Fast die Hälfte der Einlagen in Spanien bringt Mitte 2026 weiterhin 0%

40 bis 50 % der Bankeinlagen privater Haushalte in Spanien bringen höchstens 0,5 % Effektivzins. Bei den über 65-Jährigen sind es 60 bis 70 %. Neobanken bieten bis zu 3 %.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Fast die Hälfte der Einlagen in Spanien bringt Mitte 2026 weiterhin 0%

Mitte 2026 hält die spanische Bankenbranche einen riesigen Teil der Ersparnisse der Haushalte weiterhin auf dem Niveau von 2022: Zwischen 40 % und 50 % des gesamten Einlagenvolumens überschreiten nach wie vor keine 0,5 % Effektivzins, wie Daten des Banco de España (der spanischen Zentralbank) aus ihrem Bericht zur Finanzstabilität zeigen. Bei den über 65-Jährigen ist die Schieflage noch dramatischer: Von zehn Euro, die sie angelegt haben, bringen sechs so gut wie nichts ein.

85 % des Geldes liegt auf Konten, die nichts abwerfen

Die offiziellen Zahlen vom Mai 2026 sprechen Bände. Von den 1.110.631 Millionen Euro, die private Haushalte auf Girokonten und Festgeldanlagen hatten, entfielen 85,1 % (945.650 Millionen) auf Girokonten, die im Durchschnitt mit 0,15 % Effektivzins verzinst wurden. Festgelder – die normalerweise etwas mehr bringen – machten mit nur 164.981 Millionen Euro einen geringen Teil aus, mit einer durchschnittlichen Rendite von 1,53 % im Bestand und 1,86 % bei Neuabschlüssen. Die OCU (spanische Verbraucherorganisation) bezifferte in ihrem Bericht vom Juni 2026 die durchschnittliche Einjahresverzinsung auf 1,78 % – unter dem europäischen Durchschnitt.

Der passive Kunde ist das beste Geschäft der Bank

Die Debatte, ob der Kunde sich nicht bewegt oder die Bank sich bereichert, hat zwei Seiten. Während Anbieter wie MyInvestor bis zu 3,25 % für neues Geld bieten, setzen die großen traditionellen Banken die passiven Sparer kaum unter Druck. Ein immer wiederkehrendes Beispiel: Großeltern mit 200.000 oder 300.000 Euro auf dem Konto, die nicht einmal 0,5 % bekommen. „Es ist eine Frechheit, dass Einlagen von 200.000 Euro eines Großvaters nicht einmal 0,5 % abwerfen“, ist in der Analyse zu lesen. Die Passivität der Kunden – vor allem bei älteren Menschen ohne Finanzwissen – schafft ein Umfeld, in dem es den Banken angenehm ist, obszöne Margen zwischen dem beizubehalten, was sie für Kredite verlangen (Privatkredite liegen inzwischen bei rund 9 %), und dem, was sie für Einlagen zahlen.

Die Inflation frisst selbst 3 % auf

Der Elefant im Raum ist die Inflation. Bei einer vorläufigen Inflationsrate von 3,2 % im Juni verlieren selbst Einlagen mit 3 % an Kaufkraft (–0,19 % real brutto). Wer 1,86 % bekommt, verliert real 1,3 %. Die von manchen Gurus auf 8 % pro Jahr bezifferte „Geldentwertung“ verschärft die Diagnose: Geld auf der Bank zu lassen bedeutet bei jedem positiven Zinssatz weiterhin eine negative Realrendite.

Alternativen und Ängste

Neobanken und Fintechs haben die aktivsten Kunden für sich gewonnen, doch ältere Sparer misstrauen allem ohne Filiale vor Ort. „Sag mal einem 70-Jährigen, er soll sein Geld zu einer Onlinebank bringen, und du wirst sehen, wohin er dich schickt“, fasst es die Erfahrung zusammen. Andere setzen derweil auf Sachwerte (Gold, Silber, Investmentfonds) oder darauf, die Hypothek loszuwerden. Unstrittig ist: Mit 85 % der Ersparnisse auf Konten, die kaum etwas abwerfen, belohnt das System die Trägheit und bestraft diejenigen, die sich nicht informieren.

Die offene Frage ist, ob regulatorischer Druck oder Wettbewerb das Blatt irgendwann wenden werden. Im Moment bleibt fast die Hälfte der Einlagen bei 0 % verankert. Und die Inflation nimmt ihren Lauf.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (61 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver