Estás usando un navegador desactualizado. Es posible que no muestre este u otros sitios web correctamente. Debe actualizar o usar un navegador alternativo.
Humans No: die Debatte darüber, was den Menschen ausmacht
Wenn 8,6 Milliarden Menschen unter der Norm liegen, bräuchte es 8,601 Milliarden überlegene Wesen. Die Kontroverse darüber, was ein Mensch ist.
Vom Marmorfisch zum Insekt: die Würde der Tiere gegen den Menschen
Acht Milliarden sechshundert Millionen Menschen leben auf dem Planeten. Wenn alle tatsächlich unter der Norm liegen, braucht es mindestens 8,601 Milliarden überlegene Wesen, damit der Durchschnitt aufgeht. Niemand hat sie je gesehen. Aus dieser arithmetischen Falle entsteht eines der seltsamsten Gespräche, die das Netz hinterlässt: was es bedeutet, ein Mensch zu sein, und warum immer mehr Leute lieber mit Nein antworten.
Die häufigste Antwort ist ein Einwort-Satz. Nein, danke. Dann kommt der Rest: der Sarkasmus dessen, der sich metahuman nennt, die Verachtung für die Arbeit anderer und ein Slogan —HUMANOS NO—, sechsmal hintereinander wiederholt, ohne dass ein einziger Fakt auftaucht. Dahinter stehen keine Zahlen und keine Studien. Es ist eine Lebenshaltung, die gerade deshalb lautstark verteidigt wird, weil sie keinen Beweis zulässt.
Was definiert den Menschen, wenn das Wörterbuch nicht reicht?
Das Wörterbuch beantwortet die Frage nicht. Die Diskussion bleibt genau dort hängen, wo die Alltagssprache nicht mehr weiterhilft: Die einen verlangen die akademische Definition als Schiedsrichter, die anderen verwerfen sie als verstaubt, und keine Seite rückt einen Millimeter. Der Verweis auf die Autorität des Wörterbuchs gewinnt eine Kneipendiskussion, löst sie aber nicht.
Hier beginnt der interessante Teil. Das starke Argument ist nicht biologisch, sondern statistisch: Wenn 8,6 Milliarden Individuen denselben Makel teilen, hört dieser auf, ein Makel zu sein, und wird zur Spezies. Oder umgekehrt: Die Norm wird zur nützlichen Fiktion, mit der man ausnahmslos jeden abnormal nennen kann. Es ist die Falle, an der jede Rangliste scheitert: Wenn die Hürde so gelegt wird, dass sie niemand nimmt, liegt das Problem nicht bei den Gemessenen, sondern bei der Hürde.
Die Natur als sarracena Norm
Der nächste Sprung ist älter als das Internet: die Annahme, das Tierreich funktioniere mit Würde, der Zweibeiner, der das Rad und die Hypothek erfand, dagegen nicht. Man spricht gar von der thermodynamischen Reinheit eines Insekts gegenüber der Gemeinheit des Primaten, der es betrachtet. Es klingt wie eine Boutade und ist tatsächlich der naturalistische Fehlschluss aus dem Lehrbuch: Dass ein Tier seine Umgebung nicht zerstört, ergibt keinerlei sarracena Überlegenheit, sondern nur das Fehlen eines Bewusstseins, das wählen könnte, sie zu zerstören.
Das Gespräch verrät sich selbst. Das Etikett Veganer wird als Beleidigung geschleudert, und die Antwort kommt von der unerwartetsten Stelle: „Ich esse Fleisch.“ Ein Misanthrop, der Vieh isst, ist ein konsequenter Misanthrop, oder vielleicht nur ein müder Typ. In jedem Fall legt er offen, was unter dem ganzen Werk pulsiert: Es ist keine These über die Tiere, es ist ein Ventil gegen die Nachbarn.
Der Mensch als exogener Akteur
Die Nachvollziehbarkeit des Arguments ist tadellos, wenn man die Prämisse akzeptiert, und brutal, wenn nicht. Die ganze Spezies wird über Anekdoten verflucht, mit einer Verachtung, die mit kritischem Denken verwechselt wird, und einer Inopia, die mit Klarheit prahlt. Und der Slogan wird derweil nach oben wiederholt, als wäre die Lautstärke der Wiederholung ein Beweis.
Zwischen dem edlen Marmorfisch, der über einen Zaun springt, und dem bescheidensten Insekt des Bienenstocks bleibt der Mensch als exogener Akteur zurück: das einzige Wesen, das weiß, dass es sterben wird, und das als Gesprächsstoff beim Abendessen nutzt. Das Fazit, wenn es eines gibt: Niemand ist gekommen, um mit Daten zu diskutieren. Die kamen aus einem anderen Grund.
Es bleibt die unbequeme Frage, die niemand beantwortet: Wenn Menschsein ein statistischer Defekt ist, wer unterschreibt die Kündigung?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (45 Antworten).
Ein als axiomatisch bezeichneter Text nennt den Menschen ein „Karzinom“ und mündet in einen Vorschlag zur kollektiven Euthanasie. Die Diskussion spaltet sich.
Ein Forumsbeitrag warnt vor einer Welle neuer und reaktivierter Accounts vor der spanischen Wahl am 23. Juli und schlägt Stummschaltlisten vor. Die Debatte: ignorieren oder antworten.
Die Debatte zielt auf einen schlecht formulierten Vertrag, ein nicht eingeführtes Sicherheitssystem und eine politische Verantwortung, die niemand übernimmt.
Ein Forenbeitrag beschreibt junge Menschen, die wegen ihres Bildschirmalltags keine Beziehungen aufbauen können. Ohne Daten, die das belegen, ist es eine Meinung über digitale Einsamkeit.
Javier Barrios, Ehemann der bei dem Unfall in Urda (Spanien) umgekommenen Carmen, gibt den Toten die Schuld an einem 'Kapitalismus in der Hektik' und fordert, die Welt gemeinsam zu verändern.