Gold bricht fünf Jahre Stagnation und erreicht 1.511 Dollar

Gold steigt 2019 von 1.320 auf 1.511 Dollar, Silber übersteigt 17 Dollar; Ziel bei 1.640 Dollar und Debatte über Manipulation offen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Gold bricht fünf Jahre Stagnation und erreicht 1.511 Dollar
Vom Stillstand zu 1.511 Dollar: Gold erwacht nach fünf Jahren Flaute

Wie lange kann ein stagnierender Vermögenswert aushalten, bevor seine Investmentthese zum Glaubensakt wird? Der Goldpreis war jahrelang um 1.320 Dollar pro Unze gefangen – so stand es 2018 –, und viele Anleger begannen laut zu fragen, ob dem Edelmetall die Argumente ausgegangen seien. Die Antwort kam im Laufe des Jahres 2019: Vom Stillstand ging es über die Marke von 1.400 Dollar bis hin zu einem Hoch von 1.511 Dollar, und Silber, der ewige Nachzügler, sprang über die 17-Dollar-Marke. Die alte Debatte – wer den Preis bewegt, warum Zinserhöhungen der Fed ihn nicht mehr bremsten und wie hoch er steigen könnte – kehrte mit neuer Stärke zurück.

Wie stark ist der Goldpreis seit 1970 gestiegen?

Der historische Vergleich gibt jedem Schlagzeile die nötige Perspektive. Eine Unze kostete 37 Dollar im Jahr 1970, 360 Dollar im Jahr 1990 und etwa 1.320 Dollar im Jahr 2018. Das ist fast das Vierzigfache des Ausgangspreises in einem halben Jahrhundert, aber mit einer Entwicklung in Sprüngen, die den täuscht, der nur auf das letzte Stück schaut.

Die großen Höchststände von 1980 wurden aus den Tiefstständen von 1970 heraus aufgebaut. Danach fiel das Metall bis August 2001, von wo aus die Erholung begann, die 2011 endete. Unter dieser Lesart war der sogenannte Stillstand nichts weiter als eine Seitwärtsphase innerhalb eines langen Zyklus: Ein Vermögenswert, der stark gestiegen war, korrigiert hatte und den Überschuss verdaute. Die Schlussfolgerung, die die Verteidiger des Metalls wiederholen, ist einfach: Um Gold zu beurteilen, muss man den Chart über hundert Jahre betrachten, nicht den des letzten Quartals. Stimmt, aber das zahlt auch nicht die Rechnungen dessen, der 2011 am Hochpunkt kaufte und seit einem Jahrzehnt im Minus liegt.

Warum fünf Jahre flacher Preis kein Versagen waren

Der häufigste Vorwurf war direkt: Fünf Jahre stagnieren und es trotzdem noch Investition nennen. Die Gegenantwort kam in Form von Daten. Die Normalisierung der Zinssätze begann im Dezember 2015, genau als Gold mehrjährige Tiefststände um 1.050 Dollar markierte und nicht wenige Abstürze Richtung 750 Dollar ankündigten.

Es geschah das Gegenteil. Jede Zinserhöhung der Fed traf auf einen Aufwärtstrend, der nicht brach, was die alte Lehrbuchgleichung – Zinsen hoch, Gold runter – entlarvte, die viele ohne große Bedenken anwendeten. Hier lag die wahre Kernfrage: Hat sich der Rahmen genug verändert, damit das alte Muster nicht mehr funktioniert? Niemand mit Verstand setzte sein Vermögen darauf, dass das Lehrbuch gültig bleibt, aber es fehlten auch nicht jene, die warnten, dass das Verwechseln einer Erholung mit einem Regimewechsel der schnellste Weg zur Pleite sei.

Das Gold-Silber-Verhältnis: Die ewige unerfüllte Versprechung

Das meistbeachtete Barometer war das Verhältnis zwischen beiden Metallen. Bei Werten über 80:1 schien Silber rein rechnerisch günstig, und mehrere Analysen behaupteten, die Chance liege hier, nicht beim Gold. Die Optimisten, unter Berufung auf Studien von Eric Sprott, argumentierten, das Verhältnis könnte auf 16:1 fallen, ein Sprung, der Silber rasend schnell multiplizieren würde.

Das Problem, wie die Erfahrenen betonten, ist die Zeit. Ein echtes Peak bei Silber – mit Förderknappheit, intensiver industrieller Nutzung und einem monetären System im Hintergrund – könnte Jahrzehnte brauchen, um sich zu materialisieren. In der Zwischenzeit erfüllte Silber seine Rolle als Sekundärmetall: Es stieg über 17 Dollar, blieb hinter Gold zurück und enttäuschte erneut alle, die stark auf es gesetzt hatten. Die These ist auf dem Papier solide; der Kalender ist gnadenlos.

Zentralbanken, China und Russland: Wer kauft wirklich?

Eines der meistzitierten Datenpunkte war die Tropfen-Käufe offizieller Stellen: Im Januar wurden zehn Zentralbanken gezählt, die ihre Reserven mit Gold aufstockten. Bemerkenswert war nicht der Kauf Chinas, den viele erwartet hatten, sondern dass die chinesische Zentralbank beschloss, ihre Bewegungen aktuell zu melden, was als Änderung der Kommunikationsstrategie interpretiert wurde.

Russland seinerseits hätte sechs Tonnen Gold gekauft, bevor der Preis die 1.400-Dollar-Marke überschritt. Parallel dazu trieben Moskau und Peking alternative Zahlungssysteme zum Dollar voran, und Handel in Rubel wurde als absolute Priorität dargestellt. Das technische Detail, an das jemand erinnerte, ist, dass der in Shanghai festgelegte Goldpreis in Yuan pro Gramm gehandelt wird: Eine Umrechnung ergab ein Ergebnis im Einklang mit dem internationalen Markt, ohne die Übertreibungen, die manche andeuteten.

Physisches Gold gegen Papiergold: Das Gegenparteirisiko

Das Misstrauen gegenüber "Papier"-Gold durchzog die gesamte Analyse. Der Grundverdacht war, dass Derivate und Leerverkäufe dienen, um den Preis zu drücken, und dass der Großteil des Goldes, das auf den Finanzmärkten zirkuliert, nicht als Metall existiert. Demgegenüber steht das klassische Argument: Die Menge Gold auf dem Planeten kann nicht hergestellt werden, und das Gegenparteirisiko für physisches Metall existiert nicht.

Daraus leiteten sich Vorsichtsmaßnahmen ab: Wer Metall in Papierform hält, trägt die Bonitätsrisiken eines Dritten, und im Falle eines allgemeinen Kollapses deckt die Einlagensicherung nur bis zu 100.000 Euro pro Kontoinhaber, mit einem fond, der voller Spinnweben ist und nicht genug Geld hat, um eine mittelgroße Bank zu retten.

Steuern, Bargeldlimits und regulatorisches Risiko

Nicht alles war Geopolitik. Auch das Lokale hatte seinen Platz: Es wurde über die Regelung diskutiert, die Barzahlungen bei Beteiligung eines Gewerbetreibenden auf 1.000 Euro begrenzt, ein Verbot, das wie ein Bleigewicht auf denen lastet, die Metalle bar kaufen. Die mildeste Interpretation war, dass es sich um eine weitere Steuerkontrolle handelt; die härteste, dass der Staat den Abfluss von Bargeld versteckt, um zu verhindern, dass der Sparer der Bankenwelt entkommt.

Beim Kauf des Metalls war die übliche Praxis Deutschland: Läden, die sowohl Bullion-Unzen als auch historische Stücke anbieten, ohne direkte Kommunikation mit dem Finanzamt bei bescheidenen Käufen, und mit der Empfehlung, immer eine Rechnung zu verlangen. Die erste echte Warnung kommt beim Verkauf: Wenn der Kursgewinn nicht deklariert wird, schaut das Finanzamt hin.

Die Apokalypse, die nie eintritt

Gegen Ende des Zeitraums wurde der Ton rauer. Die Metalle fielen ins Bodenlose, Silber drohte, Unterstützungslevel zu brechen, und der Repo-Markt spannte sich an. Die Botschaften wechselten zwischen angespannter Ruhe – solange keine Schließung unter bestimmten Niveaus erfolgt, passiert nichts – und der Warnung, dass die nächste Krise die definitive sein werde. Gold war in dieser Lesart nicht der Feind, sondern der Indikator. Mit den Zielen von 1.640 und 1.675 Dollar auf dem Tisch wartete selbst der Skeptiker ab, wer recht haben würde. Und so geht es weiter.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (7338 Antworten).

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