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Petrus für 6.250 Euro: Knappheit, nicht Geschmack, bestimmt den Preis
Ein Petrus für 6.250 Euro in einer Vitrine und ein Whisky für 6.000: Den Preis bestimmt nicht der Geschmack, sondern die Knappheit von 30.000 Flaschen pro Jahr und die asiatische Nachfrage.
Petrus für 6.250 Euro: Man bezahlt Knappheit, nicht Geschmack
Sind wir verrückt? Ein Petrus von 2011 für 6.250 Euro, ein Whisky für 6.000 und ein Cognac für 5.250. Die Frage stellte eine Vitrine im El Corte Inglés in Bilbao, Spanien, wo eine Flasche Pomerol zu diesem Preis stand. 2005 kostete derselbe Wein rund 1.200 Euro. Die kurze Antwort: Mit dem Geschmack hat der Preis wenig zu tun.
Warum ein Petrus 6.250 Euro kostet und ein Imperial de Cune nicht
Das Argument, das alles ordnet, ist die Produktion. Nach einer Berechnung, die in der Debatte kursiert, stammt Petrus von rund **11 Hektar** in Pomerol, fast alles Merlot, und erzeugt etwa **30.000 Flaschen pro Jahr**. Ein Imperial de Cune oder ein Viña Tondonia produzieren deutlich mehr, und von den großen Ribera del Duero gibt es ein viel größeres Angebot. Bei fester Produktion geht jede Nachfragesteigerung direkt in den Preis. Kein Trick: nur Physik des Angebots.
Der Sprung von 2.000 Euro kam, derselben Erklärung zufolge, vor allem durch die **asiatische Nachfrage** (China und Hongkong) ab 2008-2011, als die großen Bordeaux fast zu Anlageobjekten wurden. Da hört der Wein auf, ein Getränk zu sein, und wird zur Nummer in einem klimatisierten Lager. Ein Teil dieser Flaschen wird nie getrunken: gekauft, gelagert und bei Auktionen weiterverkauft. Der Sammler kauft keinen Schluck, er kauft eine Position.
Protz als Preismotor
Das andere Standbein des Geschäfts ist die Zurschaustellung. Manche behaupten, man bezahle Exklusivität und keinen der Preis gerechtfertigten Qualitätszuwachs. Andere entgegnen: Protz ist es nur, wenn man ihn kauft, um damit anzugeben – manche werden ihn zu Hause trinken, mit Partner oder Freunden, bei guter Musik. Beide haben halb recht, was die unbequemste Art ist, recht zu haben.
Die Parallele zu anderen Märkten der Verschwendung ist unvermeidlich: Uhren im sechsstelligen Bereich, die die Box nie verlassen, limitierte Autos, die die Garage nie verlassen. Die Eitelkeit hatte immer eine Preisliste. Neu ist ihre Globalisierung und ihre Verwandlung in einen sicherer Hafen.
Ein Markt, der zur Fälschung einlädt
Genau deshalb ist es ein Markt mit Falle. Bei solchen Aufschlägen erscheint der gewiefte Betrüger, der Etiketten und Korken teurer Flaschen recycelt und fälscht, sie mit billigem Plörre füllt und der halben Sommelier-Szene unterjubelt. Kein Stammtisch-Gerücht: Es ist die logische Folge eines Preises, den man nicht probieren kann. Wenn der Wert im Etikett liegt und nicht in der Flüssigkeit, wird das Etikett zum Ziel.
Und mittendrin der normale Weinfreund. Ein Muga, ein Tondonia oder ein Imperial de Cune für einen Bruchteil des Preises. Ob sie besser schmecken, ist strittig, aber den Preis bestimmt der Gaumen nicht. Es bestimmen die Knappheit, die Vitrine und der Wunsch, dass es die anderen wissen.
Am Ende bleibt die Flasche für 6.250 Euro in ihrer Vitrine. Und irgendjemand, irgendwo, wird weiter dafür zahlen. Nicht wegen des Geschmacks, sondern wegen dessen, was sie über den Besitzer aussagt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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