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Gerüchte um Massenumsiedlung von Migranten nach Spanien
Viral verbreitete Behauptungen sprechen von der Umsiedlung hunderttausender irregulärer Migranten nach Spanien zwischen 2024 und 2027. Eine offizielle Bestätigung fehlt.
Deutschland schiebt ab, Frankreich drängt, die USA entledigen sich des Problems und Spanien nimmt auf. Dieses Narrativ verbreitet sich stark: Es behauptet, irreguläre Migranten, die andere Länder ablehnen, würden auf spanischem Boden angesiedelt. Die meistverbreitete Version, verfasst von Guillermo Rocafort, verweist auf ein Abkommen aus dem Jahr 2018 zwischen der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Pedro Sánchez, das «hunderte Tausende» Menschen in spanische Städte zwischen 2024 und 2027 bringen würde.
Vorab zur Klarstellung: Keine dieser Zahlen wird durch ein offizielles Dokument belegt, und es gibt keine öffentliche Bestätigung solcher Pläne für Massenansiedlungen. Was dokumentiert ist, ist das Echo. Und dieses Echo spiegelt die Stimmung eines Teils des Landes wider, der den offiziellen Verlautbarungen nicht mehr glaubt.
Merkel-Sánchez-Abkommen 2018: Was behauptet wird und was bekannt ist
Der Kernpunkt sind angebliche deutsche TV-Berichte über geplante Massenabschiebungen irregulärer Migranten mit Zielort Spanien. Der zweite Punkt ist ein Treffen zwischen Macron und Sánchez, um die Kanarischen Inseln zu Anlandestellen für Personen aus dem frankophonen Afrika zu machen: mehr als hundert Tausend im Jahr 2024, verteilt auf spanische Städte.
Die zugrunde liegende Logik hat eine verdrehte Kohärenz: Wenn ein Land jemanden nicht an seinen Herkunftsort abschieben kann, bleibt immer ein Dritter, dem man ihn zuschieben kann. Dieser Dritte wäre in dieser Version Spanien, das schwächste Glied der europäischen Kette. Die Paradoxie fasste eine Antwort zusammen: Es sei leichter, Druck auf Spanien auszuüben als auf Marokko oder Senegal.
Vom Abkommen vom Mai 2023 bis zur Außenpolitik unter fremder Kontrolle
Das Narrativ beschränkt sich nicht auf Europa. Es wird behauptet, bei einem Treffen im Mai 2023 sei ein «Abkommen über Massenabschiebungen nach Spanien» unterzeichnet worden und dass das Land auch die irreguläre Migration aus den USA aufnehmen werde. Manche gehen sogar so weit zu behaupten, die internationale Politik Spaniens liege in den Händen von Mohammed VI., wobei die Westsahara, die Kanaren, Ceuta und Melilla als Schachfiguren eines Rückzugs dienten, der in einem unabhängigen Katalonien enden würde.
Dies sind Aussagen ohne dokumentarischen Beweis und mit einem erkennbaren Muster: dem eines orchestrierten Plans – eine der Botschaften erwähnt den Soros-Plan –, um das Land auf demografischem Weg zu zerstören. Wer nach einer offiziellen Bestätigung sucht, wird sie nicht finden. Wer nach Gründen für Unruhe sucht, hat sie zur Hand.
Warum führt Unzufriedenheit nicht zu politischer Reaktion?
Hier wird die Debatte ökonomisch. Das am häufigsten wiederholte Argument lautet, dass eine Mehrheit der Bewohner ein öffentliches oder staatsnahes Gehalt bezieht – Rentner, Beamte, NGO-Mitarbeiter, Subunternehmer des Staates – und dass diese Abhängigkeit jeden Protest neutralisiere. Eine Antwort quantifizierte dies: zehn Millionen Rentner, etwas mehr als zwanzig Millionen Staatsbürger und rund fünfzehn Millionen zwischen Migranten und Eingebürgerten. Bei diesen Größenordnungen lautet die Schlussfolgerung, dass niemand Interesse daran habe, das Wespennest aufzustöbern.
Die andere Seite der Analyse ist arbeitsmarktbezogen: Es wird vertreten, dass das System eine Reservearmee von Arbeitern brauche, die bereit seien, sich an einen brennenden Nagel zu klammern, um sich nicht zu organisieren. Dies ist die alte These des Streikbrechers als Puffer. Diskutabel, aber nicht unbegründet.
Kanaren, Granada und das Viertel Aluche: Der Druck vor Ort
Der Fokus springt von der Geopolitik zur Haustür. Es gibt Berichte, die tägliche Ankünfte in Granada beschreiben, Zimmer, die von zwanzig Personen geteilt werden, und besetzte Räumlichkeiten. In Madrid dreht sich die Diskussion um Viertel wie Aluche, Carabanchel oder Usera, mit dem Gefühl, dass kein Ort sicher sei. Dies sind Eindrücke der Nachbarschaft, keine Statistiken, und sollten als solche behandelt werden.
Interessant ist der Sprung in der Dimension. Vor Jahren war die Diagnose bescheidener: Spanien als Kellner-Land und sonst wenig. Heute hat sich die Diagnose ausgeweitet, um es zum Auffangbecken der Immigration zu machen, die andere nicht wollen. Wo große Ungleichheiten herrschen, leben die Eliten bereits in abgeschotteten Vierteln; hier, so heißt es, bleibe das einfache Volk außerhalb der Mauern.
Der demografische Punkt ohne Wiederkehr
Im düstersten Teil taucht die These des demografischen Genozids auf: die Idee, dass die Bevölkerung absichtlich ersetzt werde, bis eine Schwelle überschritten sei, von der es kein Zurück gebe. Man spricht von einer spanischen Bevölkerung mit historisch niedriger Geburtenrate und einem globalen Plan, der unerwünschte Gruppen reduzieren solle. Dies ist Spekulationsgebiet, nicht Datenbasis, und wird auch im Austausch selbst so behandelt.
Und dennoch ergibt sich daraus die Prognose, die die Diskussion abschließt. Eine der Botschaften projiziert eine Zukunft, in der Spanien fünfzig Millionen Einwohner haben und weitere vierzig Millionen Menschen mit spanischem Passaport in der Europäischen Union leben würden. Im Jahr 2150. Bis dahin, so heißt es, würde das Land aufgrund reiner Arithmetik die Souveränität über den gesamten Kontinent beanspruchen: Die Mehrheit der Nachbarn wären rechtlich gesehen Spanier.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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