Forumdiskussion: Ist der Ukraine-Krieg abgesprochen?

Ein Forumsnutzer behauptet, der Krieg sei „zwischen den USA und Russland ausgehandelt“; andere widersprechen. Die Rolle der spanischen PSOE und die kursierenden Theorien stehen zur Debatte.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Forumdiskussion: Ist der Ukraine-Krieg abgesprochen?
Die PSOE und der Krieg: Was sie wissen und was sie erzählen

Was steckt hinter dem Ukraine-Krieg? Ist er zwischen den USA und Russland ausgehandelt? Was wissen die hohen Funktionäre der spanischen PSOE (Sozialisten) wirklich? Das sind einige der Fragen, die über einem Konflikt schweben, der zum Zeitpunkt dieser Diskussion bereits über hundert Tage Kämpfe und eine Spur von Theorien hinter sich hatte – von plausibel bis absurdistisch.

Der Funke der Debatte ist ein Gespräch – durchgestochen oder erfunden, man weiß es nie –, in dem ein angeblicher Freund mit Kontakten zur sozialistischen Führungsspitze versichert, der Krieg sei zwischen den USA und Russland ausgehandelt. Nach dieser Version käme er den Amerikanern gerade recht, um Waffen zu verkaufen, während die Russen ihre gesamte militärische Ausrüstung erproben würden, besonders die veralteteste. Die logische Schlussfolgerung, wenn man es glaubt: Alles nur eine Inszenierung.

Die Dnipro-Brücken und andere Kuriositäten

Das am häufigsten angeführte Argument für die Absprache-Theorie ist das seltsame Überleben wichtiger Infrastruktur. Warum sind die Brücken über den Dnipro nicht gesprengt worden? Warum wurde Zelensky noch nicht ermordet? Für die Verfechter der Absprache-Theorie ist die Antwort einfach: weil man es nicht will. Wäre der Krieg ein totaler, wären das prioritäre Ziele, so ihr Argument. Dass sie noch stehen, deutet nach dieser Logik auf ungeschriebene Regeln hin.

Allerdings kauft das nicht jeder. Manche weisen darauf hin, dass die Zerstörung einer Brücke nicht so einfach ist, wie sie scheint. Der Wiederaufbau ist teuer und langwierig, und die Luftverteidigung leistet ihre Arbeit. Außerdem wird angemerkt, dass die meisten der vom Westen gelieferten Waffen – etwa die Stinger oder die Haubitzen M777 – am Ende ihrer Lebensdauer standen. Es werden keine veralteten Waffen erprobt, sondern das Lager dessen geleert, was ohnehin nicht mehr taugt.

Die russische Armee: Bluff oder Strategie?

Eine andere Analyselinie besagt, dass die russische Armee ein Bluff ist. Der berühmte Armata, der Panzer der neuen Generation, existiert kaum in 30 oder 40 halbwegs einsatzfähigen Exemplaren. Die wenigen modernen Waffen heben sie sich für das auf, was sie als echte Bedrohung betrachten. Der Kaiser ist nackt, heißt es. Und wenn der Kaiser nackt ist, wankt die Inszenierungs-Theorie: Statt einer Absprache wäre es ein Demonstration von Schwäche.

Dem halten andere entgegen, dass der Krieg gerade deshalb nicht total ist, weil es Regeln gibt. Es ist ein Krieg mit Samthandschuhen, mit ungeschriebenen Normen, in dem auch an den Tag danach gedacht wird. Kein Vernichtungskrieg. Diese Zurückhaltung würde erklären, warum nicht alles zerstört wird, was zerstört werden könnte. Aber sie lässt auch die Tür offen dafür, dass die Russen es schlicht nicht können.

Die Rolle der PSOE: informiert oder getäuscht?

Mitten in diesem geopolitischen Tohuwabohu erzeugt die Frage, was die hohen Funktionäre der PSOE wissen, einen unerwarteten Konsens: Fast niemand glaubt, dass sie auch nur die entfernteste Ahnung von den verborgenen Hintergründen des Konflikts haben. Sie werden als Verwalter von Einfällen beschrieben, mehr um ihr politisches Überleben besorgt als um das Verständnis des internationalen Schachbretts. Manche bezweifeln sogar, dass es überhaupt „hohe Funktionäre“ mit Zugang zu vertraulichen Informationen gibt.

Die Ironie spitzt sich zu, wenn suggeriert wird, falls jemand in der PSOE etwas wüsste, dann nur, um Anweisungen zu erhalten und Rechenschaft abzulegen. Die spanische Außenpolitik erscheint in diesem Kontext als Anhängsel fremder Entscheidungen. Und währenddessen geht der Krieg weiter, die Toten häufen sich und die Theorien fliegen.



Am Ende ist die Inszenierungs-Theorie tröstlich: Wenn alles abgesprochen ist, ist niemand wirklich verantwortlich. Aber die Toten sind real, die Brücken stürzen ein und die Panzer brennen. Manchmal ist die einfachste Erklärung – dass es ein schmutziger, chaotischer Krieg ohne Drehbuch ist – auch die unbequemste.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (83 Antworten).

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