Díaz: 'Es ist verrückt', um 1 Uhr in Spanien zu essen
Um wie viel Uhr sollte ein spanisches Restaurant schließen? Yolanda Díaz hat ihre Antwort und sie laut ausgesprochen: lange vor 1 Uhr nachts. Die zweite Vizepräsidentin der Regierung und Ministerin für Arbeit bezeichnete es als 'Verrücktheit', dass Gastronomiebetriebe zu dieser Zeit noch geöffnet sind, während der Sitzung der Sumar-Parlamentsgruppe im Kongress, und ordnete das Thema in die vom Kabinett angestrebte Verkürzung der Arbeitszeit ein. Für die Anführerin von Sumar macht diese Reduktion nur Sinn, wenn sie mit einer Rationalisierung der Zeiten einhergeht. Auch Treffen um 20 Uhr erscheinen ihr nicht angemessen.
Dies ist keine isolierte Äußerung. Das Arbeitsministerium arbeitet mit einer Gruppe von 60 Personen an der Frage der Zeitrationalisierung, und zehn Tage zuvor hatte Díaz das Thema bereits in einem Treffen mit den Arbeitgeberverbänden der Tourismusbranche angesprochen, wo sie die zeitlichen Unterschiede zum übrigen Europa betonte. Die Kontroverse, die sie auslöst, hat mehrere Ebenen: arbeitsrechtliche, kulturelle, touristische und rein wirtschaftliche.
Was hat Yolanda Díaz über die Öffnungszeiten der Restaurants gesagt?
'Es ist verrückt', sagte sie über Lokale, die um 1 Uhr noch offen sind. Sie kündigte keine konkrete Regelung an, behauptete aber, dass die Öffnungszeiten einiger Gastronomiebetriebe nicht angemessen seien, ebenso wie Treffen um 20 Uhr. Ihr Rahmen ist die Verkürzung der Arbeitszeit, die ihrer Meinung nach die spanische Gesellschaft 'strukturieren' kann, wenn sie mit einer Neuorganisation der Zeit einhergeht. Und sie warf dies nicht einfach in den Raum: Ihr Ressort hat diese Arbeitsgruppe und hatte das Thema bereits mit den Tourismus-Arbeitgeberverbänden behandelt.
Im Hintergrund schwelt eine alte Debatte: Wie viel davon ist öffentliche Politik und wie viel Gewohnheit? Manche argumentieren, dass ein Teil der politischen Klasse die Gesellschaft nach ihren eigenen Vorstellungen formen will, und dass festzulegen, wann man gesetzlich isst, das perfekte Beispiel dafür sei. Dagegen spricht ein schwer zu widerlegendes Argument: die Arbeitsbedingungen derer, die um halb zwei Uhr nachts die letzten Teller abwaschen.
Wer bedient die Nacht, wenn die Gastronomie um 1 Uhr schließt?
Die Schließung beseitigt die Nachtarbeit nicht, sie verlagert sie. Es gibt Gesundheitspersonal, Taxifahrer, Polizisten, Feuerwehrleute, Bäcker, Sicherheitskräfte und Diskothekenangestellte, die auch ohne geöffnete Restaurants nachts weiterarbeiten werden. Die Frage ist, ob sich der Gastgewerbesektor genauso organisieren kann. Die am häufigsten genannte Formel ist die von drei Acht-Stunden-Schichten. Eine andere beschriebene Sorge ist die Verteilung der Aktivität auf dieselben Arbeitnehmer bis hin zu etwa 120 Wochenstunden, mit der entsprechenden Forderung nach mehr Personal.
Der menschliche Kostenfaktor der Nachtschicht zeigt sich konkret. Eine Kardiologin, die 24 Stunden am Stück im Krankenhaus arbeitet, sollte nicht nach zwanzig Stunden ohne Schlaf in den OP gehen, so wird argumentiert. Und wer vierzehn Jahre Nachtarbeit ansammelt, fasst es ohne Umschweife zusammen: Der körperliche Verschleiß steigt stark an. Die Nachtarbeit selbst wird nicht infrage gestellt. Diskutiert wird, zu welchem Preis sie abgedeckt wird.
Schließt der Rest Europas früher? Der Spiegel Portugals
Portugal dient in dieser Debatte als wiederkehrende Referenz. Laut einem Teilnehmer öffnet der Handel zur gleichen Zeit wie in Spanien, schließt zum Mittagessen um 12:30 oder 13:00 Uhr, öffnet um 15:00 Uhr erneut und ist um sechs oder sieben Uhr abends bereits geschlossen, in Gebieten mit Sommern, die dem Klima von Sevilla oder Badajoz ähneln. Daraus leitet sich das Argument ab, dass die endlose Siesta und die späte Schließung Gewohnheit sind, nicht Klima.
Der Tourismus fügt eine weitere Ebene hinzu. Es wird argumentiert, dass ausländische Besucher in internationalen Zielen früh zu Abend essen, was es ermöglicht, die Küche zu einer vernünftigen Uhrzeit abzuschalten, und dass dort, wo der Tourismus überwiegend national ist, die Zeiten bis in die frühen Morgenstunden ausgedehnt werden. Alle Gäste zufrieden zu stellen erfordert ausreichend Personal und eingehaltene Ruhezeiten, und das steht in einem Sektor mit engen Margen nicht immer auf dem Tisch.
Der eigentliche Knotenpunkt: geteilte Schichten, große Flächen und Abendessen um 22:00 Uhr
Das am häufigsten wiederholte Argument richtet sich nicht gegen Yolanda Díaz, sondern gegen die bestehende Ordnung. Wenn große Supermärkte und Geschäfte um 22:00 Uhr schließen, wann isst dann jemand zu Abend, der seine Schicht zu dieser Zeit beendet? Die frühere Schließung der Gastronomie nimmt dieser Gruppe von Arbeitnehmern die Möglichkeit zum Abendessen. Die alternative Vorschlagsformel ist fast ein Experiment: Alles Einzelhandelsgeschäft um 17:00 Uhr schließen und die Freizeit bis Mitternacht laufen lassen. Erst unten aufräumen, heißt es sinngemäß, und dann aufs Dach steigen.
Eine andere Seite, die kaum jemand bestreitet: Laut den Diskussionsteilnehmern stirbt die familiäre Gastronomie, die 24 Stunden unbezahlt durchhielt, aus, und an ihre Stelle tritt ein Modell mit Investoren, die nur Geld bereitstellen, und rotierendem Personal, das keine Beschwerden erhebt. Niemand arbeitet gratis, und wer etwas Besseres findet, geht.
Vom Catering bei den Goya-Preisen zur Reaktion aus Madrid
Die Anekdote, die die Unbehaglichkeit zusammenfasst, ist kalenderbezogen: Laut einem Teilnehmer wurde bei der Goya-Gala das Abendessen um 1:30 Uhr nachts serviert, ohne dass damals dieselbe Reflexion über die Zeiten laut wurde. Abgesehen davon häuft die Ministerin bereits eine Reihe von Kontroversen an: die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf private Gesundheitsdienste, Reisen in den Vatikan und nach Palästina, obligatorische LGTBi-Pläne für Unternehmen oder Mindestlohnerhöhungen unter Druck. Sumar erhielt bei den Wahlen im Februar in ihrer Heimat Galizien keinen Sitz.
Aus Madrid kam die Gegenreaktion, die eine Hauptstadt verteidigte, die stolz auf Staus um Mitternacht und ungebremste Aktivität ist. Dies ist die genaue Kehrseite der Diagnose: Wo manche ein chaotisches Zeitmanagement sehen, sehen andere Nachfrage und Beschäftigung.
Mit diesen Bausteinen ist es möglich, dass Spanien irgendwann um 21:00 Uhr zu Abend isst und um 23:00 Uhr schließt, ohne gelöst zu haben, wer danach abräumt. Der Wahnsinn wäre je nach Perspektive, die Schichten zu koordinieren.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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