Flut in Spanien: 120.000 Autos zerstört, Frage der Zahlung offen

Über 120.000 Fahrzeuge durch Flut beschädigt: Der spanische Versicherungskonsortium zahlt nur Zeitwert, Reparaturen kosten über 5.000 Euro.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Flut in Spanien: 120.000 Autos zerstört, Frage der Zahlung offen
Flut in Spanien: 120.000 Autos zerstört, Frage der Zahlung offen

Was passiert mit den Tausenden von Autos, die durch die Flut überschwemmt wurden? Die im Gespräch genannte Zahl liegt bei mehr als 120.000 betroffenen Fahrzeugen, und die erste Schlussfolgerung ist unbequem: Die meisten werden nicht mehr anspringen. Es ist keine Frage der Faulheit, sondern der Arithmetik. Ein modernes Auto enthält mehr Elektronik als ein Flugzeug aus den Siebzigern, und schlammiges Wasser verzeiht weder Steuergeräte noch Kabelstränge. Die zentrale Frage lautet: Wer zahlt, wie viel und unter welchen Bedingungen?

Wer zahlt für die durch die Flut zerstörten Autos?

Die kurze Antwort ist, dass kaum jemand ungeschoren davonkommt. Vollkaskoversicherungen greifen zwar, aber spät und mit Abzügen, während andere Policen sich darauf berufen, dass Naturkatastrophen nicht gedeckt sind. Dann tritt das Consorcio de Compensación de Seguros (spanisches Entschädigungskonsortium für Versicherungen) auf, das sich strikt an den Zeitwert hält, der jährlich im BOE (Amtsblatt) veröffentlicht wird. Übersetzung: Ein Auto, das älter als zehn Jahre ist, wird zu einem Spottpreis bewertet, und eines, das in den Neunzigern zugelassen wurde, kann auf 600 bis 1.000 Euro geschätzt werden. Für dieses Geld bekommt man nicht einmal einen anständigen gebrauchten Kleinwagen.

Einige behaupten, dass angesichts der aktuellen Autopreise eine Reparatur lohnenswert sein könnte. Die optimistischste Berechnung geht davon aus, dass ein Ersatzmotor zwischen 1.800 und 3.000 Euro kostet und ein gebrauchtes Steuergerät etwa 500 Euro. Addiert man Arbeitskosten, Innenraum, Verkabelung und Sensoren, schießt die Rechnung schnell über 5.000 Euro – für ein Fahrzeug, das vielleicht nicht einmal so viel wert ist. Die wiederholte Schlussfolgerung lautet, dass eine Reparatur nur bei teuren, neueren Autos sinnvoll ist, die nicht vollständig unter Wasser standen.

Warum Elektronik moderne Autos zum Tode verurteilt

Eine Werkstatt fasst es ohne Umschweife zusammen: Alles Elektrische oder Elektronische wird funktionsunfähig. Steuergeräte, Stecker, Sensoren und sogar das Kupfer der Kabel oxidieren und zerfallen. Reinigen reicht nicht; alles muss ersetzt werden. Wenn das Wasser bis zur Armaturenbretthöhe reichte, ist eine Reparatur von vornherein ausgeschlossen. Der einzige relative Vorteil ist, dass es sich um Süßwasser handelt, nicht um Salzwasser, was ermöglicht, einige Platinen zu retten, wenn schnell gehandelt wird.

Ältere Autos mit weniger Elektronik haben bessere Chancen. Ein Modell aus den Neunzigern, das in einer Garage untergetaucht war, kann nach einer gründlichen Reinigung wiederbelebt werden. Ein neues Hybrid- oder Elektroauto, das von der Strömung mitgerissen wurde, hat es sehr schwer. Das Paradoxon besteht darin, dass die Technologie, die Emissionen reduziert, auch dafür sorgt, dass eine Überschwemmung zum Todesurteil wird.

Das Geschäft mit Schrottplätzen und dem zweiten Leben in Afrika

Versicherer behalten die Totalschäden und verkaufen sie in Teilen an Schrottplätze oder ausländische Käufer. Es wird vermutet, dass viele dieser Autos in afrikanischen Ländern landen, wo die Arbeitskräfte günstig sind und die Motorrekonstruktion Routine ist. Die Ironie besteht darin, dass dort Autos repariert werden, die hier verschrottet werden – nicht aus Mangel an Talent, sondern weil eine Stunde Werkstattarbeit hier so viel kostet wie beim Zahnarzt.

Das lukrative Geschäft wird mit Bitterkeit beschrieben: Der Versicherer zahlt einen Spottpreis, behält das Auto, und die Anlage, die es verarbeitet, erhält vom Staat eine Gebühr pro behandeltem Fahrzeug. Der Besitzer hingegen zahlt doppelt: einmal mit der Prämie und einmal mit den hohen Kosten für neue Autos.

Gebrauchtwagenmarkt in Alarmbereitschaft

Die Warnung wiederholt sich: Vorsicht vor Gebrauchtwagen in den kommenden Monaten. Ein geflutetes Fahrzeug kann nach einer Reinigung und etwas Duftstoff makellos aussehen. Die Empfehlung lautet, den Bericht der DGT (spanische Verkehrsdirektion) zu prüfen, um festzustellen, wo das Auto gemeldet war, und misstrauisch gegenüber verdächtigen Gerüchen zu sein. Wer kauft, sollte genau hinschauen.

Der Nebeneffekt wird eine Preissteigerung bei zuverlässigen Gebrauchtwagen sein, die keinen Schlamm gesehen haben. Autos aus den Jahren 2018 bis 2020, die ohnehin älter werden, könnten im Preis steigen, da die Nachfrage nach unfallfreien Einheiten zunimmt. Und währenddessen bleibt die Kernfrage unbeantwortet: Wie viele dieser 120.000 Autos waren eigentlich reparierbar, und wie viele wurden allein durch die Kostenarithmetik zum Schrott erklärt?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (157 Antworten).

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