Spaniens Saiz meldet eine Million unbezahlte Praktikanten bei Sozialversicherung an
Elma Saiz, Spaniens Ministerin für Inklusion, Soziale Sicherheit und Migration, kündigte dies als Meilenstein an: „Wir haben bereits eine Million junger Studenten in unbezahlten Praktika in das System der Sozialversicherung aufgenommen.“ Die Botschaft, die auf sozialen Medien verbreitet wurde, prahlt damit, dass diese Studenten „angemeldet“ sind, Ansprüche auf Leistungen ansammeln und einen besseren Schutz genießen. Das Kleingedruckte ist anders: Es handelt sich um Ausbildungspraktika, für die die Schüler keinen Euro erhalten, die aber die Statistik der Beitragszahler aufblähen.
Die Ankündigung stieß bei denen, die in der Maßnahme eine buchhalterische Kosmetik sehen, auf kühle Ablehnung. Die Zweifel in der wirtschaftlichen Analyse sind nicht gering: Wenn ein Student im unbezahlten Praktikum Beiträge zahlt, zählt er dann als beschäftigt? Verlässt er die Liste der Arbeitslosen? Die offizielle Antwort wurde nicht so klar gegeben wie die Schlagzeile.
Was bedeutet es, ohne Gehalt Beiträge zu zahlen?
Der Mechanismus ist einfach zu beschreiben, aber schwer zu akzeptieren. Der Student absolviert unbezahlte Ausbildungspraktika. Das Unternehmen zahlt kein Gehalt. Die Sozialversicherung meldet ihn als Beitragszahler an. Laut der Ankündigung wird dieser Beitrag vom Unternehmen oder, in den meisten Fällen, von der Bildungsbehörde übernommen. Das Ergebnis: Eine Million Menschen figurieren im System, ohne jemals ein Gehalt erhalten zu haben.
Einige vertreten die Ansicht, dass die Maßnahme eine historische Anomalie korrigiert: Praktikanten arbeiteten ohne Rechte. Nun sammeln sie zumindest Dienstjahre für die Rente an. Dagegen spricht ein Argument, das immer wieder auftaucht: Wenn keine Vergütung vorliegt, gibt es kein Arbeitsverhältnis, und das als Beschäftigung zu bezeichnen, ist eine Sprachvergewaltigung. Die Ministerin nennt es Schutz. Andere nennen es Statistik.
Die Auswirkung auf die Jugendarbeitslosigkeit
Die beunruhigende Zahl ist die der Jugendarbeitslosigkeit. Spanien erscheint im internationalen Vergleich, der zusammen mit der Ankündigung veröffentlicht wurde, mit 25,3 %, nur hinter Südafrika (60,2 %) und deutlich über Frankreich (20,4 %), Italien (19,4 %) oder Deutschland (6,4 %). Mit diesen Zahlen auf dem Tisch hat die Aufnahme von einer Million Praktikanten in die Sozialversicherung einen offensichtlichen Nebeneffekt: Sie fallen aus der Arbeitslosenstatistik heraus.
Der Verdacht, dass die Maßnahme darauf abzielt, die Jugendarbeitslosigkeit zu verschleiern, ist keine isolierte Hypothese. Wenn ein unbezahlter Praktikant als Beitragszahler geführt wird, erhöht er nicht mehr die Zahl der Arbeitslosen. Die Rechnung ist einfach: Eine Million Menschen weniger im Zähler. Das statistische Wunder, über das in Wirtschaftskreisen gesprochen wird, erfordert nicht, dass jemand Arbeit findet; es reicht, das Etikett zu ändern.
Die Falle der dualen Ausbildung
Der Hintergrund ist unangenehmer. Die duale Ausbildung, dieses Modell, das Studium und Unternehmen kombiniert, ist zu einem Weg geworden, damit Firmen Stellen mit Studenten besetzen, die nichts verdienen. Das Unternehmen spart das Gehalt; die Behörde zahlt die Beiträge. Der Student investiert die Stunden. Es ist das Schlimmste des Kommunismus und das Schlimmste des Kapitalismus in einem einzigen System, fasste eine Analyse der Debatte zusammen.
Die Zeugnisse derer, die dies durchgemacht haben, helfen nicht dabei, die Maßnahme zu verkaufen. Ein aktueller Fall: Von einer Klasse mit 28 Praktikanten erhielten nur 6 am Ende einen Vertrag. Der Rest vergrößerte die Liste derer, die nicht mehr zählen. Das Praktikum wird nicht als Brücke zur Beschäftigung konzipiert, sondern als permanente Rotation von Jugendlichen, die echte Arbeit verrichten, ohne einen Cent zu sehen.
Wer zahlt die Beiträge und welche Rechte entstehen?
Die Frage, die alles überschattet, ist, wer die Kosten trägt. Wenn das Unternehmen zahlt, werden viele keine Praktikanten nehmen. Wenn die Bildungsbehörde zahlt, liegt die Ausgabe beim Steuerzahler. In den meisten Fällen, wie aus der Analyse hervorgeht, deckt die Behörde einen Beitrag von rund 50 Euro pro Quartal ab. Für den Staat eine vernachlässigbare Kosten, aber ausreichend, um eine Million Menschen anzumelden.
Die Rechte, die diese Studenten ansammeln, sind real: Sie zählen für die Rente und zukünftige Leistungen. Was nicht so klar ist, ob dies ein Modell kompensiert, in dem man ohne Bezahlung arbeitet. Die Sozialversicherung hat sogar die Nachzahlung von bis zu fünf Jahren Beiträgen für ehemalige Praktikanten ermöglicht, die damals nicht eingezahlt hatten. Die Maßnahme hat ihre Verwaltungslogik, riecht aber auch nach einem Flickwerk.
Wo die Analyse ins Stocken gerät
Mit einer Million Menschen, die ohne Lohnabrechnung im System integriert sind, verbessern sich die Zahlen der Beitragszahler und entspannen sich die der Jugendarbeitslosigkeit. Was sich nicht ändert, ist die Realität des Arbeitsmarktes: Junge Menschen finden weiterhin keine bezahlte Arbeit, und Unternehmen wollen weiterhin nicht für deren Ausbildung bezahlen. Die Ministerin feiert dies als Erfolg. Die unbeantwortete Frage lautet, wie viele dieser Beitragszahler ohne Gehalt einen Vertrag bekommen werden, wenn ihr Praktikum endet. Niemand hat diese Zahl genannt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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