Gesundheit der Migranten in Ceuta: Ansteckung ist die Folge, nicht die Ursache

Migranten bringen keine Krankheiten nach Spanien: Sie stecken sich an den unmenschlichen Bedingungen in Ceuta an. Die Epidemiologen-Präsidentin und Feijóo geraten aneinander.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Gesundheit der Migranten in Ceuta: Ansteckung ist die Folge, nicht die Ursache

Tausende Migranten vegetieren auf den Straßen von Ceuta, einer spanischen Exklave in Nordafrika, Wind und Wetter ausgesetzt, mitten in einer humanitären Krise. Vor diesem Hintergrund hat María João Forjaz, Präsidentin des spanischen Epidemiologenverbands, darauf hingewiesen, dass ihre Gesundheitsprobleme nicht ansteckend sind: Dehydrierung, Mangelernährung, Wunden und posttraumatischer Stress. Die Warnung kommt, nachdem Alberto Núñez Feijóo, Vorsitzender der Volkspartei, „eine Krise des öffentlichen Gesundheitswesens“ vorhergesagt und diesen Menschen Fälle von Tuberkulose und Krätze zugeschrieben hatte. Der Streit ist kein medizinischer, sondern ein politischer.

Tuberkulose entsteht nicht von selbst, aber sie breitet sich dort aus, wo Elend herrscht

Auf der einen Seite stehen diejenigen, die behaupten, die Migranten selbst brächten die Krankheiten mit: Der Tuberkulosebazillus entstehe nicht aus dem Nichts, so das Argument, und Ceuta werde zum vermeintlichen Ansteckungsherd. Auf der anderen Seite diejenigen, die daran erinnern, dass Tuberkulose und Krätze Krankheiten der Armut sind: Sie verbreiten sich dort, wo Hygiene fehlt, Überbevölkerung herrscht und die primäre Gesundheitsversorgung nicht erreicht wird. Die von Forjaz zitierten Belege deuten darauf hin, dass die Beschwerden, mit denen die Migranten ankommen, nicht infektiös sind. Das Problem ist, was sie bei ihrer Ankunft vorfinden: menschenunwürdige Bedingungen.

Öffentliche Gesundheit oder politische Waffe: Die Instrumentalisierung der Krise

Die Diskussion kippt schnell ins Strategische. Ein Teil der Beobachter sieht in Feijóos Äußerungen den Versuch, die humanitäre Krise in ein Problem der öffentlichen Ordnung zu verwandeln. Andere werfen dem gegenteiligen Narrativ vor, die Masseneinwanderung zu beschönigen. In der Mitte bleiben die Migranten zurück, ohne Dach über dem Kopf, mit zerbrechendem Gesundheitssystem. Die Pharmaindustrie klatscht nebenbei Beifall: mehr Krankheiten, mehr Geschäft.

Die unbequeme Frage lautet nicht, ob sie Krankheiten über die Grenze bringen, sondern was die Verwaltung für die Menschen tun will, die bereits hier sind und auf der Straße vegetieren. Der klinische Befund ist eindeutig: Keine der Bedingungen, die Forjaz beschreibt, ist ansteckend. Die politische Diagnose dagegen ist weiterhin offen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (50 Antworten).

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