten Anlageklasse am Markt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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