Gazprom +34%, Kistos +18,5%: Analyse eines realen Portfolios

Sieben Werte und 70 % China-Anteil: So entwickelte sich ein Portfolio mit Gazprom (+34 %), Morses (+37 %) und Kistos (+18,5 %).

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Gazprom +34%, Kistos +18,5%: Analyse eines realen Portfolios
Gazprom, Kistos und 70 % China: Das Portfolio, das dem Ibex nicht folgt

Im Oktober 2020, als die halbe Welt noch im Lockdown war und die Zentralbanken Geld druckten, als gäbe es kein Morgen, entschied sich jemand, sein Portfolio samt Einstiegspreisen zu veröffentlichen, damit jeder es beurteilen konnte. Sieben Werte, ein selbst auf etwa 70 % geschätzter China-Anteil und ein Versprechen: alle zwei Monate aktualisieren. Das Ungewöhnliche ist nicht die Liste. Das Ungewöhnliche ist, dass sie tatsächlich weiter aktualisiert wurde.

Der Logbuch-Eintrag beginnt mit einem unbequemen Geständnis: Die ursprüngliche These war, dass der Rückhalt anhalten würde – was nicht eintrat. „Der Abwärtstrend, von dem ich glaubte, er würde sich zeitlich halten, drehte sich um, und vieles, was mir gefiel, explodierte.“ Daraus folgte die Hinwendung zu bestraften Assets, die abseits des Radar des Ibex lagen.

Die Zahlen des Portfolios zum 1. Januar 2021

Die Tabelle, die im Januar veröffentlicht wurde, würde jeden Fondsmanager zögern lassen: Gazprom stieg am 30. Oktober 2020 bei £3,055 ein und notierte bei £4,107 (+34 %). Morses kletterte von 36 auf 49,35 Pence (+37 %). Kistos legte von £1,408 auf £1,635 zu (+18,5 %). Boohoo stieg von £2,61 auf £3,43 (+31,5 %).

Die defensiven Titel leisteten ihre Arbeit ohne großes Aufsehen: British American Tobacco von £24,88 auf £27,08 (+9 %), Dream International von HK$2,66 auf HK$2,81 (+5,5 %). Und der chinesische Wert BABA, der schwächste von allen, legte lediglich um +1,5 % von $228 aus zu. Die vollständige Tabelle mit durchschnittlichen Einstiegskursen und renditebezogenen Einzelwerten gibt dem Gesamtbild erst seinen wahren Sinn.

Kistos oder wie man einen Lebenslauf statt einer Bilanz kauft

Das Einstiegsargument war kein günstiges Multiple. Es war eine Person: Andrew Austin, ehemaliger CEO von RockRose Energy, an der Spitze der neuen Gesellschaft. Die Präsentation war bis zur Unverfrorenheit deutlich: „Ihr werdet absolut nichts davon haben“, sagte er in Bezug auf KGV, Verschuldung und Margen.

Der Autor selbst bezeichnete das Unternehmen mit dem Codenamen la Saeta (der Pfeil). Den Manager kaufen, nicht die Branche. Ein Ansatz, der funktioniert, solange der Manager recht hat, und der unterwegs keine unangenehmen Fragen zulässt.

Die 70 % in China und das Gemetzel

Da der Großteil des Portfolios in chinesischen Unternehmen lag, war das Jahr eine Übung in Widerstandsfähigkeit. BABA wurde nachbörslich mit einem Gewinn von etwa $200 verkauft, ein bescheidener Ausstieg, der Schlimmeres vermied. Die Strafe kam anderswo: QFIN brach ein, nachdem – laut einem Forum-Nutzer – seine App aus einem Download-Store entfernt worden war. Man musste daran erinnern, dass die den Markt erschreckenden Bußgelder 70.000 Euro für Unternehmen mit einer Bewertung von 700 Milliarden betrugen.

TIGR, FINV, HUYA, DOYU, MOMO, QIWI. Jeder Name barg sein eigenes regulatorisches Risiko. Die stets schwebende Frage war dieselbe: Wie viel des Absturzes ist Rauschen und wie viel das Ende eines Geschäftsmodells?

Safran oder warum kurzfristiges Trading eine arithmetische Falle ist

Angesichts der Versuchung des schnellen Tradings tauchte das pädagogisch wertvollste Beispiel der gesamten Serie auf: 10.000 Euro in Safran am 1. Juni 2007 waren zum Periodenende 51.000 Euro wert. Mit etwas Schummelei – Kauf am 1. März 2009 und Verkauf vor der Pandemie – wären es 204.000 Euro gewesen.

Die Logik des Arguments ist gnadenlos: Wer long geht, kann maximal 100 % verlieren und vielfach gewinnen; wer short geht, kann maximal 100 % gewinnen und ein Vielfaches des Einsatzes verlieren. Der Nachteil, der nie laut ausgesprochen wird, ist, dass diese Überlegung voraussetzt, das richtige Unternehmen gewählt zu haben.

Von billiger Ausführung zum Labyrinth von Interactive Brokers

Ein halbes Dutzend Nachrichten dient dazu, daran zu erinnern, dass gut investieren und gut ausführen zwei verschiedene Berufe sind. Kistos bearbeitete Orders nur zum Börsenstart und -schluss, was dazu führte, dass Limit-Orders hängen blieben, während der Kurs bereits darunter lag. Ein Broker zeigte Preise mit 15 Minuten Verzögerung an.

Und die komischste Episode: Ein Anleger, der seinen Benutzernamen vergaß, stellte fest, dass es keinen deutschsprachigen Support gab. Er löste das Problem, als der Browser sich erinnerte, was das Kontaktformular nicht wiederherstellen konnte.

MoneyMe: 383 Millionen gegenüber den erwarteten 380 Millionen

Die Beobachtung des australischen Finanzdienstleisters MoneyMe mündete in eine Lektion darüber, wohin man schauen muss. Der Schlüssel lag nicht in den Gewinnen, sondern in der Kreditvergabe, da die Einnahmen verzögert eintreffen. Die eigene Prognose lag bei 380 Millionen generierten Darlehen; der tatsächliche Wert betrug 383 Millionen, mit einem Wachstum von +384 % im Jahresvergleich.

Einige behaupteten, dass der Wert aufgrund weniger im Umlauf befindlicher Aktien und Käufer, die nicht verkauften, explodieren müsse. Die These ist kohärent. Sie ist auch genau die Art von These, die sich von selbst widerlegt, sobald Papier zum Verkauf steht.

Das Portfolio wechselt den Platz

Gegen Ende ließ das Tempo nach. Einige der aktivsten Namen waren auf einen Messaging-Server und einen eigenen Podcast umgezogen, mit Sendungen über Edelmetalle als Zuflucht vor der Druckerpresse. Der ursprüngliche Kanal blieb halb leer zurück: „Seid ihr umgezogen, ohne dass ich es mitbekommen habe?“, fragte jemand.

Und dann die Wiederbelebung. Eine späte Nachricht erinnerte daran, dass Kistos „sehr nah am Allzeithoch“ sei und es noch Zeit gebe, aufzuspringen. Der Pfeil flog weiter.

Als dieses Logbuch eröffnet wurde, bestand das Portfolio aus sieben Werten. Am Ende der Stichprobe machte derselbe China-Block laut dem Autor rund 70 % des Gesamtbestands aus, während der Rest zu einer Geschichte über Regulierungsbehörden, Broker und Geduld geworden war.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (1707 Antworten).

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