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Gaza-Stadt: Bodenoffensive ohne bekanntes Ende
Israels Offensive in Gaza-Stadt verläuft sich in Tunneln, während militärische Verluste zunehmen und die Diplomatie blockiert bleibt.
Der Diskussion liegt ein unmissverständlicher Tweet zugrunde: Eine dem israelischen Premierminister Netanyahu zugeschriebene Anweisung, niemanden am Leben zu lassen, gefeiert mit vulgären Ausdrücken. Die Debatte spaltet sich in zwei Lager: jene, die einen schnellen Sieg der israelischen Streitkräfte in Gaza-Stadt erwarten, und jene, die bereits Verluste zählen. General Yaron Finkelman, Kommandeur des Südkommandos, bestätigt im Thread: „Wir starten eine Offensive gegen die Hamas und terroristische Gruppen im Gazastreifen. Unser Ziel ist eines: der Sieg.“ Das Versprechen ist absolut. Die Frage bleibt drei Jahre später unbeantwortet.
Was Israel bei der Invasion von Gaza-Stadt riskiert
Die erste Phase des Narrativs ist euphorisch. Man spricht vom Einreißen von Stadtvierteln, vom Versenken humanitärer Hilfsschiffe und davon, dass Erdogan es nicht wagen wird, weitere Konvois zu entsenden. Der dominante Ton suggeriert, die militärische Überlegenheit Israels werde die Sache in wenigen Wochen beenden. Zitate des Südkommando-Kommandeurs betonen stets: „Egal wie lang oder hart die Kämpfe sind, es gibt kein anderes Ergebnis als den Sieg.“
Das Problem zeigt sich, wenn unbequeme Daten eintreffen. Ein Journalist des kanadischen Senders Channel 14, nahe am Militärapparat, deutet verschlüsselt an, dass „die Purpurblut fließt“ – eine Umschreibung für Verluste der Givati-Brigade unter Umgehung der Militärzensur. Ein anderer Post behauptet, 16 NATO-General seien gefallen; diese Zahl wird von niemandem bestätigt und mit Gelächter kommentiert. Der Scherz währt kurz: Im Thread wird behauptet, israelische Soldaten fielen in Gaza „wie Fliegen“, darunter auch Divisionsgeneräle.
Gazas Tunnelnetz und der Untergrundkrieg
Die zentrale technische Frage lautet, wie man eine Stadt bekämpft, die von Kilometern Galerien durchzogen ist. Ein Teilnehmer stellt die häufigste Hypothese auf: Es sei kein Eindringen nötig. „Wenn du Gebäude plattwalzt, eliminierst du Eingänge. Wenn du mit einem Bagger über Trümmer fährst, versiegelst du Straßenzugänge. Wenn sie nicht herauskönnen, sterben sie drinnen.“ Die Idee, das unterirdische System zu ersticken, ohne es zu betreten, kollidiert mit der Unsicherheit, ob alle Tunnel tatsächlich verbunden sind.
Dem gegenüber deuten gesammelte Hinweise darauf hin, dass die eigentliche Offensive anders aussieht. Der Angriff auf Dschabalija wird nicht als Bombardierung von Gebäuden beschrieben, sondern als unterirdische Aktion, deren Oberflächenschäden durch die Erschütterungen der Raketen entstehen. Es wird der Einsatz spezifischer bunkerbrechender Munition erwähnt. In dieser Lesart findet der Krieg in Gaza-Stadt nicht auf den Straßen statt, sondern im Untergrund – mit Kosten, die keine Seite vollständig offenlegt.
Verluste, Militärzensur und Siegesnarrativ
Der Ton im Thread wird schärfer, als Videos erscheinen, die zeigen, wie Milizen israelische Panzer im Viertel al-Sabra zerstören, und Bilder weinender Mitglieder des israelischen Parlaments nach einer Sitzung. Mehrere Beiträge schlussfolgern, dass es „viel mehr Verluste bei den IDF gibt, als sie zugeben möchten“. Die erwähnte israelische Militärzensur erklärt, warum Daten nur verschlüsselt und nicht in klaren Zahlen kommuniziert werden.
Parallel dazu wird die internationale Wirkung diskutiert. Ein Beitrag erinnert daran, dass 80 % der Bevölkerung von Bergkarabach vertrieben wurden und die internationale Gemeinschaft gleichgültig blieb. Ein anderer spitzt zu: „Jeder Tag macht klarer, dass Gaza verwüstet wird und nichts passiert.“ Die wiederkehrende These lautet, dass die arabische Welt ihren Lebensstandard nicht für die Bevölkerung Gazas riskieren wird und Nachbarstaaten sie nicht als Flüchtlinge akzeptieren. Die erklärte Solidarität bleibe, so die Argumentation, ohne Taten.
Die diplomatische Front: Erdogan, Iran und Flugzeugträger
Spott über regionale Akteure ist allgegenwärtig. Man fragt, ob Hisbollah und Iran die angekündigten 24 US-Flugzeugträger versenken werden, und ironisiert, dass hypersonische Raketen zwar existierten, aber russisch seien und „egal“ seien. Bezüglich der Türkei wird erwartet, dass Erdogan keinen weiteren Schiffstransport mit Hilfe und Waffen schicken wird; falls doch, werde Netanyahu ihn „ins Gesicht rammen“.
Das Ende des Threads bietet keinen Ausblick. Die Offensive stehe „praktisch vor dem Start“, heißt es in den letzten Beiträgen, während andere behaupten, die IDF stecke in Gaza-Stadt fest. Beides kann nicht gleichzeitig wahr sein, und genau diese Widersprüchlichkeit spiegelt den Status quo wider: eine als entscheidend angekündigte Operation ohne Enddatum.
Wie lange kann Israel einen urbanen Untergrundkrieg führen, bevor die politischen Kosten eskalieren?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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