Gana dinero en bolsa: Autor behauptet Platz 1

Ein autodidaktischer Investor bewirbt sein Buch als Bestseller. Zweifel an der Glaubwürdigkeit seiner Methoden und Promotion.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Gana dinero en bolsa: Autor behauptet Platz 1
Gana dinero en bolsa: Das Handbuch, das sein Autor als Nr. 1 seiner Kategorie präsentiert

Erste Ausgabe: November 2021. 350 Seiten. ISBN 9798753773791. Mit diesen Daten bringt ein autodidaktischer Investor, der sich Marco Garrido nennt, einen Abschluss hat und einen Postgraduierten in Hospitalradiophysik absolvierte, „Gana dinero en bolsa. Aprende a invertir en los mercados financieros“ auf den Markt. Laut den Anzeigen des Autors selbst klettert das Buch auf Platz 1 der Verkaufscharts seiner Kategorie bei Amazon – er zählt den dritten, fünften, zweiten und ersten Platz in verschiedenen Formaten auf – und wirft von Anfang an eine unbequeme Frage auf. Wenn seine Methode 26 % jährliche Rendite bringt, warum muss man sie dann auf Papier verkaufen?

Welche Rendite gibt der Autor an?

Die Zahl, die er selbst auf den Tisch legt, ist eine durchschnittliche jährliche Rendite von 26 %, seit er 2012 begann, Aktien zu kaufen. Er rühmt sich mehrerer 700 %-Gewinne bei Impfstoff-Pharmaunternehmen, Bergbauaktien mit Wertsteigerungen über 1.000 % sowie Wachstumsunternehmen wie Indutrade oder Idp Educación mit Renditen zwischen 800 % und 900 %. Er fügt hinzu, dass er kein einheitliches System anwendet, sondern eine kombinierte Strategie mit Schwerpunkt auf Medizintechnik, Technologie und Bergbau. Über dieser Zahl schwebt ein doppelter Schatten: Wenn es funktioniert, ist der Anreiz, es zu veröffentlichen, fragwürdig; wenn nicht, ist das kommerzielle Versprechen das Buch selbst. Hier gerät die Argumentation ins Stocken.

Der Datendiskurs: Wie viele Anleger verlieren Geld am Aktienmarkt?

Der Autor behauptet, dass zwischen 85 % und 90 % der Börsenanleger scheitern, und stützt diese Angabe auf Artikel von spezialisierten Bildungsseiten. Die Gegenreaktion ist scharf: Diese Quellen verkaufen Kurse, daher liegt es in ihrem Interesse, einen Markt darzustellen, auf dem fast alle verlieren und nur die überleben, die bezahlen. Dem gegenüber steht das Argument der Indizes, das ein anderer Kommentator vorbringt: Der S&P 500 stieg von 1.100 Punkten im Jahr 2002 auf 4.500 Punkte zwanzig Jahre später, und regelmäßige Einzahlungen hätten eine Rendite von etwa 290 % gebracht, einschließlich des Einbruchs von 2008 in der Berechnung. Die Schlussfolgerung dieses Lagers ist einfach: Langfristig ist das Problem nicht der Markt, sondern die Ungeduld.

Die Liste der empfohlenen Werte und die Zahlen, die nicht stimmen

Eine Zusammenstellung der vom Autor veröffentlichten Thesen – darunter Malibu Boats, Quidel, Pfizer, Piscines Desjoyaux, Lithium Americas, Regeneron, Amkor, Facebook, Canaan, SPI Energy oder Bellevue Gold – dient zum Vergleich. Mit Einstiegs- und Referenzpreisen zeigt die Bilanz Gewinne wie beim Lithium und mehrere Verlustpositionen, sowie eine grundlegende Kritik: Ihr zufolge begann das Investieren im Jahr 2012, dem günstigsten Startpunkt des Zyklus, und dennoch stieg der S&P 500 im vergleichbaren Zeitraum von 2.500 auf 4.700 Punkte, also um fast 100 %, ohne dass man eine einzige Aktie hätte auswählen müssen. Ihm wird auch vorgeworfen, GameStop als Managementfehler anzuführen, obwohl er mit einem Verlust von 40 % verkaufte, bevor der Kurs 500 Dollar erreichte, oder dass er erwähnt, in Abengoa und Gowex investiert zu haben.

Das Lob kam mit frisch erstellten Konten

Hier hört die Angelegenheit auf, finanziell zu sein. Eine Gratulation, unterzeichnet von einem Profil mit nur einer einzigen veröffentlichten Nachricht und einem Stil, der exakt dem des Autors gleicht, weckt den Verdacht auf versteckte Werbung durch Duplikatkonten. Die Anschuldigung kursiert ohne weiteren Beweis als die Ähnlichkeit im Schreibstil, und der Autor antwortet aus einer anderen Perspektive: Er sagt, er verkaufe täglich, und wenn er in den Top Ten der Verkäufe sei, gebe es Käufer. Der Zweifel bleibt ungelöst und trübt eine Kampagne, die bis dahin zwischen Screenshots und Ranglisten hin- und herpendelte.

Ist das Buch für Anfänger geeignet?

Der Autor selbst verteidigt dies: Inhaltlich erklärt ab den Grundlagen, verständliche Sprache und Unternehmensanalysen zur Steigerung des Niveaus. Wer weiter gehen möchte, erhält seine Empfehlung – „The Little Book That Builds Wealth“ (dt.: Das kleine Buch, das Vermögen aufbaut) von Aswath Damodaran. Ein weiterer Forumsteilnehmer warnt zudem, dass ein einzelnes Beispiel für eine Bilanzanalyse, nämlich das von Inditex, zu kurz greift und man es in vielen verschiedenen Situationen wiederholt sehen muss, um ein Gefühl für die Finanzen eines Unternehmens zu entwickeln.

Die Verzerrungen, die das Handbuch selbst beschreibt

Zwischen seinen Seiten finden sich die Verlustaversion – Experimente von Kahneman und Tversky, veröffentlicht 1981, setzen den Schmerz eines Verlusts auf das 2,5-fache des Vergnügens eines gleichwertigen Gewinns – und der Halo-Effekt, diese Angewohnheit, alles nach einem einzigen Merkmal zu beurteilen, das uns gefällt. Die Ironie schreibt sich von selbst: Das Handbuch, das vor Entscheidungen aufgrund des ersten Eindrucks warnt, verkauft sich, zumindest teilweise, aufgrund des Eindrucks, den seine Ranglisten hinterlassen. Wer wegen der Nummer eins einer Liste kauft, analysiert keine Bilanzen. Er wendet gerade die Verzerrung an, die er soeben gelesen hat.

Mit 350 Seiten, einer ISBN und einem Autor, der angibt, jährlich 26 % zu verdienen, verteidigt sich das Buch allein in den Verkaufscharts und deutlich schlechter in den Zahlen seiner eigenen Thesen. Der S&P 500 stieg von 1.100 Punkten im Jahr 2002 auf 4.500 Punkte zwei Jahrzehnte später: Wer kein Handbuch kaufte und nur den Index hielt, verdiente ebenfalls Geld. Es ist die Zahl, die keines der beiden Lager in seine Erzählung einfügen kann.

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (229 Antworten).

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