Geschäftsschließungen: Steuern und fehlende Nachfolge, laut Berichten
Drei Industriebetriebe mit mehr als drei Jahrzehnten Tätigkeit haben im selben Jahr geschlossen, wie ein Teilnehmer berichtet. Sie waren familiengeführt. Elf Personen, die bisher ein Gehalt bezogen – „produktive Menschen“, wie der Erzähler sie nennt –, sind nun arbeitslos und kämpfen ums Überleben. Der jüngste der drei Eigentümer, etwa 40 Jahre alt, hat bereits gewarnt, dass er nichts Neues gründen wird, selbst wenn die früheren Steuersätze zurückkehren würden. Seine Diagnose passt in einen Satz: Direkte und indirekte Steuern lassen etwas Gewinn übrig, aber der Aufwand lohnt sich nicht.
Demselben Bericht zufolge wurden in Barcelona innerhalb eines Jahres Betriebe geschlossen, vom Restaurant bis zum Schlüsseldienst und Dienstleistungsunternehmen. Die Schließung von Geschäften mit dreißigjähriger Geschichte ist für mehrere Teilnehmer keine Anekdote mehr, sondern das Landschaftsbild.
Warum Selbstständige sagen, dass Steuern ihr Geschäft auffressen
Die vorherrschende These ist eindeutig: Die Steuerlast, direkt und indirekt, tötet das Geschäft nicht sofort, sie blutet es aus. Befürworter dieser Sichtweise konzentrieren sich auf die IRPF (Einkommensteuer) und die IVA (Mehrwertsteuer), aber auch auf die damit verbundenen Kosten: Erneuerung eines Nutzfahrzeugs, Krankheitsausfälle, Aufrechterhaltung der Struktur, während die Kasse schrumpft.
Es fehlt nicht an regionalen Nuancen. Katalonien erscheint in der Diskussion als die Region mit den meisten eigenen Steuern, obwohl der Vergleich schnell korrigiert wird: Die IRPF hat einen autonomen Anteil und ist in Madrid niedriger, während die IVA in ganz Europa ähnlich ist und Teile beider Steuern an die Regionen abgetreten sind. Als unbequeme Erinnerung gibt es Länder mit ähnlicher IVA und viel geringerer Arbeitslosigkeit. Dieser Kontrast, eher als der konkrete Steuersatz, ist es, was verwirrt.
Sind Steuern wirklich die Ursache für die Schließung?
Hier spaltet sich die Analyse. Ein wiederkehrendes technisches Argument besagt, dass Steuern Gewinne besteuern, während die Erneuerung eines Nutzfahrzeugs oder eine Verletzung eines Arbeiters keine Steuern, sondern Betriebskosten sind. Unter diesem Gesichtspunkt ist das Problem nicht die Hacienda (spanische Finanzverwaltung), sondern eine zu dünne Marge, um jeden Schock aufzufangen.
Das Gegenargument weist darauf hin, dass, wenn die Unternehmensmargen in den letzten Jahren stark gestiegen sind, die Schließung eines profitablen Geschäfts nicht nur durch die Gewinn- und Verlustrechnung erklärt werden kann. Beides kann gleichzeitig wahr sein, und dort stagniert die Diagnose. Was niemand bestreitet, ist der Endeffekt: Ein geschlossenes Geschäft öffnet nie wieder. Diese Räumlichkeit wird nicht wiederhergestellt.
Stille Schließungen: Ruhestand ohne Generationennachfolge
Es gibt einen zweiten Weg zur Schließung, der nicht in den Statistiken über Zahlungsausfälle auftaucht und genauso schwer wiegen kann wie die Besteuerung. Es handelt sich um Stadtteilgeschäfte, die seit Jahrzehnten offen bleiben, mit dem Eigentümer an der Spitze, kurz vor der Pensionierung, und ohne jemanden, der das Zepter übernimmt. Die Kinder haben studiert, bevorzugen die Stabilität einer öffentlichen Stelle und betrachten diesen Beruf als zu sklavenhaft.
Das Ergebnis ist eine Handelskarte, die sich von oben leert: Neben dem Geschäft, das bis zum letzten Tag widersteht, stehen jahrelang geschlossene, verfallene Läden, die niemand saniert. In vielen Straßen wird die Nachfolge von Friseuren, Obstläden und Schildern „zu vermieten“ oder „zu verkaufen“ gedeckt. Dies ist die Zukunftlosigkeit großer Handelszonen.
Leere Läden und Mieten, die die Marge auffressen
In Städten wie San Sebastián ist das Phänomen auf der Straße sichtbar, wie ein Teilnehmer berichtet: Immer mehr Läden mit Vermietungs- oder Verkaufsschildern und weniger Kandidaten, die bereit sind, ihr Vermögen zu riskieren, um Steuern und Miete zu zahlen. Das am häufigsten gehörte Argument ist, dass es bei den aktuellen Mieten nur sinnvoll ist, ein Unternehmen zu gründen, wenn man den Laden besitzt oder zu einem vernünftigen Preis bekommt.
Hinzu kommt die Preisanpassung, die bereits in den Transaktionen wahrgenommen wird. Laut einem Teilnehmer wurden im Tertiärsektor Übergaben und Kaufvereinbarungen mit Rabatten von bis zu 25 % unter dem Angebotspreis abgeschlossen. Die Anpassung existiert, erfolgt aber über die Schließung, nicht über geordnete Verhandlungen.
Von der Familie zum multinationalen Konzern
Ein anderer Teil der Analyse blickt nach oben. Er behauptet, dass nicht alles verschwindet: Viele kleine Unternehmen sterben nicht, sondern werden von größeren Gruppen übernommen, sodass der Reichtum der Familien, die das Geschäft führten, in die Hände von Konzernen übergeht. Die Reichen werden reicher, die Kleinen kleiner.
In dieselbe Richtung argumentiert man, dass der Wettbewerb nicht nur steuerlich, sondern modellbedingt ist: Große Plattformen und Investmentfonds, die in den Lebensmittelsektor eingedrungen sind, setzen die Marge des Stadtteilgeschäfts unter Druck. Der Obstladen konkurriert nicht mit dem Supermarkt im Viertel, sondern mit der Logistik des Giganten. Wenn der Käufer 20–25 % mehr für denselben Warenkorb zahlt, fließt dieses Geld nicht zurück in den Laden an der Ecke.
Gewerkschaften, Mindestlohn und Arbeitskosten, die nicht passen
Unter den Argumenten, die auf die Arbeitskosten hinweisen, taucht eine konkrete Referenz auf: Die Erhöhung des SMI (Mindestlohn) um 5 % für 2024, Mitte Januar mit den großen Gewerkschaften vereinbart, setzt den Mindestlohn auf 1.134 Euro brutto monatlich in vierzehn Zahlungen, 54 Euro mehr als 2023. Für diese Art von Geschäft, so heißt es, passen diese Zahlen nicht zur verfügbaren Marge.
Der Datensatz wird auf zwei entgegengesetzte Weisen gelesen. Für manche ist die Lohnerhöhung der letzte Schlag gegen eine Struktur, die nicht mehr hält. Für andere ist sie der Vorwand für ein Produktivitätsproblem, das seit Jahren begraben liegt. Niemand hat diese Diskussion beigelegt.
Und im Grunde bleibt das Detail, das alle verwirrt: In einem Land, in dem die Alterung fortschreitet und die Nachfolge ausbleibt, entfernt jede Schließung ein Unternehmen vom Brett, das nicht zurückkehren wird. Die drei Industriefälle werden nach Familien gezählt. Der nächste wird nach Stadtteilen gezählt werden.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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