Fünf Personen ohne sein Wissen in Spanien gemeldet

Ein Bewohner aus Montblanc (Tarragona) entdeckt, dass fünf Migranten mit gefälschten Mietverträgen und Sozialhilfe-Briefen auf Namen Dritter in seiner Wohnung gemeldet sind

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Fünf Personen ohne sein Wissen in Spanien gemeldet
Fünf Migranten ohne sein Wissen in seiner Wohnung gemeldet: 'Verträge, die ein Kind hätte schreiben können'

David, ein Bewohner von Montblanc (Tarragona), erfuhr durch Briefe, die bei ihm eintrafen, dass fünf irreguläre Migranten in seiner Wohnung gemeldet waren. Es war kein Einzelfall: Briefe des katalanischen öffentlichen Gesundheitsdienstes, Mitteilungen über Sozialleistungen und sogar ein PSOE-Parteibuch (der spanischen Sozialistenpartei) auf Namen anderer Personen. Im Rathaus zeigte man ihm die Mietverträge, auf denen die Anmeldungen beruhten. Sie waren gefälscht, so seine Aussage, und besagten, dass er ihnen ein Zimmer vermietet habe.

Der Fall, den OKDIARIO bekannt machte, hat eine alte Debatte über das kommunale Melderegister (padrón municipal) wieder eröffnet: welche Kontrollen es gibt, wer sie unterzeichnet und warum das System es zulässt, dass ein unverifiziertes privates Dokument in Kettenreaktion Verwaltungsrechte erzeugt. Die Szene hat etwas von einer Bürokratenkomödie. Und von einem Gesetzesloch.

Was in Montblanc geschah: von einem Brief zu fünf Anmeldungen

Davids Geschichte ist einfach, und genau das macht sie beunruhigend. Zuerst kam ein Brief an einen gewissen Bhek. Dann einer für Moshine. Dann mehr. Insgesamt fünf Schreiben des katalanischen öffentlichen Gesundheitsdienstes für fünf Personen und ebenso viele Ankündigungen von wirtschaftlichen und sozialen Leistungen. Das letzte: ein PSOE-Parteibuch auf den Namen eines der Ausländer.

Als er zum Rathaus ging, um anzuzeigen, dass niemand sonst in seiner Wohnung lebe, zeigte man ihm die Mietverträge. 'Es waren gefälschte Mietverträge, natürlich, die ein kleines Kind hätte schreiben können und die besagten, dass ich ihnen ein Zimmer vermiete', erklärte er dem Medium. Der Satz fasst das Problem zusammen: Das Melderegister beruht auf Dokumenten, die niemand prüft.

Wie das Melderegister funktioniert und warum ein gefälschter Vertrag durchrutscht

Das kommunale Melderegister ist das Tor zu fast allem: Gesundheitskarte, Sozialleistungen, Schulbesuch, sogar das Wählerverzeichnis. Für die Anmeldung genügt der Nachweis des Wohnsitzes in der Gemeinde. Ein Mietvertrag, auch für ein einzelnes Zimmer, reicht meist aus. Das Gesetz verlangt nicht, dass die Gemeinde die Echtheit der Unterschrift prüft oder das Objekt besichtigt – und genau da liegt die Lücke.

Der häufigste Einwand ist die Asymmetrie der Kontrollen. Manche behaupten, ein Spanier müsse für die Anmeldung in der eigenen Wohnung Grundbuchauszüge vorlegen, während ein Ausländer mit einem auf einer Serviette unterschriebenen Zettel durchkommt. Der Vergleich ist übertrieben, trifft aber etwas Reales: Die Überprüfung hängt vom Wohlwollen des Beamten vor Ort und von der Arbeitsbelastung der Abteilung ab.

Das Interesse der Gemeinden, so viele Menschen wie möglich anzumelden

Das Melderegister ist nicht nur ein Verzeichnis: Es ist Geld. Je mehr gemeldete Einwohner, desto mehr Zuweisungen vom Staat und desto mehr Gewicht bei der lokalen Finanzierung. Das ist der Verdacht, der den Fall durchzieht: Die Gemeinden hätten Anreize, nicht zu genau hinzuschauen. Es gibt keinen Beweis, dass das in Montblanc geschah, aber das Systemdesign erlaubt es.

Die Debatte, ob das Melderegister abgeschafft oder reformiert werden soll, ist nicht neu. Ein Teil der Analyse vertritt die Auffassung, dass nur der steuerliche Wohnsitz zählt und dass der Verwaltungssitz mit Daten des Finanzamts abgeglichen werden sollte. Andere erinnern daran, dass das Melderegister eine statistische Funktion erfüllt und den Zugang zu Dienstleistungen ermöglicht, den kein anderes Register abdeckt.

Die Folgen für den Eigentümer: Steuern, Gebühren und mögliche Besetzung

Der unmittelbar Geschädigte ist David. Briefe auf Namen Dritter können steuerliche Aufforderungen nach sich ziehen, wenn das Finanzamt Daten abgleicht und von nicht deklarierten Mieteinnahmen ausgeht. Sie können auch die Berechnung der Müllgebühr aufblähen, die in manchen Gemeinden an die Zahl der Bewohner gekoppelt ist. Und die Anmeldung gilt als Wohnsitznachweis in einem möglichen Konflikt um die Besetzung der Wohnung.

Als Weg wird eine Strafanzeige wegen Urkundenfälschung gegen die Unterzeichner der Verträge und gegebenenfalls gegen den Beamten vorgeschlagen, der die Anmeldung ohne jede Prüfung bestätigt hat. Amtsmissbrauch verlangt mehr als bloße Fahrlässigkeit, aber die Debatte über die Verantwortung des Beamten ist eröffnet.



Das System funktioniert, solange niemand hinschaut. Wenn ein Bewohner den Briefkasten öffnet und fünf fremde Leben darin findet, bricht die offizielle Erzählung zusammen. Und dann bleibt nur eine unbequeme Frage: Wie viele Wohnungen wie die von David gibt es in Spanien, ohne dass jemand den ersten Brief geöffnet hat?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (85 Antworten).

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