Russischer Soldat zerstört ukrainisches S-300 aus nächster Nähe

Ein russischer Soldat demontiert einen S-300-Launcher per Handfeuerwaffe, während die offizielle Meldung Präzisionswaffen angibt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Russischer Soldat zerstört ukrainisches S-300 aus nächster Nähe
Russischer Soldat zerstört ukrainisches S-300 aus nächster Nähe

Ein Soldat feuert aus wenigen Metern auf einen ukrainischen Flugabwehrraketenwerfer und setzt ihn in Brand. Das System, ein S-300, der laut kursierenden Angaben 150 Millionen wert ist, wird binnen Sekunden unbrauchbar gemacht. Am nächsten Tag führt der offizielle Bericht die Zerstörung auf die „fortschrittlichen präzisionsgelenkten Waffen“ der russischen Luft- und Raumfahrtstreitkräfte zurück. Das zirkulierende Video zeigt nichts dergleichen: Es zeigt einen Soldaten, der aus unmittelbarer Nähe schießt und offenbar wenig Neigung hat, sich unnötig zu komplizieren.

Dies ist die Art von Nachricht, die sich mit einer klassischen Phrase zusammenfassen lässt: Es gibt drei Arten, Dinge zu erledigen. Gut, schlecht und auf Russisch: dasselbe wie schlecht, aber schneller.

Was im Video zu sehen ist und welche Waffe verwendet wurde

Die Aufnahmen zeigen einen Militärangehörigen, der aus kurzer Distanz auf ein Fahrzeug mit zwei Abschussrohren schießt. Kein Raketenwurf, kein Drohneneinsatz, keine Artillerie. Einige Sekunden Feuer und eine Explosion. Der Rest ist, wie bei fast allem durchgesickerten Kriegsmaterial, Interpretationssache.

Die Identifizierung der Waffe war wechselhaft. Zunächst wurde ein PKM-Maschinengewehr vermutet, später ein Panzerbüchse (Anti-Materiel-Gewehr), ein Gerät, das für das Durchdringen leichter Panzerung konzipiert ist und eine deutlich größere Reichweite hat als die geschätzten 25 bis 50 Meter zum Schützen. Die Entfernung ist kein Detail am Rande: Aus nächster Nähe zählen weder Präzision noch Kaliber so sehr wie die Fähigkeit, sich überhaupt nähern zu können.

Warum die 150 Millionen nicht den Preis des brennenden Lastwagens darstellen

Hier liegt die Nuance, die kaum jemand thematisiert, wie ein Teilnehmer des Threads anmerkt. Der S-300 ist kein einzelnes Fahrzeug, sondern eine ganze Familie von Ausrüstungsgegenständen: mehrere Werfer, ein Kommandoposten, Radarsysteme und Unterstützungsgeräte. Die Zahl von 150 Millionen bezieht sich auf das Gesamtsystem, nicht auf einen einzelnen, am Straßenrand ausgebrannten Werfer.

Der treffendste Vergleich: Man würde ein Sturmgewehr nur nach dem Magazin bewerten. Das Magazin ist billig; teuer sind das Gesamtsystem und vor allem das Personal sowie die Logistik, die es stützt. Diesem Video den Verlust eines kompletten Flugabwehrsystems zuzuschreiben, ist zumindest übertrieben.

Warum befand sich ein Flugabwehrsystem in Maschinengewehrschussweite?

Ein S-300 ist kein Spielzeug für die erste Linie. Solche Systeme werden tief im Hinterland stationiert, auf Lastwagen, die sich bei Bedarf schnell bewegen können, genau damit feindliche Infanterie sie nicht erreicht. Dass ein Soldat aus unmittelbarer Nähe darauf schießt, impliziert, dass bereits viel früher etwas schiefging.

Die kursierenden Hypothesen reichen von Aufgabe wegen Treibstoffmangel oder technischem Defekt bis hin zu einem Überraschungsangriff, der das System unvorbereitet traf. Andere behaupten, der Werfer sei bereits mit Sprengstoff präpariert gewesen und der Soldat habe die Arbeit nur vollendet. Die saubere Propagandaversion taucht jedenfalls nirgendwo auf.

Offizieller Bericht und Video erzählen zwei verschiedene Kriege

Der Widerspruch ist erheblich. Dass ein Luftverteidigungssystem durch Gewehrfeuer aus kurzer Distanz verloren geht, passt nicht zur Erzählung von Luft- und Raumfahrtstreitkräften, die Ziele chirurgisch präzise aus der Ferne zerstören. Es passt eher zum Bild einer Armee, die improvisiert, grobe Lösungen findet und dabei nicht zögert.

Auch die andere Seite kommt nicht ungeschoren davon. Wenn man dir ein Flugabwehrsystem per Handfeuerwaffe abnimmt, wurden dich überrascht, während du wehrlos warst. Die unbequeme Frage lautet nicht, wie der S-300 starb, sondern warum niemand ihn verteidigte.

Es bleibt die Szene, halb komisch, halb unheimlich: eine Rauchwolke, die ein Vermögen kostete, und, wie im Thread selbst scherzhaft bemerkt wird, zwei Soldaten, die sich kaputtlachen. Das Video wird nie erklären, wie dieser Werfer dorthin gelangte oder wer vergaß, ihn zu decken. Es macht nur klar, dass in diesem Krieg chirurgische Präzision gelegentlich durch Magazine ersetzt wird.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (111 Antworten).

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