AliExpress lohnt sich nicht mehr: 3,63 € Gebühr für jedes billige Paket
Lohnt es sich überhaupt noch, bei AliExpress zu kaufen? Wer die Einkaufskörbe ansieht, antwortet zunehmend mit Nein. Die neue Gebühr, die die Europäische Union auf jede Sendung aus China erhebt —rund 3,63 Euro pro Artikel— hat aus Bestellungen, die früher ein Schnäppchen waren, eine Rechnung mit Aufschlag gemacht, die zudem erst im letzten Schritt der Kasse auftaucht, wenn der Käufer sich schon entschieden hat. Eine Bestellung mit drei Nichtigkeiten, die vorher nicht einmal 12 Euro kostete, schlägt mit den Aufschlägen mit über 22 Euro zu Buche. Und da beginnt der Ärger.
Von 12,84 Euro auf das Doppelte: So zerfällt der Warenkorb
Die Rechnung, die am häufigsten kursiert, ist vernichtend: drei verschiedene Artikel, jeder mit eigener Gebühr, und die Summe explodiert. Manche haben eine Bestellung aus der Choice-Sektion simuliert und gesehen, wie aus 10 Euro 20 wurden, sobald es zur Kasse ging. Auch die Angebots-Packs, die eigentlich Einkäufe bündeln sollen, bleiben nicht verschont: Es wird die Gebühr für zwei Artikel berechnet, obwohl es eine gemeinsame Sendung ist. Der allgemeine Eindruck: Der Endpreis lohnt sich im Vergleich zur Konkurrenz nicht mehr.
Die Beschwerde betrifft nicht nur den Betrag. Es geht um das Kleingedruckte: Die Gebühr erscheint am Ende, wenn der Käufer die Karte schon eingegeben hat. Viele vermuten, dass bei manchen Artikeln die Steuer bereits eingepreist war und jetzt separat aufgeschlagen wird, sodass der Endpreis zweimal steigt, ohne dass der Nutzer es vor dem letzten Klick bemerkt.
Wie viel zahlt man mit der neuen Gebühr wirklich an Steuern?
Die Zahl, die in den Analysen kursiert: Zu den 21 % Mehrwertsteuer, die schon vorher gezahlt wurden, kommt jetzt ein Aufschlag von rund 30 %, sodass in der Praxis fast 50 % des Preises auf Steuern entfallen. Bei Artikeln über 20 Euro ist die Erhöhung in allen geprüften Kaufhistorien spürbar. Der Vergleich mit Amazon liegt nahe: Ein SSD-Adapter, der bei AliExpress inklusive Gebühr bei 8 Euro liegt, kostet auf der amerikanischen Plattform weiterhin 14 Euro. Der Unterschied existiert, ist aber kein Abgrund mehr.
Die Frage, die in der Luft hängt: Schützt die Gebühr überhaupt etwas? Die häufigste Antwort lautet Nein: Die meisten Produkte, die AliExpress verkauft, werden nicht in Europa hergestellt, weil die Industrie vor Jahren abgebaut wurde oder hier nie existierte. Die LED-Lampe ist das klassische Beispiel. Geschützt werde, so das Argument, der große europäische Händler, der ein Monopol auf den Import will.
Der kleine Handel gewinnt nicht: Die Gewinner sind die Großen
Die offizielle Erzählung besagt, die Gebühr rette den lokalen Handel. Die Zahlen sprechen das Gegenteil. Marktanteile gewinnen nur die großen chinesischen Ladengeschäfte, die seit Jahren regulatorisch abgesichert sind und riesige Logistiknetze haben, sowie die Zustellriesen. Der kleine Laden um die Ecke, der klassische, kann mit diesen Preisen und diesem Sortiment nicht konkurrieren.
Eine Ausnahme wiederholt sich: Im ländlichen Raum, wo es keine Fachgeschäfte gibt, ändert die Gebühr nichts. Wer ein bestimmtes Ersatzteil braucht, bestellt es aus China oder geht ohne aus. 3 Euro mehr zu zahlen ist immer noch besser als 30 Kilometer mit dem Auto zu fahren, um festzustellen, dass es das Teil nicht gibt.
Der Umsatzrückgang, den niemand zugeben will
Der Einbruch der Bestellungen ist die meistgenannte Folge. Manche kaufen gar nicht mehr: keine einzige Bestellung, seit es die Gebühr gibt. Artikel, die früher 2 Euro kosteten, sind jetzt mehr als doppelt so teuer, und Dinge, die aus Neugier im Warenkorb lagen, sind ohne erkennbaren Grund gestiegen. Der Umsatzrückgang, so heißt es, dürfte brutal sein.
Die Paradoxie: Die EU könnte gerade dann Mehrwertsteuereinnahmen verlieren, wenn sie über Gebühren mehr einnehmen will. Sinkt der Konsum, brechen die Einnahmen auf beiden Seiten ein. Währenddessen ziehen die Zusteller mit bis zum Rand beladenen Wagen durch die Straßen, um Kosten zu sparen — ein Bild, das das neue Gleichgewicht des Onlinehandels zusammenfasst.
Am Ende geht es nicht darum, ob AliExpress noch billig ist. Sondern darum, ob der Käufer bereit ist, die Maut zu zahlen. Und mit diesen Zahlen sind es immer weniger.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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