Forum-Nutzer sieht 80 % NATO-Russland-Konflikt, <1 % Waffenstillstand

Ein Forum-Beitrag schätzt das Risiko eines offenen Konflikts zwischen der NATO und Russland auf 80 %, die Chancen auf einen Waffenstillstand in der Ukraine auf unter 1 %.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Forum-Nutzer sieht 80 % NATO-Russland-Konflikt, <1 % Waffenstillstand
Zwei Zahlen eines Forum-Nutzers: 80 % Konflikt, 1 % Waffenstillstand

Stehen wir am Rande eines Atomkriegs, oder wirkt es nur so, wenn jede Diskussion über die Ukraine im Schreien endet? Die russische Invasion hat zwei offene Debatten hinterlassen: die militärische, die weiterhin ungelöst bleibt, und die der Wahrscheinlichkeiten, die längst ein Eigenleben entwickelt hat. Unter den lautstarken Positionen wirft ein Forum-Nutzer zwei Zahlen in den Raum: eine 80-prozentige Wahrscheinlichkeit einer offenen Konfrontation zwischen Russland und der NATO und weniger als 1 % Spielraum für einen Waffenstillstand in der Ukraine. Mit diesem Ausgangspunkt hört die Atomangst auf, eine These beim Abendessen zu sein, und wird zu einer weiteren Variable in der Analyse.

Wie hoch ist die reale Wahrscheinlichkeit eines offenen Konflikts zwischen Russland und der NATO?

Die Schätzung von 80 % stammt aus keinem offiziellen Bericht; sie ist eine Meinung, die in der Debatte lanciert wurde. Die dahinterliegende Logik ist einfach. Die Provokationen nehmen täglich zu, und es gibt keinen laufenden Weg zur Deeskalation. Dem gegenüber lesen andere Strömungen Signale der Verhandlungsbereitschaft als Symptom dafür, dass die russische Offensive an Schwung verliert; manche interpretieren dies als Kollaps, andere als nutzbare Schwäche.

Das Argument gegen ein Erzwingen der Situation ist geometrisch. Man darf eine Atommacht nicht in die Enge treiben, und heute spielt Russland zu Hause, nicht in der Karibik. Der Vergleich mit der Kubakrise – bei der, wie erinnert wird, die Partei, die weit von ihrem Territorium entfernt war, zurückruderte – bildet den Rahmen dieser Überlegung. Eine unbequeme Frage bleibt: Wer ist bereit, zu testen, ob der Bluff des anderen echt ist?

Die Rechnung des Krieges liegt bereits im Einkaufskorb

Wenn der Konflikt geopolitisch ist, ist seine häusliche Übersetzung reine Arithmetik. Eine Tabelle mit Preisanstiegen bei Grundnahrungsmitteln, die im Thread kursiert, stellt die Lage wie folgt dar:

  • Eier: 40,8 %
  • Babynahrung: 38,3 %
  • Obstkonserven: 37,7 %
  • Reis: 35,6 %
  • Nudeln: 34,3 %
  • Andere Milchprodukte: 31,3 %
  • Eiscreme: 30,3 %
  • Marmeladen, Gelees und Honig: 29,3 %

In einer Reihe aufgestellt erzählen diese Prozentzahlen eine unbequeme Geschichte: die eines Krieges, der Tausende von Kilometern entfernt geführt, aber an der Supermarktkasse bezahlt wird. Für diejenigen, die behaupten, das gesamte Arrangement diene wirtschaftlichen und Ressourcen-Interessen sowie der Machterhaltung einer Hegemonialmacht, dienen diese Zahlen als Beweislast. Für diejenigen, die glauben, der einzige Ausweg bestehe darin, Moskau zu beugen, sind sie der Preis dafür, es nicht zu tun. Beides kann nicht gleichzeitig wahr sein, doch beide Aussagen werden ohne mit der Wimper zu zucken getätigt.

Wer hat den Krieg begonnen: zwei unvereinbare Narrative

Hier spaltet sich die Diskussion. Eine Linie vertritt die Ansicht, der Regierungswechsel in Kiew 2014 sei das Werk Washingtons gewesen, bejubelt von den spanischen Medien, und dass der Westen danach weltweit nach Ressourcen jagte, mit Russland und China als letztem Bremsklotz. Die Schlussfolgerung dieser Strömung lautet, dass die NATO das Problem sei und nur Moskau und Peking sie stoppen könnten. Manche fügen sogar hinzu, dass sie keine Träne vergießen würden, wenn die EU verwüstet würde.

Die Antwort von der anderen Seite ist kürzer: die Ukraine nicht invadiert haben. Der Krieg endet, wenn sich die russischen Truppen zurückziehen oder entmilitarisiert werden, und wer jetzt einen Waffenstillstand fordert, tut dies, weil die Front nicht vorankommt. Zwischen diesen Extremen gibt es eine dritte Position, die sich weigert, Partei zu ergreifen: Keine der beiden Mächten kümmert sich um die Bürger, aber das macht sie nicht gleichwertig. Es ist die Haltung, die am wenigsten gefeiert wird und wahrscheinlich am schwersten durchzuhalten ist.

Wozu dient eine taktische Atomwaffe?

Nicht alle sprechen von Hiroshima. Manche verteidigen den begrenzten Einsatz taktischer Atomwaffen als rationale militärische Option in einem Konflikt dieses Ausmaßes, mit dem Argument, dass jede davon ungefähr einen Quadratkilometer verwüstet. Die Arithmetik geht theoretisch auf: begrenzter Schaden, klare Botschaft, Verhandlungstisch.

Der Gegenwind hat zwei Säulen. Die erste ist materieller Natur: Seit 1990–1991 wurde kein Atomtest durchgeführt, was jede Detonation – selbst auf eigenem, unbewohntem Gebiet – zu einem Ereignis macht, das die Finanzmärkte versenkt und als Vorwand für Ausnahmezustandsgesetze dient. Die zweite ist, dass niemand klar weiß, welche Doktrin danach aktiviert wird. Das Mindestvorhersehbare ist eine gleichwertige Antwort, und von da an betritt man Neuland. Selbst die Verteidiger der taktischen Option scheinen das nächste Kapitel nicht gelöst zu haben.

Warum endet eine Diskussion über die Ukraine in Beleidigungen?

Die Polarisierung begann nicht mit der Invasion. Manche setzen den Punkt ohne Wiederkehr auf 2014, als die öffentliche Debatte aufhörte, Dokumentationsarbeit zu belohnen, und begann, Alibis zu belohnen. Zuvor teilte man Daten; heute teilt man Gräben. Das Ergebnis ist, dass jene, die versuchen, außerhalb der beiden Blöcke zu bleiben, von beiden Seiten markiert werden, und Vorwürfe der Feigheit schneller kursieren als jede Zahl.

Auf diesem Boden wächst der Zynismus. Ein Teil derer, die die Angelegenheit täglich verfolgen, diskutiert nicht mehr darüber, wer recht hat, sondern wie viel Zeit noch bleibt. Und eine Minderheit erklärt direkt, sie wolle ein Szenario der Massenvernichtung. Das ist keine Analyse: Es ist Lärm. Aber ein Lärm, der durch Wiederholung den Raum einnimmt, der einst der Information gehörte.

Das verbleibende Gefühl ist das eines Spiels mit zwei Fangruppen und keinem Schiedsrichter, während die Zahlen von 80 % und 1 % weiterhin ohne offizielle Quelle kursieren. Mit diesen Spannen ist die einzige Gewissheit, dass der Einkaufskorb nicht darauf warten wird, dass jemand klärt, wer die Guten sind. Und falls je der atomare Winter kommt, werden Eier bereits um 40,8 % gestiegen sein.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (111 Antworten).

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