Filme, die als Meisterwerke gelten, aber dich langweilen
Wie oft hast du einen hochgelobten Film angefangen und am Ende nur auf dein Handy geschaut? In einer aktuellen Diskussion gab ein Cineast zu, dass Der Pate, Apocalypse Now und Coppolas Werke im Allgemeinen für ihn „unerträgliche Langweiler“ waren, die er kaum zu Ende brachte. Er ist nicht allein: Andere fügten City of God, Akira oder 2001: Odyssee im Weltraum der Liste der Enttäuschungen hinzu. Das Gespräch offenbart ein anhaltendes Phänomen: die Kluft zwischen dem kritischen Konsens und dem persönlichen Geschmack.
Der Pate und andere Klassiker, die nicht fesseln
Die Botschaft ist klar: Es gibt Filme, die von der Kritik gehimmelt werden, die aber vielen Zuschauern eine Qual sind. Der Autor des Kommentars behauptet, Der Pate, Der Pate II und Apocalypse Now seien ihm als „unerträgliche Langweiler“ vorgekommen, obwohl er plant, ihnen eine zweite Chance zu geben, da er sie vor langer Zeit gesehen hat. Auch bezeichnet er City of God als „langweiligen, überbewerteten Mist“ und sagt, er habe Akira nicht zu Ende schauen können, wobei er Anime wie Your Name (2016) bevorzugt.
Die Reaktion ließ nicht auf sich warten. Ein Teilnehmer antwortete mit einer Schimpftirade, während ein anderer ironisch Das Leben ist schön erwähnte. Bald kamen weitere Titel hinzu: 2001: Odyssee im Weltraum, Heat, Blade Runner, Der Herr der Ringe oder Drive. Die Liste der Enttäuschungen wächst, aber auch die der Verteidiger.
Filmische Qualität ist nicht dasselbe wie persönlicher Geschmack
Eines der häufigsten Argumente ist, dass Geschmack subjektiv ist, filmische Qualität aber nicht. Ein Teilnehmer verglich es mit Musik: Man kann ein Lied von La Oreja de Van Gogh mehr mögen als eine Komposition von Mozart, aber Mozarts musikalische Qualität wird überlegen sein. Daher sei es vielleicht nicht das passende Wort, Der Pate als überbewertet zu bezeichnen; wer dies tut, habe möglicherweise kein ausgebildetes Kriterium zur Bewertung der Qualität. Ein anderer fügt hinzu, dass manche Filme vom Lebensabschnitt abhängen: Es ist nicht dasselbe, Blade Runner oder Akira in den 80ern zu sehen wie heute, wenn man bereits viel Science-Fiction gesehen hat.
Nostalgie und Kontext spielen eine Rolle. Ein Kommentar weist darauf hin, dass wir vor Jahrzehnten an langsamere Erzähltempo, weniger visuelle Reize und den Gang zum Videothek gewöhnt waren. Heute, mit YouTube und TikTok, ist die Geduld kürzer geworden. Dies könnte erklären, warum sich viele Klassiker schwer verdaulich anfühlen.
Regisseure und komplette Filmografien im Visier
Es geht nicht nur um einzelne Filme. Mehrere Nachrichten greifen ganze Filmografien an. Nolans gesamte Filmografie wird als Enttäuschung zitiert, und ein anderer kritisiert Kubrick wegen seiner „Kälte“ und „Autismus“, erkennt aber seine Technik an. Auch Shyamalan taucht auf: Man sagt, er habe mit The Sixth Sense einen Hit gelandet und sich von den Lobeshymnen blenden lassen. Sogar Woody Allen wird mit Verachtung erwähnt.
Das Studio Ghibli bleibt nicht verschont: Ein Teilnehmer betrachtet ihre Arbeiten als „pretentiösen Mist, um sich sarracena überlegen zu fühlen“. Und Tarantino erhält Kritik für Inglourious Basterds, beschuldigt, Gehirnwäsche zu betreiben und die „Guten“ als unmoralisch darzustellen.
Der Faktor Alter und Zeitpunkt des Sehens
Alter und der Zeitpunkt, zu dem man einen Film sieht, beeinflussen die Wahrnehmung. Ein Kommentar deutet an, dass Taxi Driver ein Thema behandelt, das später besser umgesetzt wurde, und dass jene, die den Film verehren, ihn vielleicht nicht kritisch betrachten. Ein anderer gesteht, dass Hitchcocks Vertigo ihn enttäuscht habe: Er versteht nicht, warum Kim Novak sich in James Stewart verliebt, und obwohl der Soundtrack gut ist, kam ihm der Film zu lang vor.
Es gibt auch Stimmen, die Klassiker verteidigen, die sie als unerträglich erwartet hatten, die sich aber als unterhaltsam erwiesen, wie Bergmans Das siebente Siegel. Das Gespräch zeigt, dass es keine festen Regeln gibt: Was einem langweilt, fasziniert einen anderen.
Sowjetisches Kino und moderner Pavor, weitere Fronten
Auch sowjetisches Kino spaltet die Meinungen. Tarkowskis Solaris wird als „der größte Langweiler, an den ich mich erinnere“ beschrieben, mit Kulissen, die nach Studiobühnen aussehen, und fehlender räumlicher Immersion. Ein anderer Teilnehmer kritisiert Stalker, weil er das außerirdische Element aus dem Roman eliminiert habe und einen „Langweiler“ geschaffen habe, der viel Geduld erfordert.
Im Pavor bevorzugen mehrere das Gore der 70er und 80er gegenüber modernen Franchises wie Annabelle, Insidious oder Terrifier, die sie langweilen. Die Diskussion lenkt darauf ab, was einen Pavor heute funktionieren lässt.
Am Ende ist die Schlussfolgerung so alt wie das Kino selbst: Es gibt kein Meisterwerk ohne seinen Kritiker. Und umgekehrt. Die Liste der Enttäuschungen ist genauso lang wie die der Verteidiger, und jeder zieht die Decke zu seinem cineastischen Geschmack. Was für manche ein Langweiler ist, ist für andere ein Höhepunkt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (290 Antworten).