China fördert Spanisch als Weltsprache: Bericht von 2018

Die These, dass China Spanisch als imperiale Sprache fördert, basiert auf einer Nachricht aus dem Jahr 2018 über die 700 Millionen Sprecher Lateinamerikas.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

China fördert Spanisch als Weltsprache: Bericht von 2018
China will Spanisch zur Sprache seines Imperiums machen

Was wäre, wenn Spanisch im nächsten Jahrhundert zur Lingua Franca würde, ohne dass Spanien einen Finger rührt? Die derzeit kursierende These besagt, dass Peking, überzeugt davon, dass Chinesisch und seine zwanzig Varianten im Westen nicht durchdringen werden, beschlossen hat, Spanisch als Sprache eines sinozentrischen Imperiums für die nächsten 100 oder 200 Jahre zu fördern. Der Ursprung liegt in Informationen der Internationalen Universität von La Rioja. Das kleine Detail: Sie stammen aus dem Jahr 2018.

Was der chinesische Plan mit Spanisch vorsieht

Der Ehrgeiz grenzt ans Komische. Die aufstrebende Macht sei zu dem Schluss gekommen, dass Englisch – in der Diskussion unverblümt als Sprache des anglophonen Raums bezeichnet – mit seinen Schöpfern verschwinden werde und dass sein natürlicher Nachfolger in Amerika, Afrika und Südeuropa nicht Mandarin, sondern Kastilisch sei. Es hat eine innere Logik: Wenn Chinesisch außerhalb Chinas nicht gelernt wird, ist es besser, die Sprache der Märkte zu übernehmen, die man erobern will.

Die zweite Ebene des Arguments ist unbequemer. Es wird behauptet, dieser Vormarsch brauche keine Armeen: Handel treiben, Reichtum akkumulieren und andere Flugzeugträger und U-Boote bauen lassen, die sie mittelfristig nicht unterhalten können. Eine Lehrbuchversion des sowjetischen Drucks, aber mit Handelsbilanz statt Raketen. Und ein Korollarium kursiert ebenfalls: Englisch war nicht immer das, was es heute ist; vor 150 Jahren bedeutete es nichts, und es reichte, dass eine neue Macht erschien und das Wirtschaftssystem änderte.

Warum sich Chinesisch nicht ausbreitet: vier Töne und ein unmögliches Alphabet

Hier prallt die These auf die Realität. Eine Tonsprache mit vier Tönen plus einem neutralen, mit vielen gleich klingenden Wörtern, die nur durch den Kontext unterscheidbar sind, und tausenden Piktogrammen, die einzeln auswendig gelernt werden müssen. Manche fassen es zusammen: Niemand kann „LKW“ phonetisch schreiben und erwarten, verstanden zu werden. Ist das Zeichen falsch, gibt es keine Kommunikation.

Alphabetisierung ist langsam und hemmt jede Expansion. Ein Mensch in China braucht Jahre, um flüssig lesen und schreiben zu können, eine Kostenlast, die kein ausländisches Bildungssystem freiwillig trägt. Hinzu kommt ein wenig bekanntes Phänomen: Wer fast zwei Jahre in Europa verbringt, kann Teile der tonalen Kompetenz verlieren und zu Hause Probleme haben, seine eigene Familie zu verstehen. Heimexperimente bestätigen dies: Wer versucht, Chinesisch allein zu lernen, bricht oft in der ersten Stunde ab, wenn er feststellt, dass identisch klingende Wörter verschieden sind und nur der Kontext entscheidet, welches gemeint ist. Fünfzehn Minuten reichen meist.

Das empfohlene Mittel ist nicht neu: Piktogramme aufgeben und bei einer lateinischen phonetischen Transkription bleiben. Der Vergleich lautet römische Zahlen gegen arabische: Man musste den Stolz schlucken und das Praktische akzeptieren. Das koreanische Beispiel wird kurz erwähnt – ein eigenes Alphabet war möglich. Texteditoren übersetzen bereits, was in lateinischen Buchstaben getippt wird, in Chinesisch, daher stellt sich die logische Frage, warum man ein System beibehält, das nur Reibung erzeugt.

Spanien spielt keine Rolle: Das Geschäft ist in Hispanoamerika

Das chinesische Interesse am Kastilischen zielt nicht auf Spanien, sondern auf Amerika. Der spanischsprachige Block umfasst 700 Millionen Menschen, mit Zugang zum Portugiesischen aufgrund sprachlicher Nähe, einer vielversprechenden Zukunft bei erneuerbaren Energien und einem entscheidenden Merkmal: 95 % sprechen kein Englisch. Es ist der natürliche Markt für jene, die verkaufen wollen, ohne mit der Sprache des Konkurrenten zu konkurrieren, und erklärt, warum der Fokus nicht auf Berlin oder Paris liegt.

Deshalb taucht Spanisch in der Gleichung auf und nicht etwa Französisch. Es gibt auch einen Gegenpunkt: In großen Teilen Afrikas ist Englisch Amtssprache und wird gesprochen, was dem Kastilischen weniger Boden lässt, als es klingt. Die Berechnungen ändern sich erheblich je nachdem, wo man die Grenze zieht.

Das Kleingedruckte: Die Information stammt aus 2018

Das Originalstück, das diese geopolitische Konstruktion nährt, datiert auf April 2018. Es gibt keinen Erlass, keine offizielle Ankündigung, keinen unterschriebenen Fahrplan und keine Verpflichtung für jemanden, Spanisch zu lernen. Was es gibt, sind Berichte aus jener Zeit, wie der über einen chinesischen Studenten im dritten Jahr Betriebswirtschaft an der Universidad Complutense, der seit vier Jahren in Madrid lebte und sich nach dem Durchfallen einer offiziellen Spanischprüfung noch immer schwer verständigte. Die Anekdote entkräftet die Epik der Eroberersprache.

Währenddessen nutzt die Europäische Union weiterhin Englisch als Verkehrssprache, obwohl kein relevantes Land sie als Amtssprache hat, und beim Spanischunterricht in China selbst werden sieben von zehn Bewerbungen von Lehrkräften wegen Personalmangels abgelehnt. Kurz gesagt: Das Imperium hat Platz, aber kein Personal.

Hier greift die vorsichtigere Analyse, die mehr Gewicht hat. Englisch brauchte über ein Jahrhundert, um sich durchzusetzen, gestützt durch militärische, finanzielle und technologische Macht hinter jedem Wort. Ohne Armee, Institutionen und einen Kulturapparat, der mehr als Waren exportiert, lässt sich eine Sprache nicht per Dekret vorantreiben. Kastilisch ist bereits in den Mündern von 700 Millionen; was fehlt, ist niemand, der die Rechnung dafür zahlt, es ins Zentrum der Welt zu stellen.

Also Ruhe bewahren. Spanisch wird die Sprache des Imperiums sein, ja, aber als Wahlfach dienstags und donnerstags, und wir werden sehen, ob sich jemand findet, der es belegt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (111 Antworten).

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