Forum-Nutzer: Argentinien war bis 1973 reicher als Spanien

Eine Debatte führt die Tilgung der Auslandsschulden durch Perón 1952 auf den argentinischen Niedergang nach dem Putsch von 1955 zurück, mit rund 2.000 Opfern.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Forum-Nutzer: Argentinien war bis 1973 reicher als Spanien
Argentinien 1951: Als Buenos Aires reicher war als Madrid

Es gibt ein Datum, das jeden verblüfft, der es zum ersten Mal liest: Nach Berechnungen, die im Material kursieren, erreichte Spanien erst 1973 das Pro-Kopf-Einkommen Argentiniens. Nicht 1930, nicht 1950. Sondern 1973. In den fünfziger und sechziger Jahren übertrafen die Indikatoren für Alphabetisierung, Motorisierung, Gesundheitswesen oder Telefonie in Argentinien und Uruguay jene in Spanien deutlich, laut derselben Quelle. Und 1951, mit Perón als Präsident und gerade getilgter Auslandsschuld, war das südamerikanische Land noch eine Agro-Exportmacht mit einer Hauptstadt, die europäisch wirkte. Die Frage ist nicht, wie Argentinien damals war. Sondern was danach geschah.

Von der sechstgrößten Weltmacht zum argentinischen Verfall

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Argentinien laut einer Stimme im Material die fünft- oder sechstgrößte Wirtschaftsmacht der Welt. Das Material selbst erinnert daran: Das Land am Rio de la Plata versorgte Spanien nach dem Bürgerkrieg mit Nahrungsmitteln, während das Franco-Regime international isoliert war. 1946 gewährte die Regierung von Juan Domingo Perón Spanien einen Kredit von 350 Millionen Pesos für Lebensmittelkäufe. Es war keine Wohltätigkeit: Es war ein Kredit, und er wurde pflichtgemäß zurückgezahlt, argumentiert eine andere Stimme. Der Supermarkt an der Ecke versorgt auch jede Woche Menschen, spottet eine der Stimmen im Material.

Der Höhepunkt Argentiniens liegt zwischen 1890 und 1930, so eine Interpretation. Die Eröffnung des Panamakanals 1914 veränderte die Seewege: Bis dahin mussten alle Schiffe zur US-Westküste das Kap Hoorn umrunden und wahrscheinlich im Hafen von Buenos Aires Zwischenstation machen, wirft ein Teilnehmer ein. Als dieser Zwischenstopp unrentabel wurde, begann der Verfall sichtbar zu werden.

Perón, die Auslandsschuld und der Putsch von 1955

1951 regierte Perón mit einem Modell, das die argentinische Auslandsschuld getilgt hatte, laut einer Version des Materials. Ein britischer Kredit, auf den das Land ein Jahrhundert lang Zinsen gezahlt hatte, wurde immer wieder verlängert, zuletzt 1933, und 1952 endgültig beglichen. Dieser Schritt war, nach einer der im Material oft wiederholten Interpretationen, seine große Sünde.

Am 16. Juni 1955 stürzte ihn ein Staatsstreich. Die Daten im Material sind eindeutig: Sherman-Panzer beschossen Zivilisten, Luftwaffe und Marineartillerie bombardierten Buenos Aires, rund 2.000 Tote, laut dieser Darstellung. Videlas Putsch von 1975 war im Vergleich dazu, so dieselbe Gegenüberstellung, ein Kinderspiel. Danach kehrte das Modell eines verschuldeten Landes zurück, mit ständiger Inflation und Abwertungen.

Warum überholte Spanien Argentinien beim Pro-Kopf-Einkommen?

Die kurze Antwort: Weil Spanien wuchs und Argentinien nicht. Das Material stellt es schonungslos dar: Krieg, Nachkriegszeit, Embargo, Autarkie... und erst danach konnte man wachsen. Angesichts dessen, dass Argentinien nur fünfzehn Jahre zuvor ein Spitzenland war, erscheint die Zeit, die Spanien brauchte, um gleichzuziehen, sogar kurz.

Das argentinische BIP während des Ersten Weltkriegs deutet auf strukturelle Fragilität hin. Die Daten im Material: 1914, -2 %; 1915, +2 %; 1916, +4 %; 1917, 0 %; 1918, -2 %. Im absoluten Durchschnitt 0,4 % jährlich, aber pro Kopf negativ wegen des Bevölkerungswachstums, laut einer Berechnung im Material. Auch die Grippe von 1918 forderte ihren Tribut. Es war kein unaufhaltsam boomendes Land.

Buenos Aires, Baugerüste und städtischer Verfall

Die argentinische Hauptstadt trägt noch Spuren des einstigen Wohlstands. Beeindruckende Gebäude völlig vernachlässigt, Fassaden schwarz vor nie gereinigtem Ruß, tote Tauben auf Balkonen. Eine Anekdote aus dem Material: Der ehemalige Madrider Bürgermeister Moneo sagte, um zu sehen, ob es einer Stadt gut geht, müsse man auf die Baugerüste achten. New York ist immer voller Gebäude im Umbau. In Buenos Aires sah man bei zwei Besuchen nur eines.

Havanna erzeugt einen ähnlichen Eindruck, laut einer anderen Stimme. Städte, die reich waren und dann in der Zeit eingefroren wurden.

Die sozialistische Erzählung und das Gegenargument der Daten

Ein Teil des Materials behauptet, Jahrzehnte des Sozialismus verwandelten jedes Paradies in Elend. Das Gegenargument lautet, dass Argentinien 1951 nicht sozialistisch war und Perón erst 1946 an die Macht kam. Vor Perón hatten die argentinischen Arbeiter ihre eigenen Kämpfe: die Tragische Woche, die Conventillos-Krise, die Versorgungskrise. Peróns Fehler war, laut einer Interpretation, dass er nicht auf seine Frau hörte, die ihn vor dem Säbelrasseln gewarnt hatte.

Bezüglich der demografischen Zusammensetzung des Landes gibt es Aussagen im Material, die nicht durch Daten gestützt werden und vorsichtig behandelt werden sollten. Die Mehrheit der argentinischen Bevölkerung war nie weiß, nur in bestimmten Provinzen, und innerhalb weniger Jahrzehnte nicht einmal mehr das, so eine Stimme. Es sind Meinungen, keine Volkszählungen.



Das verblüffende Faktum bleibt: Laut Berechnungen im Material war Argentinien 1951 reicher als Spanien, und Spanien holte erst 1973 auf. Ein Unterschied von zweiundzwanzig Jahren. Niemand hat vollständig erklärt, warum das Land, das die Spanier ernährte, am Ende jenes war, das nach Spanien auswanderte.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (110 Antworten).

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