Pizza teurer als das Menü des Tages: Das Geschäft mit der Marge
Laut dem Ersteller eines Threads kostet ein komplettes Tagesmenü in Spanien (Menú del día) 12 Euro, während eine Familienpizza mit vier Käsesorten – aus demselben Teig aus Mehl, Wasser und Hefe – in seiner Stadt durchschnittlich 14 Euro kostet. Für die Gäste geht diese Rechnung nicht auf, woraus sich ein wiederkehrender Ärger ergibt: Der Preis der italienischen Küche hat sich von den Produktionskosten entkoppelt. Die Beschwerde taucht immer dann auf, wenn die Preise für Mehl und Strom steigen.
Was kostet es wirklich, zu Hause Pizza zu machen?
Weniger, als die Speisekarte vermuten lässt. Ein Teilnehmer berechnet, dass der Teig etwa 0,15 Euro kostet. Frisch geriebene Tomaten, etwas Käse und der Ofen: Eine hausgemachte Pizza liegt zwischen 2 und 3 Euro. Im Supermarkt fertig gekauft kostet sie etwa 3 Euro. Im Vergleich zu den 14 Euro für eine Familienpizza im Restaurant ist die Differenz mehr als das Vierfache. Deshalb haben einige aufgehört, sie zu kaufen: vom Bezahlen von 10 oder 11 Euro bis zum vollständigen Verzicht. Wer zu Hause rechnet, versteht die Restaurantpreise nicht, und wer im Restaurant isst, versteht nicht, warum man zu Hause so günstig kochen kann.
Die Restaurant-Marge ist nicht das, was sie scheint
Hier spaltet sich die Diskussion. Wie ein Teilnehmer argumentiert, ist ein Geschäft mit hoher Marge kein einfaches Geschäft: Die Marge wird durch die Branche festgelegt, und unter Wettbewerbern, die dasselbe anbieten, gibt es kaum Unterschiede. Entscheidend sind die Verkaufsmengen und die Kosten pro verkaufter Einheit. Miete, Personal, Strom und Gas passen nicht in den Teig. Und die Rohstoffpreise sind gestiegen: Laut einem anderen Nutzer haben sich Mehl und Energie seit dem Krieg in der Ukraine verdoppelt, ebenso Schinken, Käse und Tomaten. Über Tomaten kursiert eine häufige Erklärung: Gewächshäuser in Nordeuropa, die mit russischem Gas beheizt wurden, waren nicht mehr rentabel und beziehen nun aus Spanien. Die andere Seite der Medaille ist weniger sichtbar: Einen Tisch eine Stunde lang besetzt zu halten, kostet ebenfalls Geld, das der Mehlpreis nicht deckt.
Wie viel italienische Küche ist Marketing?
Mehr, als ihr Rezeptbuch zugeben würde, wie im Thread behauptet wird. Bis in die 1950er Jahre hatte die Mehrheit der Italiener nie von Pizza gehört: Es war Straßenessen aus dem Süden, und noch in den 70ern galt sie für Norditaliener als exotisch. Carbonara stammt nicht von einer Großmutter ab: Sie entstand 1944 in Riccione bei einem Abendessen für die US-Armee, mit Bacon, Sahne, Käse und Eigelbpulver, die die Amerikaner mitbrachten, laut dem Essenshistoriker Luca Cesari. Guanciale, heute als Identitätsmerkmal gegenüber Bacon verkauft, kam erst in den 90ern auf. Panettone stammt von der industriellen Bäckerei Motta aus den 20ern. Das Label, kurz gesagt, kostet extra.
Ist die italienische Küche überteuert?
Überwiegend wird geantwortet: Nicht ganz. Das Rezeptbuch umfasst weit mehr als Pizza und Pasta: Hochwertige Wurstwaren und Käse, Risotto, Eintöpfe, Desserts, Kaffee und Liköre, die ohne Beilage funktionieren, mit enormer Vielfalt auf kleinem Raum. Die Kritik richtet sich nicht gegen die Küche, sondern gegen den Preis, zu dem ihr billigster Teil exportiert wird. Hier kommt der spanische Spiegel ins Spiel: Manche behaupten, die traditionelle spanische Küche sei Jahrelicht voraus, besonders bei Fisch und Meeresfrüchten, obwohl auch gewarnt wird, dass bestimmte Sterne-Restaurants früher gut gemachte Gerichte neu interpretiert haben. Das Problem ist nicht, dass Teures teuer ist, sondern dass Billiges als Teures verkauft wird.
Tagesmenü, Sushi und Döner: Das gleiche Muster
Der Pizza ergeht es wie dem Rest der städtischen Gastronomie. Ein Pizza-Buffet wird für 6,95 Euro angeboten. Fünfzehn Stück Sushi kosten 20 Euro. Ein Burger mit Bier kostet mindestens 8 Euro, und das in einer Kneipe im Viertel. Zudem wird argumentiert, dass der Döner zumindest Fleisch mit Fett verbraucht, während Pizza nur Mehl und wenig sonst ist. Das Tagesmenü ist die Ausnahme, die die Regel bestätigt: Es wird als bestes Verhältnis von Menge, Preis und Qualität verteidigt, und man bedauert, dass es verschwindet, während Fast-Food-Lokale alles Mögliche Menü nennen. Eiscreme fällt in dieselbe Kategorie, wo Frucht-Sorbets fast verschwunden sind zugunsten von Sirup auf weißer Basis.
Es bleibt die verwirrende Tatsache. In Italien kostet eine Pizza 5 Euro, sagen manche; andere antworten, wer so wenig zahlt, hat noch nie eine echte Pizzeria betreten. Derselbe Teig, dieselbe Tomate und derselbe Ofen kosten 0,15 Euro, bevor jemand sie auf einen Teller legt. Der Rest – die Tischdecke, der Kellner, die Klimaanlage und der Name auf der Karte – ist das, was man bezahlt. Wie viel davon Kochkunst ist und wie viel Schaufenster, bleibt unbeantwortet.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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