Führerscheinverlängerung: 500 Euro wegen neuer EU-Richtlinie

Die Verlängerung des Führerscheins würde in Spanien mit der neuen EU-Richtlinie von 50 auf 500 Euro steigen. Währenddessen werden marokkanische Führerscheine ohne Prüfung anerkannt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Führerschein verlängern: der neue 500-Euro-Abschock aus Brüssel

Wussten Sie, dass die Verlängerung des Führerscheins 500 Euro kosten könnte? Brüssel hat einen Plan, und die spanische Regierung applaudiert bereits. Die offizielle Begründung ist die Verkehrssicherheit, aber die Zahlen erzählen eine andere Geschichte.

Die DGT (Spaniens Verkehrsbehörde) erwägt seit einem Jahrzehnt, bei jeder Führerscheinverlängerung eine verpflichtende Theorieprüfung einzuführen. Bislang wagte sie den Schritt nicht; doch mit einer EU-Richtlinie in der Hand ist die Ausrede perfekt: „Brüssel verlangt es." Wenn es so kommt, stiegen die Gebühren von rund 50 Euro auf deutlich über 500 – die Verlängerung würde damit zu einem zweiten Führerscheinerwerb. Dazu kämen noch Aufbauseminare für Punkteabbau – etwa 150 Euro –, die laut Befürwortern der Maßnahme nicht verpflichtend sein sollen, aber der Präzedenzfall ist klar.

Währenddessen ist der Kontrast krass: Spanien erkennt marokkanische Führerscheine ohne Prüfung an, ein Land, mit dem kürzlich Abkommen geschlossen wurden. Marokkanische Fahrer erhalten die Gleichwertigkeit ohne Theorie- und Praxisprüfung, während Spanier – mit Jahrzehnten Fahrerfahrung – sich regelmäßig prüfen lassen müssten. „Wenn Polizisten und Feuerwehrleute ihre FitnessTests nicht jährlich wiederholen müssen, warum dann Autofahrer?", fragen Kritiker.

Auch der politische Hintergrund fehlt nicht. In einer Wahldebatte im Juli 2023 gab der damalige Kandidat Póns zu, dass die Partido Popular (Spaniens konservative Partei) in Brüssel eine Koalition mit den Sozialisten und den Grünen bildet. Die Europaabgeordnete Rosa Estarás (PP) verteidigte diese „Allianz". Wer erwartet, dass die Opposition diese Maßnahmen stoppt, sollte schon mal Geld zur Seite legen.

Das eigentliche Ziel, so die skeptischsten Analysen, sei nicht die Verkehrssicherheit – ein Argument, das sie selbst als lächerlich bezeichnen, weil ihnen das Leben der Fahrer egal sei –, sondern die Verringerung der individuellen Mobilität durch Kosten. Man nennt es „digitale Maut". Und wie bei der ITV (Spaniens Hauptuntersuchung) werden viele einfach mit abgelaufenem Führerschein weiterfahren. Das Bußgeld dafür beträgt 200 Euro, ohne Punktabzug: fast die Hälfte dessen, was die Verlängerung kosten würde. Wenn der Bürger rechnet, geht die Rechnung nicht auf.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (93 Antworten).

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