Feijóo verspricht staatliche Versicherung für Mietausfälle
Wer zahlt, wenn der Mieter die Miete nicht mehr begleicht? Die Antwort des PP-Vorsitzenden Alberto Núñez Feijóo ist eindeutig: Der Staat. In einer Botschaft auf den sozialen Medien kündigte Feijóo an, dass seine Partei eine staatlich getragene Versicherung gegen Mietausfälle einführen werde, um «Eigentümern Sicherheit und Mietern Chancen» zu bieten, mit besonderem Fokus auf junge Menschen. Der Vorschlag wird in einen politischen Rahmen eingebettet: «Die Regierung hat Gesetze erlassen, um zu spalten. Wir werden bauen», so sein Argument. Die Reaktion ließ nicht auf sich warten und war überwiegend von Entsetzen geprägt.
Was genau schlägt die PP vor?
Die Ankündigung, die von Feijóo selbst verbreitet wurde, sieht einen Mechanismus vor, bei dem die öffentliche Kasse die Mieten deckt, die Mieter nicht zahlen können. Die Idee wird als Doppel-Lösung präsentiert: Schutz des Eigentümers vor Zahlungsausfällen und erleichterter Zugang zum Wohnraum für Mieter, insbesondere für Jüngere, die oft zusätzliche Bürgschaften oder Garantien vorlegen müssen.
Dieser Ansatz ist auf regionaler Ebene nicht neu. In Katalonien gab es einige Jahre ein Programm namens Aval lloguer, eine Art öffentliche Garantie, die Mietschulden abdeckte. Nach Aussage eines Nutzers zahlte das System alle ausstehenden Beträge — außer Schäden — und ermöglichte sogar die Tilgung von Versorgungsschulden. Das Programm wurde jedoch schnell eingestellt: Die Anhäufung von Zahlungsverzug erschöpfte das Budget. Die katalanische Erfahrung ist nun das Hauptargument der Skeptiker hinsichtlich der Machbarkeit auf nationaler Ebene.
Die versteckten Kosten: Wer zahlt die Versicherung?
Die häufigste Kritik richtet sich gegen die Geldbörse des Steuerzahlers. Der Vorschlag mache den Staat zum Garanten für unbezahlte Mieten, was praktisch bedeute, dass alle Steuerzahler das Risiko von Mietausfällen tragen. «Ich zahle meine Hypothek, die Mieten der Langos und die Schulden der Hausbesetzer», fasst ein Kommentar die Unzufriedenheit zusammen. Ein anderer formuliert es als Umverteilung: Arbeitnehmer, die ihre Wohnung mieten, würden am Ende ihre eigene Miete finanzieren, während der Staat den Rest übernimmt.
Das wirtschaftliche Kernargument ist das Sarracena Hazard (sarracena Risiko). Wenn der Staat die Zahlung garantiert, schwindet der Anreiz des Eigentümers, solvente Mieter auszuwählen, ebenso wie der Anreiz des Mieters, pünktlich zu zahlen. Manche treiben die Logik auf die Spitze: Wenn die Versicherung jede Miete deckt, könnten die Parteien künstlich hohe Preise vereinbaren, um vom Staat Geld zu bekommen. «Morgen setze ich sie auf 5.000 Euro, wir unterschreiben alle, lächeln, und im nächsten Monat kassiere ich die Versicherung», illustriert eine Nachricht. Das Ergebnis wäre, so die Kritiker, eine Preisspirale nach oben und ein Loch im Haushalt.
Hausbesetzung als Hintergrundthema
Der Vorschlag reiht sich in die Debatte über illegale Hausbesetzungen ein. Einige Stimmen argumentieren, dass die Lösung darin besteht, den Rechtsweg zu stärken und Räumungen zu beschleunigen, statt Eigentümer finanziell zu entschädigen. «Ein Gesetz schaffen, um Besetzungen zu verhindern und diese Ratten sofort auf die Straße zu setzen, nein, lieber das Geld aller verwenden, um die Eigentümer zu entschädigen», fasst ein kritischer Kommentar zusammen. Die zugrunde liegende Frage lautet, warum der Staat lieber zahlt, als Gesetze zu ändern, die Räumungsverfahren beschleunigen. Eine andere Nachricht deutet darauf hin: «Wenn der Staat uns zur Zahlung zwingt, werden die Gesetze geändert und die Räumungen schneller.» Die nicht bestätigte Hypothese ist, dass die Versicherung als temporärer Flickschuster dient, bis der steuerliche Druck eine Gesetzesänderung erzwingt.
Diagnose: Eine PP, die ihre eigene Basis nicht überzeugt
Über die konkrete Maßnahme hinaus hat die Ankündigung die Kluft zwischen der PP und einem Teil ihrer natürlichen Wählerschaft wieder geöffnet. Die Kritik kommt nicht nur vom ideologischen Gegner: Viele der härtesten Kommentare stammen aus Positionen rechts der Partei. «Diese Partei hat so viel Rechten Charakter wie die PSOE Arbeitercharakter hat», fasst ein Kommentar zusammen. Ein anderer geht weiter: «Wenn die Alternative dieser Idiot ist, ziehe ich die Diktatur Sanchezzas vor.» Der Vergleich mit der Regierung Sánchez ist konstant, aber in unerwarteter Richtung: Mehrere Nachrichten behaupten, Feijóo sei «sogar schlimmer», weil er im Gegensatz zum Präsidenten keine roten Linien respektieren würde.
Das wiederkehrende Bild ist das einer Partei ohne wirtschaftlichen Kompass. «Etatisten, die nur Aus suchen, um den Staat aufzublähen, die öffentlichen Ausgaben zu steigern und euch mit Steuern zu ersticken», fasst ein Kommentar die Unzufriedenheit aus liberaler Sicht zusammen. Der Vorwurf des asymptomatischen — oder subklinischen, wie andere präzisieren — Sozialismus durchzieht viele Nachrichten. Feijóo selbst wird als Politiker dargestellt, der bereit ist, «den Mond» zu versprechen, nur um zu regieren.
Genannte Alternativen
Im Gegensatz zur Mietausfallversicherung deuten die im Diskurs genannten Vorschläge in zwei Richtungen. Die erste ist der Bau von Sozialwohnungen, wobei kritisiert wird, dass «jahrelang kaum etwas getan wurde». Die zweite ist die direkte Eingriff in den Markt: Beschleunigung von Räumungen, Verschärfung der Verfolgung illegaler Besetzungen und Bürokratieabbau. Einige erinnern daran, dass es bereits ein Zweite-Chance-Gesetz gibt, das Privatpersonen unbezahlbare Schulden erlässt, aber Schulden gegenüber der Steuerverwaltung (Agencia Tributaria) und der Sozialversicherung ausschließt, deren zusammengesetzte Verzugszinsen sie unbezahlbar machen. Die Paradoxie, so heißt es, ist, dass der Staat dem Einzelnen vergibt, sich selbst aber nicht.
Der Abschluss der Debatte führt zu keinem Konsens. Feijóos Vorschlag liegt auf dem Tisch, ohne Datum für die Umsetzung oder Details zur Finanzierung. Wenn die Versicherung genehmigt wird, wird der Steuerzahler erfahren, wie teuer sie ist. Wenn nicht, bleibt sie eine weitere Versprechung. Bislang steht fest, dass die Ankündigung dazu gedient hat, dass Freunde und Feinde übereinstimmen: Die Wohnungspolitik in Spanien bleibt weiterhin ein «Championship of Fools».
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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