Forumdebatte: Mediaset und der Fernseh-Zirkus

Ein Forennutzer kritisiert die Berichterstattung über den Sol-Platz in Madrid im Vergleich zu Ceuta und behauptet, 'alle Sender gehören der PSOE'. Eine Debatte über Doppelmess...

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Forumdebatte: Mediaset und der Fernseh-Zirkus
Mediaset und der Fernseh-Zirkus: die Berichterstattung, die nie kommt

Am Sonntagabend richteten alle großen spanischen Sender ihre Liveübertragungen auf den Sol-Platz in Madrid. Ein Aufgebot, das, so die Klage im Thread, kein Pendant hatte, als die Proteste in Ceuta ausbrachen. Die Frage schwebt über allem: Warum verdienen manche Demonstrationen Stunden der Berichterstattung, während andere, bei denen schwere Straftaten behauptet werden, vom Programm verschwinden?

Die Doppelmess der TV-Programmtafel

Die Klage ist konkret: Die Sender widmeten den ganzen Nachmittag dem Geschehen am Sol-Platz, doch als in Ceuta 'schwerwiegende Dinge, Vergewaltigungen und dergleichen' gemeldet wurden, kam die Sendung Horizonte nicht vom Thema los. Der Vorwurf ist nicht gering. Mediaset wird vorgeworfen, einer Agenda zu folgen, die vom journalistischen Interesse abgekoppelt ist und von politischen Parolen bestimmt wird. Und es wird ein Muster benannt: Was der Regierung nützt, wird verstärkt; was unbequem ist, wird verschwiegen.

Die Erwiderung ließ nicht lange auf sich warten. Manche behaupten, alle Sender gehörten der PSOE (Spaniens sozialistische Partei), ohne Ausnahme. Eine Behauptung, die durch ständige Wiederholung an Schärfe verliert. Denn wenn alles gleich ist, ist nichts wichtig. Und genau da liegt das Problem: Der Zuschauer hat am Ende das Gefühl, für dumm verkauft zu werden.

Das Geschäft mit der selektiven Empörung

Die zynischste Analyse zeigt auf die Kasse. Die quotenstärksten Sendungen zu diesen Themen scheffeln Werbegelder. Der Aufmerksamkeitsheischer füllt das rechte Spektrum mit Verrückten, heißt es, während andere Formate von altruistischen Spenden leben. Das Fazit ist bitter: Die Linke hat Geld im Überfluss; die anderen überleben nur.

Doch es gibt einen Nuance, die irritiert. Wenn das Ziel ist, Geld zu verdienen, warum ist die Machart dann so schlampig? Kritisiert wird, dass Sensationsgier und ideologische Wetterschneiderei am Ende das Produkt ruinieren. Zuschauer jedes Lagers erkennen die Manipulation. Und wenn das passiert, leidet das Geschäft.

Überzeugung als zweischneidige Waffe

Gegen die Schlamperei: die Überzeugung. TVE und La Sens ziehen 'mit böser Absicht' und 'von morgens bis abends gegen PP und Vox' los. Sie tun es mit einer Sicherheit, die ihre Wähler beklatschen. Die anderen dagegen werden wütend und flüchten. Der Unterschied, so das Argument, liegt nicht in den Fakten, sondern im Stil. Eine Lüge, die mit scheinbarer Sorgfalt wiederholt wird, wird zur Wahrheit. Eine Wahrheit, die mit dummem Gesicht wiederholt wird, wird am Ende zum Futter für Verrückte.

Die Prognose ist pessimistisch: Sánchez wird gewinnen. Denn seine Wähler haben volle Überzeugung von den Lügen, die ihnen im Fernsehen eingetrichtert werden, während auf der rechten Seite nur die Verrückten überzeugt sind. Die Lösung? Sich fügen: Dass die konservativen Medien genauso zuschlagen wie die anderen, um genauso manipulieren zu können. Oder zusehen.

Das Problem der Meinungsvielfalt

Die Klage erstreckt sich auf den Mangel an alternativen Sendern. 13tv, El Toro, Distrito TV haben kaum Mittel. Kritisiert wird, dass die echte publizistische Opposition das große Publikum nie erreicht. Und es wird ein Paradox benannt: Die Regierung hält es für richtig, dem Geister-Friker Sendeplatz zu geben, um Vielfalt vorzutäuschen, während die echte Opposition keine Luft mehr bekommt.

Der Abschluss ist eine unbeantwortete Frage: Sind wirklich alle Sender gleich? Wenn ja, warum scheffeln manche 1,2 Milliarden, während andere von Almosen leben? Die Analyse bleibt genau dort stecken.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (52 Antworten).

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