Zwei Autos, 80.000 Euro und neun Jahre: Die realen Kosten
Ein im Jahr 2006 neu gekaufter Van (Familienkombi) für 26.000 Euro kostete seinen Besitzer über einen Zeitraum von neun Jahren insgesamt 59.480 Euro. Die detaillierte Aufstellung ist unerbittlich: Vollkaskoversicherung, Diesel für 235.000 Kilometer, Wartung, Reifen, Garagenplatz, TÜV-Hauptuntersuchung und Parkgebühren. Der resultierende Durchschnitt —6.609 Euro pro Jahr, 550 pro Monat, 18,3 pro Tag— bildet den Ausgangspunkt dieser Diskussion über die wahren Autokosten. Dies gilt, wie der Berechnende betont, bei Barzahlung ohne Finanzierung.
Die Einzelzahl wird schnell überschritten, wenn ein zweites Fahrzeug hinzukommt. Der Autor beschreibt eine Familie mit Kindern, deren Einkommen nur knapp über dem eines typischen Geringverdieners liegt und die seit 2006 80.000 Euro für den Unterhalt beider Autos ausgegeben hat: 8.889 Euro pro Jahr, 740 pro Monat, 24,6 pro Tag. Die unbequeme Frage, ob dieses Geld besser in Taxis investiert worden wäre, zieht sich durch das gesamte Thema.
Der Posten, den kaum jemand addiert: Garage, Versicherungen und Steuern
Kraftstoff ist der sichtbare Teil, der alle zwei Wochen gezahlt wird und wehtut. Die Fixkosten werden oft vergessen. Allein der Garagenplatz des Vans kostet bei 40 Euro monatlich über neun Jahre hinweg 4.320 Euro, fast ein Sechstel des Anschaffungspreises. Die Versicherung, erst Vollkasko, später Teilkasko/Haftpflicht, fügt 3.900 Euro hinzu. Die Kfz-Steuer macht 1.215 Euro aus. Und fünf Reifensätze kosten 1.500 Euro.
Wer die Rechnung andersherum aufbaut, kommt auf ähnliche Ergebnisse. Ein gebrauchter Kleinwagen, 13 Jahre gehalten, schlägt mit 1.400 Euro jährlich zu Buche, also 116,66 pro Monat. Ein anderer, für 900 Euro gekauft, benötigte kaum mehr als Bremsbeläge, Öl und Filter; manche wechseln das Öl selbst für rund 30 Euro. Das Muster wiederholt sich: Je neuer das Auto, desto unverhältnismäßig höher die erste Rechnung im Vergleich zur restlichen Lebensdauer.
Ist das Auto oder die Steuer teurer?
Eine Lesart ordnet die Debatte neu. Von diesen 80.000 Euro seien laut einer Argumentation fast 40.000 Euro Steuern: Mehrwertsteuer beim Kauf, Zulassungssteuer, Kfz-Steuer, Energiesteuer auf Kraftstoffe, MwSt. auf Versicherung und Werkstattrechnungen. Die These lautet nicht, dass das Auto an sich teuer ist, sondern dass der Erhalt des damit verbundenen Steuerapparats ins Gewicht fällt.
Es gibt keinen Konsens. Gegen diese Sichtweise spricht der Faktor Zeit und Komfort: Wer viele Kilometer fährt oder dort lebt, wo es außerhalb der Stoßzeiten kaum Taxis gibt, findet das Auto immer noch am günstigsten. Nicht alles ist Geld, fasst eine häufig geäußerte Position zusammen; auch Lebensqualität und persönliche Zeit zählen. Für manchen lohnt es sich, 18.000 Euro für ein neues Fahrzeug auszugeben, nur um am Wochenende mit dem Fahrrad im Kofferraum der Stadt entfliehen zu können. Jeder setzt den Preis seiner Freiheit anders fest.
Die Berechnung, die kippt, wenn man das Auto verkauft
Hier zeigt sich der Nuance, die die halbe Debatte widerlegt. Die Gesamtkosten enthalten den Kaufpreis, aber der Wiederverkaufswert muss abgezogen werden. Ein 2012 für 8.000 Euro gekauftes Fahrzeug verursachte kumulierte Ausgaben von 17.307 Euro; nach Abzug des Restwerts von 4.500 Euro beim Verkauf sinken die realen Kosten auf 12.807 Euro in vier Jahren, bzw. 8,89 pro Tag. Ein anderes, 2016 für 24.000 Euro gekauft, verschlang täglich 19,4 Euro; nach dem Verkauf reduzierten sich die Tageskosten auf 11 Euro.
Die Lücke schließt sich auch bei teuren Autos nicht. Ein Ford Focus für 5.000 Euro, zehn Jahre alt und mit 100.000 zusätzlichen Kilometern, kostete unter Berücksichtigung aller Faktoren 6 Euro pro Tag. Ein Diesel für 3.600 Euro, betankt zu 0,95 Euro pro Liter, lag bei 6,2 Euro täglich und 0,075 Euro pro Kilometer. Die Lehre bleibt konstant: Der Anschaffungspreis ist weniger entscheidend als die Haltedauer bis zum Wechsel.
Ein Fahrzeugbestand, der nicht passt
Das kollektive Bild bestätigt die Skepsis. Ein Teilnehmer schätzt, dass Spanien eigentlich nur fünf Millionen Privatfahrzeuge bräuchte, besitzt aber über dreißig Millionen, fast eins pro Kopf. In Cuenca, einer Stadt mit 55.000 Einwohnern, stehen 40.000 Autos: Zieht man Kinder, Senioren und Nicht-Fahrer ab, hat praktisch jeder eines. Bei dieser Dichte lohnt sich der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs in Kleinstädten nie. Zur Arbeit fahren kostet viel Geld, fasst die meistgenannte Berechnung zusammen.
Die psychologische Paradoxie ist serviert: Ein Auto vermittelt das Gefühl von Ersparnis — ermöglicht Umzüge ins Umland, günstigere Wohnorte und flexible Mobilität —, was sich mittelfristig oft als Trugschluss erweist. Manche leben ohne Auto, vier Personen im Haushalt, zwei Jahre Erfahrung, und behaupten, es nie vermisst zu haben. Die Diskussion entwickelt sich weiter: Wer früher nur Kosten rechnete, aktualisiert seine Zahlen Jahre später nach dem Verkauf eines Diesels, der Bestellung eines Hybrids oder der Nachberechnung der Garage.
Der abschließende Datenpunkt betrifft die Skala: Vierzehn Jahre Autohaltung für etwas weniger als 5 Euro pro Tag. Mit diesen Zahlen und einem Fahrzeugbestand, der das sechsfache dessen übersteigt, was die Wirtschaftlichkeit nahelegt, wäre ein langsamer Wechsel zum öffentlichen Nahverkehr logisch. Das passiert nicht. Und zwar wahrscheinlich deshalb, weil niemand ein Auto mit einer Excel-Tabelle in der Hand kauft.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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