Der Franzose, der nach Spanien zurückkehrte: „Hier ist mein Leben viel besser“
Der Fall, der den Vergleich zwischen Spanien und Frankreich wieder neu entfacht hat, betrifft einen spezialisierten Bauarbeiter, Franzose und Nachkomme von Spaniern, der in das Land seiner Großeltern zurückgekehrt ist, nachdem er es leid war, bestohlen zu werden, und überzeugt davon war, dass er in seinem Heimatland kein normales Leben mehr führen konnte. Sein Fazit, zusammengefasst in einem Gespräch: „Mein Leben ist hier viel besser als in Frankreich.“
Als Antwort erhielt er eine unbequeme Warnung: Spanien liegt auf dem Weg, den er gerade verlassen hat, nur zehn oder fünfzehn Jahre zurück. Das ist der Kern der Sache. Es wird nicht diskutiert, ob Frankreich ein Problem hat; es wird diskutiert, wie lange dieses Problem braucht, um die Pyrenäen zu überqueren.
Wer ist der Franzose, der nach Spanien zurückgekehrt ist?
Sein Profil entspricht weder dem eines Rentners, der Sonne sucht, noch dem eines Kapitalanlegers, der Steuervorteile jagt. Er ist ein qualifizierter Angestellter in einer sehr engen Nische des Bausektors, einem Handwerk, in dem es nach seiner eigenen Schätzung nicht mehr als 150 bis 200 Personen in ganz Katalonien gibt. In Frankreich hatte er eine höhere Kategorie, vergleichbar mit einem fortgeschrittenen Berufsausbildungsabschluss, aber die spanischen Vorschriften funktionieren anders, und er konnte seine Qualifikation nicht anerkennen lassen. Er arbeitet hier unterhalb seiner französischen Einstufung und denkt dennoch nicht daran, zurückzukehren.
Er lebt im zweiten Gürtel Barcelonas, am Stadtrand. Der Grund, den er angibt, ist nicht sentimentaler Natur: Er ging, sagt er, weil der Alltag zu einem ständigen Kampf gegen Preise und Unsicherheit geworden war. Dass er ein Handwerker und kein Manager ist, verändert die Bedeutung dieser Entscheidung erheblich.
Wie viel Zeit hat Spanien, bevor es Frankreich ähnelt?
Hier beginnen die eigentlichen Meinungsverschiedenheiten. Die genannte Schätzung setzt die Differenz auf zehn oder fünfzehn Jahre: die Zeit, die benötigt wird, damit sich dieselben Preise, dieselben für das Lebensniveau unzureichenden Löhne und dieselben Sicherheitsprobleme wiederholen. Die pessimistische Variante zieht den Zeitplan enger und spricht von „höchstens zwei Jahren“ in bestimmten Städten, ohne diese zu spezifizieren.
Das Detail, das das Schema durchbricht, ist die Zusammensetzung der Migration. Es wird argumentiert, dass Spanien vor allem lateinamerikanische Bevölkerung empfängt, die Sprache und viele Bräuche bereits gemeinsam haben, während ein großer Teil des afrikanischen Zustroms aus dem Süden das Nachbarland als endgültiges Ziel hat. Dies ist kein sarracena Urteil, sondern ein Unterschied in der Herkunft, der von Beobachtern als entscheidend für die Einschätzung des Zeitrahmens angesehen wird.
Französische Zahlen: 761 sensible Stadtgebiete und 416 ZRU
Um zu untermauern, dass die Diagnose für Frankreich keine bloße Stammtischmeinung ist, werden zwei offizielle Daten der französischen Stadtpolitik angeführt. Frankreich hat 761 Sensible Stadtgebiete (ZUS) und 416 Gebiete zur städtischen Erneuerung (ZRU), die beiden Instrumente, mit denen der Staat seit Jahrzehnten versucht, die Segregation in den Randbezirken zu korrigieren. In den ZUS machen Personen unter 25 Jahren 39,9 % der Bevölkerung aus.
Übersetzt bedeutet das: Ein großer Teil der Bezirke, in denen sich Probleme konzentrieren, sind demografisch gesehen Teenager und junge Erwachsene. Die Distanz zwischen dieser Statistik und Szenen von Spannungen auf der Straße ist dieselbe wie zwischen einem Datenpunkt und einer Schlagzeile, aber sie erklärt, warum das Thema aufgehört hat, reine Tischgespräch-Kost zu sein.
Warum diskutiert Frankreich eine Ausgangssperre für Minderjährige?
Die Maßnahme, die auf dem Tisch liegt – die nächtliche Anwesenheit von Minderjährigen auf der Straße einzuschränken –, zeigt, wie eng der Rahmen geworden ist. Ein Teil des Landes hält sie für unvermeidlich; ein anderer sieht darin das Eingeständnis eines Scheiterns. Parallel dazu erhöht der Kalender den Druck: Die Olympischen Spiele, die das Land ausrichtet, werden genau beobachtet, mit dem Verdacht, dass der Polizeieinsatz das Problem nur für einige Wochen übertünchen wird.
Das zitierte Vorbild ist Barcelona ’92, als, wie man sich erinnert, dank einer außergewöhnlichen Absicherung und, wie böse Zungen behaupten, einer Einladung an die üblichen Straftäter, Urlaub zu machen, kein Verbrecher auf der Straße zu sehen war. Es gibt auch Stimmen, die behaupten, dass das Veröffentlichte nur ein Drittel dessen ist, was tatsächlich geschieht. Ohne Zahlen bleibt dieser Verdacht dort, wo er ist: ein Verdacht.
Nicht ganz Frankreich ist Paris oder Marseille
Das stärkste Gegenargument zum Standpunkt des Auswanderers ist geografischer Natur. Frankreich ist viel mehr als seine Hauptstadt und sein großer Mittelmeerhafen. Es gibt ländliche Gebiete, in denen die Preise mit denen in Spanien vergleichbar sind, die Löhne weiterhin höher sind und das Leben ruhig verläuft. Frankreich zu verlassen, ohne das Land zu wechseln, bleibt für Personen mit beruflicher Mobilität eine Option.
Hinzu kommt eine unbequeme Szene: Es gibt Französischlehrer, die den umgekehrten Weg gegangen sind, zurück nach Frankreich, mit dem Argument, dass die Situation in Spanien schlechter gewesen sei. Die Richtung des Flusses ist nicht eindeutig, und das relativiert jede kategorische Schlussfolgerung.
Woher kommen die, die sich hier niederlassen?
Junge und ältere Franzosen siedeln seit Jahren nach Spanien über; das Neue ist nicht das Ziel, sondern der angegebene Grund. Genannt werden Diebstähle, Preise und Gehälter. Auch sind nicht alle Bewegungen freiwillig oder geordnet: Es kursieren Klagen von Gemeinden über nächtliche Verlegungen von Bevölkerung aus Paris in mittelgroße Städte wie Orléans, eine Stunde von der Hauptstadt entfernt.
Die Berechnung hinter alledem ist einfach: Wenn das Preis- und Lohngefälle bestehen bleibt, wird der Abfluss weitergehen; wenn Spanien in fünfzehn Jahren mit Frankreich gleichzieht, wird sich dieser Fluss umkehren. Was vorhersehbar ist, angesichts dessen, was auf dem Tisch liegt, ist, dass der Tropfen weitergeht und der Vergleich jedes Jahr unbequemer wird. Mit einer Einschränkung, die niemand garantieren kann: Lange Zeiträume erfüllen sich selten so, wie sie angekündigt werden.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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