Forum-Nutzer kürt Lidl-Roscón für 5,49 € als besten

Ein spanischer Forennutzer stellt den ungefüllten Lidl-Roscón (5,49 €) über teure Konditoreiware. Ein Blick auf die Preisunterschiede zur Drei-Königs-Kampagne.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Forum-Nutzer kürt Lidl-Roscón für 5,49 € als besten
Der 5,49 € Lidl-Roscón, der mit der Konditorei mithält

Ein ungefüllter Roscón de Reyes kostet bei Lidl 5,49 Euro und schneidet laut einem Bericht eines Forennutzers besser ab als teurere Stücke. Bei dem von diesem Nutzer beschriebenen Hausverkostung unter Roscones aus Supermärkten, Verbrauchermärkten und gut bewerteter handwerklicher Konditorei war der von Lidl der überzeugendste. Für die Teilnehmer im Thread haben Preis und Qualität aufgehört, Hand in Hand zu gehen.

Auf der anderen Seite steht die Premium-Konditorei: zwei gefüllte Roscones, einer mit Sahne und ein anderer mit Buttercreme, Größe für vier Portionen, 66 Euro. Dreißig pro Stück. Der Käufer gesteht, vom Preis "sprachlos" gewesen zu sein. Die Frage, die der Thread hinterlässt, ist nicht mehr, ob industrieller Roscón gut ist, sondern ob der handwerkliche seinen Preis wert ist.

Was kostet ein Roscón je nach Einkaufsort?

Die Preise des direkten Vergleichs:

  • Lidl, ohne Füllung: 5,49 Euro
  • Mercadona, halb Sahne, halb Trüffel: 8,50 Euro
  • Mini-Format außerhalb der Kampagne: 1,80 Euro

Der von Mercadona sei laut denen, die ihn probiert haben, "nicht schlecht" und schneide besser ab als erwartet. Der von Lidl kommt gut verpackt, mit Konditoreipapier statt Pappkarton. Und ein unbequemes Detail: Die Verpackung warnt, dass er nicht eingefroren werden kann, was dazu zwingt, ihn schnell zu essen oder hinzunehmen, dass das Stück hart wird.

Was steckt in industriellem Roscón: Von Sahne bis Palmöl

Das Etikett ist der Ort, wo Vertrauen gewonnen oder verloren wird. Bei der Füllung geht die häufigste Vermutung dahin, dass viele industrielle Sahnen eher hydrierte Fette sind als echte Sahne. Der Verbraucher, der 33 Euro pro Stück zahlt, möchte glauben, Milchprodukte zu kaufen; derjenige, der 5,49 zahlt, macht sich keine Illusionen.

Dann gibt es die Liste der Zusatzstoffe. Eine vegane Version einer anderen Kette reiht Maisstärke, Tapiokastärke, Pflanzenmargarine, Emulgator E471, Säuerungsmittel E330, Konservierungsmittel E200, Beta-Carotin oder Geliermittel E415 aneinander. Eine Reihe von E-Nummern, die mehr als einen dazu bringt, das Paket ins Regal zurückzustellen. Der unfreiwillig komische Hinweis am Ende des Etiketts: "Kann Spuren von Roscón enthalten".

Die andere Front ist die Werbung. Ein Video behauptet, dass die Ankündigung "100 % Sahne", wenn die Zusammensetzung von 40 % Sahne spricht, irreführende Werbung sei. Die Gegenreaktion ist, dass sich diese 40 % auf das Gewicht der Füllung im Verhältnis zum Gesamtstück beziehen und dass die verwendete Sahne reine Sahne ist. Zwei Lesarten, ein und dieselbe Kennzeichnung.

Ist die Füllung eine Häresie?

Für einen Teil der Verbraucher ja. Der authentische Roscón war immer ungefüllt, und alles andere ist eine Abirrung, vergleichbar mit Pasta Carbonara mit Sahne oder Flugsimulatoren spielen mit Maus und Tastatur. Die Liturgie schreibt vor, ihn am Dreikönigstag in Kaffee oder Milch zu tunken und dass das Familienoberhaupt ihn mit einem Glas Brandy, Cognac oder Whisky begleitet. Gefüllte Varianten, so heißt es, seien für diejenigen gedacht, die den Teig nicht zu schätzen wissen.

Dem gegenüber steht die Strömung, die kein Drama sieht: Ein- oder zweimal im Jahr schadet eine Trüffel- oder Sahnefüllung nicht. Der am häufigsten genannte Mittelweg ist, dass man bei synthetischer Füllung lieber die normale Variante nimmt. Und wer aus dem Rahmen fallen will, hat die Wahl: Manche erwähnen deutschen Stollen und eine Konditorei im Süden Frankreichs, die noch bis Februar Roscones herstellt und dabei den Schulkalender nutzt.

Ist Selbermachen günstiger?

Auf dem Papier ja. Die Rechnung, die gemacht wird – basierend auf der Berechnung eines Forennutzers – lautet: drei Eier, 300 Gramm Mehl, 300 Zucker und eine halbe Stunde Strom. Billige Rohstoffe, enorme Marge der Konditoreien: Die eigentliche Beschwerde ist, dass die Bäckereien im Viertel nicht mehr erschwinglich sind und sich in etwas anderes verwandelt haben.

Das Problem ist, was nicht in dieser Summe enthalten ist. Die Zeit, der laufende Ofen und das Risiko, dass der Teig steinhart wird. Auch taucht die Stimme auf, die die Sache ganz überspringt: weder kaufen noch machen, weil industrielles Süßgebäck ihrer Meinung nach kaum weniger als Gift ist. Dies ist eine der radikalsten Positionen in der Diskussion.

Warum Lidl in Süßwaren-Vergleiche rutscht

Es gibt einen Faktor, der nicht im Teig liegt: den Ruf. Die deutsche Kette hat einen guten Ruf für ihre Eigenmarken-Milchprodukte und dafür, den Käse verkauft zu haben, der vor einigen Jahren zum besten Käse der Welt erklärt wurde. Bei einem Roscón, bei dem Sahne und Butter die halbe Miete sind, wiegt dieses Herkunftsetikett mehr als das Schaufenster.

Der Effekt zeigt sich in Hausverkostungen. Berichten zufolge entschied sich jemand, der an drei verschiedenen Orten gekauft hatte – Supermarkt, Verbrauchermarkt und gut bewertete handwerkliche Konditorei – für den von Lidl. Und jemand, der die Kampagne mit demselben Hersteller, aber einer anderen Kette wiederholte, fand ein Produkt "viel besser", konnte aber noch nicht erklären, warum dieselben Hände so unterschiedliche Ergebnisse liefern.

Bleibt die berechtigte Zweifel: Wenn der 5,49-Euro-Roscón den Vergleich mit dem 33-Euro-Stück aushält, wie viel davon, was man in der Konditorei zahlt, ist Produkt und wie viel ist nur die Hülle der Tradition?

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (105 Antworten).

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