Gideon und Abimelech: Macht und Fall im Buch der Richter

Die Bibel erzählt, wie Gideon die Midianiter mit 300 Männern besiegte, während sein Sohn Abimelech 69 seiner Brüder tötete, um drei Jahre zu herrschen. Eine Geschichte von Macht und Fall.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Gideon ging vom heimlichen Dreschen von Weizen dazu über, die Midianiter mit 300 Männern zu besiegen, und lehnte es ab, König zu werden. Sein Sohn Abimelech dagegen ermordete 69 seiner Brüder, um sich zum König von Israel ausrufen zu lassen, und starb drei Jahre später an einem Mühlstein, den eine Frau auf ihn warf.

Das Buch der Richter erzählt eine dieser Geschichten, die mit einem Mann im Versteck beginnen und mit einem brennenden Königreich enden. Zwischen den Kapiteln 6 und 9 steht Gideon, der Sohn von Joas aus dem Stamm Manasse, und sein Sohn Abimelech. Zwei Generationen, zwei gegensätzliche Auffassungen von Macht. Der eine will sie nicht. Der andere tötet dafür.

## Sieben Jahre midianitischer Plünderung

Israel litt sieben Jahre lang unter der Unterdrückung durch die Midianiter. Es war keine Besatzung mit Statthalter oder Garnison: Die Feinde zogen bei jeder Ernte herauf, verwüsteten die Felder und ließen das Volk in Elend zurück. Die israelitische Antwort war ein Hilfeschrei an Gott, und die göttliche Antwort war ein Engel, der Gideon erschien, als er Weizen drosch, versteckt in einer Kelter. Er arbeitete also im Verborgenen, aus Angst, nicht einmal das Korn zu behalten.

Der Engel begrüßte ihn als "starker Held". Gideon stellte sich als der Schwächste seiner Familie vor. Bevor er den Auftrag annahm, verlangte er Zeichen, und das berühmteste war das mit dem Wollvlies: In einer Nacht war das Vlies vom Tau durchnässt, während der Boden trocken blieb, am nächsten Morgen umgekehrt. Die biblische Geschichte spart nicht an Bestätigungen für einen Mann, der sich selbst nicht traute.

## Ein nachts niedergerissener Altar und 32.000 zu viele Männer

Seine erste Mission war keine militärische. Gott befahl ihm, den Baal-Altar und die Aschera-Stange seines Vaters niederzureißen. Er tat es nachts, aus Angst. Bei Sonnenaufgang forderten die Stadtbewohner seinen Tod, und ausgerechnet sein eigener Vater verteidigte ihn mit einem Argument, das wie eine Herausforderung klingt: Wenn Baal ein Gott ist, soll er sich selbst verteidigen. Daher erhielt er den Namen Jerubbaal, "Baal soll gegen ihn streiten".

Dann kam der Krieg. Gideon versammelte **32.000** Krieger gegen die Midianiter. Die Zahl war respektabel, aber Gott sagte ihm, dass es zu viele waren, denn Israel könnte sich rühmen, aus eigener Kraft gesiegt zu haben. Zuerst kehrten **22.000** Männer, die Angst hatten, nach Hause zurück. Es blieben 10.000. Die zweite Auslese fand am Wasser statt: Nur die **300**, die das Wasser wie Hunde mit der Hand leckten, statt sich zum Trinken hinzuknien, blieben übrig. Eine Armee, die in jedem Strategiehandbuch lächerlich wäre.

## Trompeten, Krüge und Fackeln: Die Nacht der 300

Gideon teilte die 300 in drei Abteilungen. Jeder Mann trug eine Trompete, einen leeren Krug und eine Fackel, die im Krug versteckt war. Um Mitternacht umzingelten sie das feindliche Lager, zerschlugen die Krüge, hoben die Fackeln, bliesen die Trompeten und riefen "Für den Herrn und für Gideon!". Lärm, Licht und Verwirrung erledigten den Rest: Die Midianiter begannen, sich gegenseitig zu töten, und flohen.

Nach dem Sieg wollte das Volk ihn zum König machen. Gideon lehnte ab: Nur Gott herrschte über Israel. Aus dem Gold der Beute ließ er ein Efod anfertigen, ein priesterliches Gewand, das das Volk schließlich als Götzen anbetete. Israel hatte **40 Jahre** Frieden, solange Gideon lebte, der als Greis starb, nachdem er **70 Söhne** gezeugt hatte. Der Mann, der die Krone ablehnte, hinterließ ungewollt eine glimmende Lunte.

## Abimelech, der Sohn, der doch herrschen wollte

Abimelech war der Sohn Gideons und einer Nebenfrau aus Sichem. Als sein Vater starb, gab es keinen klaren Anführer, und er sah die Lücke. Er überzeugte die Führer von Sichem, der Familie seiner Mutter, dass ein einzelner Mann besser sei als Gideons 70 legitime Söhne. Mit dem Geld, das sie ihm gaben, engagierte er Meuchelmörder und ermordete **69** seiner Brüder auf einem einzigen Stein. Nur Jotham, der Jüngste, entkam.

Jotham stieg auf den Berg Garizim und erzählte das Gleichnis von den Bäumen, die einen König suchen: Der Olivenbaum, der Feigenbaum und der Weinstock lehnen den Thron ab, um weiter Frucht zu tragen; der Dornbusch nimmt ihn an, bietet falschen Schatten und droht, alles niederzubrennen. Es war eine handfeste Warnung. Die Männer von Sichem riefen Abimelech trotzdem zum König aus. Er hielt sich **drei Jahre**.

## Der Mühlstein, der dem dreijährigen König das Ende bereitete

Der Bruch kam schnell. Ein "Geist der Zwietracht" brachte Abimelech gegen die Führer von Sichem auf, die sich unter der Führung eines gewissen Gaal auflehnten. Die Repression war brutal: Er zerstörte Sichem, säte seine Felder mit Salz und verbrannte den Turm der Stadt mit tausend Menschen darin. Danach belagerte er Thebez. Als er sich dem befestigten Turm zu weit näherte, warf eine Frau von oben ein Stück Mühlstein auf ihn und zerschmetterte seinen Schädel.

Tödlich verwundet von einer Frau – für einen Krieger jener Zeit eine völlige Schande –, rief er seinem Waffenträger zu: "Zieh dein Schwert und töte mich, damit nicht von mir gesagt wird: 'Eine Frau hat ihn getötet.'" Der Waffenträger durchstieß ihn. So endete der König, der sein Vater nicht sein wollte. Die Geschichte von Gideon und Abimelech ist am Ende die von zwei Männern, die sich der Macht auf gegensätzliche Weise stellten, und die von einem Volk, das in beiden Fällen am Ende etwas anbetete, das es nicht hätte anbeten dürfen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (0 Antworten).

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