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MG ZS meistverkauftes Auto in Spanien für 13.000 Euro
Der MG ZS führt die Zulassungen in Spanien an, trotz niedriger Sicherheitsbewertung und Finanzierungsbindung.
Chinesisches Modell MG ZS ist im August meistverkauftes Auto
Ein Fahrzeug mit 106 PS, Saugmotor und drei Sicherheitssternen war im August das meistverkaufte Auto in Spanien. Es ist kein deutscher Premiumwagen oder ein klassischer Kleinwagen, sondern der MG ZS, ein Modell chinesischen Ursprungs, beworben ab 13.000 Euro. Die Nachricht hat die alte Debatte neu entfacht: Was kauft der Verbraucher wirklich, wenn das Budget knapp ist?
Was ist der MG ZS und warum verkauft er sich so gut?
Der MG ZS ist ein schlichter Kompakt-SUV. Unter der Haube sitzt ein 1.5-Liter-Benzin-Saugmotor mit 106 PS, eine homologierte Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 10,9 Sekunden und ein angegebener Verbrauch von 6,6 Litern. Nicht spektakulär, aber ausreichend für den täglichen Pendelverkehr. Der Schlüssel liegt im Preis: Er ist eines der günstigsten Modelle mit attraktivem Erscheinungsbild.
Sein chinesischer Hintergrund ist kein Zufall. MG wurde 1924 als europäische Marke gegründet, bis der Konzern SAIC – der siebtgrößte Hersteller weltweit und Chinas größter Automobilproduzent – die Marke übernahm und neu positionierte. Die Strategie ist bekannt: Markteintritt in den Westen mit günstigen, ordentlich verarbeiteten Produkten, um die Marke zu festigen, bevor Preise steigen.
Auffällig sind laut Forennutzern, die mehrere Exemplare gesehen haben, die Innenräume. Die bestausgestattete Version bietet eine Verarbeitung, die bei gleichem Preis klassische Kleinwagen wie den Ibiza oder Corsa alt aussehen lässt.
Der Preis von 13.000 Euro existiert, ist aber an Finanzierung gebunden
Das Kleingedruckte ist typisch. Der beworbene Preis von 13.000 Euro ist ein „ab“-Preis und setzt eine Finanzierung über die Marke voraus. Hier liegt, wie Nutzer zusammenfassen, das eigentliche Geschäft: Man verdient mehr an der Finanzierungsprovision als am Auto selbst, oft wird das Fahrzeug unter Kostenpreis verkauft.
Dies ist kein exklusives Phänomen von MG. Auch Volkswagen, Renault, Mercedes oder Dacia nutzen diese Strategie. Der Unterschied liegt im Grad, nicht in der Art. Wer echte Preise vergleichen will, muss Zinsen, Versicherungen und gekoppelte Produkte addieren, die die Endkosten weit über den Anzeigenpreis treiben. Diese Details zu verstehen, unterscheidet einen informierten Kauf von einem Impulskauf.
Sicherheit als Schwachstelle: 51% beim Kinderschutz
Hier kommt der unbequeme Fakt. Die EuroNCAP-Tests des Verbrenner-MG ZS ergeben 71% für den erwachsenen Insassenschutz, 51% für den Kinderschutz, 59% für Fußgängerschutz und 29% für Sicherheitsassistenten. Das entspricht drei Sternen. Der Hersteller wirbt hingegen mit fünf Sternen für die Elektroversion (156 PS), die rund 40.000 Euro kostet.
Der Vergleich mit europäischen Konkurrenten zeigt die Lücke deutlich. Ein Renault Mégane erreicht in denselben Kategorien 88%, 87%, 71% und 71%. Der Kontrast beim Kinderschutz – 51 gegenüber 87 – ist besonders kritisch. Positiv fällt jedoch auf, dass MG sieben Jahre Herstellergarantie bietet, was laut Nutzern kein anderer europäischer Volumenhersteller leistet.
Auswirkungen auf spanische Fabriken
Hinter den Zulassungen stehen Arbeitsplätze. Die spanischen Werke von Citroën, Opel, Renault und Ford hängen vom Erfolg der Volumenmarken ab, und der Druck aus China verengt die Spielräume. Paradoxerweise nutzen viele europäische Marken bereits Batterien und mechanische Gruppen chinesischer Hersteller, dieselben, die auch BYD beliefern.
Ein breiterer Blick richtet sich auf den regulatorischen Rahmen: EU-Emissionsvorschriften und CO2-Strafen haben Neuwagen verteuert, was dem günstigen Produkt Tür und Tor öffnet. Ein Nutzer fasst es zusammen: Europa mit etwa 700 Millionen Einwohnern wäre für rund 7% der jährlichen Verschmutzung verantwortlich.
Alternativen wie Dacia, Hyundai oder Seat sind kaum besser
Wer den MG ablehnt, muss entscheiden, was stattdessen passt. Ein Nutzer berichtet, dass ein Kollege gerade 18.000 Euro für einen Basis-Hyundai zahlte. Ein Dacia Duster mit 0,9-Liter-Dreizylinder und 90 PS spielt in derselben Liga, während das Topmodell mit 150 PS 24.000 Euro kostet. Ein Seat Tarraco startet bei 41.000 Euro.
Die Rechnung zeigt ein Szenario aus der Diskussion: Ein Basis-Volumenmodell für 25.000 Euro finanziert über fünf Jahre wird effektiv zu 28.000 Euro. Für einen Angestellten mit 18.000 Euro Bruttojahresgehalt ist das ein Kredit auf Rädern. Wer MG kauft, wählt nicht aus Vorliebe ein chinesisches Auto, sondern aus reiner Notwendigkeit.
Trotzdem bleiben Zweifel am Produkt bestehen. Außerhalb des Preises ist die Verfügbarkeit von Ersatzteilen und die Zuverlässigkeit nach Ablauf der Garantie die offene Frage jeder neuen Marke. Einige argumentieren, dass der Schritt von einem alten Saugmotor zu diesem Modell kein Drama sei, da der schlechte Ruf oft durch Vergleiche mit Turbo-Motoren entsteht.
Ist der MG ZS Beweis dafür, dass Spanien rückständig wird, wie Kritiker behaupten, oder einfach die logische Antwort auf einen Markt ohne erschwingliche Neuwagen? Bei diesen Preisen spricht vieles für die zweite Erklärung.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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In Vitoria-Gasteiz kostet Olivenöl extra vergine über 8, teils bis zu 10 Euro pro Liter. Viele Käufer streichen es wegen der Preisexplosion vom Einkaufszettel.