Geldstrafe für Wildtierfotograf wegen Adler-Ködern in Albacete
Ein Fotograf mit gültiger Genehmigung zur Aufnahme von Wildtieren wurde angezeigt, weil er genau das tat, aber mit einer Methode, die die Vorschriften verbieten: mehrere Futterstellen, eine davon mit rohem Hühnerfleisch, Tränken, Holz- und PVC-Stützen sowie eine Fotofalle, die das Areal rund um die Uhr überwachte. Der Schauplatz lag innerhalb des Brutgebiets des Wanderfalken und des Steppadlers im Gemeindegebiet von Liétor (Albacete). Die Patrouille des SEPRONA von Hellín, dem Naturschutzdienst der Guardia Civil, wirft ihm mehrere Verstöße gegen das Gesetz 9/1999 über den Naturschutz von Kastilien-La Mancha vor. Weder die Kamera noch das Teleobjektiv sind das Problem. Das Problem ist der Köder.
Diese Nuance, die in der Schlagzeile verloren geht und in der Agenturmeldung hervorgehoben wird, ist der Kern einer seit Jahren andauernden Debatte: Schützt die Verwaltung die Tiere oder verwaltet sie lediglich Genehmigungen zu deren Fotografie?
Was der angezeigte Fotograf in Liétor getan hat
Die Beamten identifizierten den Beschuldigten zunächst, einen Anwohner des Weilers Isso bei Hellín, als er sich auf einem Moped zum Talave-Stausee in Liétor begab. Er trug ein abmontiertes Versteck (Hide), professionelles Material und seine gültige Genehmigung bei sich. Tage später, während eines Einsatzes zur Verhinderung von Störungen katalogisierter Arten in ihren Nistgebieten, wurde er erneut in derselben Zone identifiziert. Diesmal trug er ein Tarnnetz, einen drahtlosen Lautsprecher mit Mikrofon und eine Tasche mit frischem Fleisch.
Die Spur führte zu seinen Posts in sozialen Medien mit Bildern von Steppadlern und anderen Arten, die nicht von seiner Genehmigung abgedeckt waren. Von dort ging es weiter zum Versteck: Ein fester Standort mit Tränke, mehreren Futterstellen und einer Fotofalle. Er befand sich im Brutgebiet zweier Greifvogelarten, die besonders empfindlich auf menschliche Präsenz reagieren. Zwei Besuche zähmen keinen Adler, aber eine dauerhafte Futterstelle verändert seine Routinen erheblich.
Die offizielle Mitteilung der Behörde stellt klar: Eine Veränderung der Nisteinrichtungen kann das Nest Fressfeinden aussetzen, und das Anlocken von Vögeln durch Köder verursacht schädliche Verhaltensänderungen. Elektronische Lockmittel sollten zudem sparsam eingesetzt werden, insbesondere während der Brutsaison.
Warum wird der Köder bestraft und nicht die Fotografie?
Weil die Norm nicht das Bild verfolgt, sondern die Veränderung der Umgebung. Hier stimmen selbst die Kritiker übermäßiger Regulierung überein: Etwas anderes ist es, Fotos zu machen, etwas anderes ist es, eine Art „Imbiss“ zu installieren, der geschützte Arten mitten in der Brutsaison an einem festen Punkt konzentriert.
Zweifelhafte Fragen tauchen bei der Skalierung auf. Wenn ein Hobby-Fotograf eine Futterstelle errichtet, was passiert dann, wenn ein Dutzend solcher Stellen in derselben Bergregion verteilt sind? Naturfotografen selbst erkennen die Spaltung der Szene: Wer wandert, schwitzt und das fotografiert, was erscheint, versus wer Kulissen baut und den Vogel manipuliert, um das spektakuläre Foto zu bekommen, das später in den sozialen Medien glänzt. Der Unterschied liegt nicht in der Ausrüstung – manche geben 10.000 Euro für Optik aus –, sondern in der Methode.
Die Genehmigung, von der kaum jemand weiß
Um bestimmte geschützte Arten in bestimmten Gebieten zu fotografieren, ist eine administrative Genehmigung mit Auflagen erforderlich: Was darf man tun, wo und wann. Der Angezeigte besaß diese Genehmigung und verstieß an mehreren Punkten dagegen. Das macht den Fall unangenehmer als eine einfache Geldbuße: Es bestätigt, dass es ein Genehmigungssystem gibt, das viele Hobby-Fotografen völlig ignorieren.
Daraus ergibt sich der Vergleich, der jede Diskussion zu diesem Thema prägt. Jeder kann dich mit dem Handy auf der Straße filmen, aber du darfst kein Versteck in einem Brutgebiet aufbauen. Ein Vogel hat mehr Rechte als ein Bürger, fasst die Empörung zusammen. Der technische Feinschliff besteht darin, dass das Recht am eigenen Bild und der Schutz einer katalogisierten Art keine rechtliche Kategorie sind, auch wenn der Vergleich in der Kneipe funktioniert.
Der Wald unterliegt auch Gesundheitsvorschriften
Es gibt eine weniger offensichtliche Ableitung. Die Pflicht, tote Tiere aus dem Feld zu entfernen, basierend auf hygienischen Vorschriften, hat eine Nahrungsquelle gekürzt, die Aasfresser-Greifvögel stützten, argumentieren Beobachter der Fauna. Weniger Aas im Wald bedeutet mehr Druck auf lebende Beute. Dies ist das klassische Argument, dass jede neue Regel ein Problem löst und zwei neue schafft.
Parallel dazu läuft die grundlegende Beschwerde: Das Gefühl, dass Regulierung sich durch Akkumulation statt durch Notwendigkeit vermehrt. Man kann nicht wild campieren, wo es einem gefällt, nicht bestimmte Zweige schneiden, nicht den Bachlauf reinigen, der das eigene Grundstück überschwemmt. Ein Teil dieser Liste hat eine technische Rechtfertigung. Ein anderer Teil ist pure bürokratische Trägheit.
Die Genehmigung als wirtschaftlicher Filter
Eine weitere, unbequemere Lesart kursiert: Wenn Zugänge und Zonen eingeschränkt werden, gewinnt der Bestand bereits veröffentlichter Bilder an Wert, und das Gelände bleibt für jene reserviert, die bereits ein Portfolio haben und Zeit übrig haben. Das Gegenargument ist einfach: Tierfotos werden im Internet kostenlos tausendfach geteilt und tragen keinen relevanten Markt. Das Bild eines Adlers notiert nicht wie eine Wohnung.
Was einen Wert hat, ist die Zeit. Anfahrt, Warten, Kälte aushalten und mit leerer Speicherkarte zurückkehren, sind die realen Kosten dieses Berufs, und keine Genehmigung eliminiert sie.
Mit den Auflagen in der Hand lautet die Frage nicht, ob der Fotograf in Liétor über die Stränge geschlagen hat. Sondern wie viele Futterstellen, Verstecke und Lautsprecher weiterhin in geschützten Bergregionen verteilt sind, ohne dass bisher jemand Anzeige erstattet hat.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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