Banco de España: Silbermünzen unter Marktwert verkauft

Die spanische Zentralbank gab 12-Euro-Silbermünzen zum Nennwert aus, obwohl ihr Metallwert höher lag. Ein risikoloses Arbitrage-Geschäft mit etwa 14 % Rendite.

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Banco de España: Silbermünzen unter Marktwert verkauft
Verschenkte der Banco de España Geld?

Als Silber bei 23,15 Euro pro Unze notierte, war eine 12-Euro-Münze mit 16,65 Gramm Feinsilber 12,39 Euro wert. Dennoch tauschte der Banco de España diese Münzen zum Nennwert ein. Die Differenz war gering, aber real. Für Kenner des Edelmetallmarktes stellte dies ein risikoloses Geschäft dar: Kaufen für 12, verkaufen für 12,39 Euro oder mehr, wenn der Spotpreis stieg. Kein massiver Gewinn, aber eine ungewöhnliche Anomalie auf den Investmentmärkten.

Der Mechanismus des Umtauschs

Die 12-Euro-Silbermünzen (von Sammlern oft „Karlillos“ genannt) wurden nicht direkt verkauft, sondern umgetauscht. Rechtlich fiel keine Mehrwertsteuer an, und der Banco de España war verpflichtet, sie als Zahlungsmittel anzunehmen. Jede Bankfiliale konnte sie gegen Bargeld herausgeben. Wer sie für 12 Euro erhielt, besaß einen Vermögenswert, dessen Silberinhalt bereits rund 12,40 Euro wert war. Steigende Silberpreise bedeuteten direkte Gewinne. Man sprach von einem Geschenk, obwohl der Regulator dies offenbar durch Nachlässigkeit oder vererbte geldpolitische Entscheidungen tat.

Knappheit und erneutes Auftauchen

Die Filialen des Banco de España in Madrid und Sevilla waren fast sofort ausverkauft. Überraschenderweise waren die Münzen jedoch Wochen später wieder verfügbar. Verschwörungstheorien besagten, man wollte sie nicht hergeben oder schmolz sie ein, um neue 20-Euro-Münzen mit demselben Silbergehalt zu prägen – was dem BdE 8 Euro pro Stück sparte. Unterdessen begannen jene, die Bestände aufgebaut hatten, sie auf dem Sekundärmarkt für 13,25 Euro zu verkaufen, mit einer Gewinnspanne von 10 % ohne großen Aufwand.

Der Silberpreis stieg weiter: von 12,39 auf 12,73, dann auf 13,63 Euro pro Münze, bis er schließlich 13,70 Euro erreichte. Zu diesem Zeitpunkt lag die Rendite für Käufer, die für 12 Euro eingestiegen waren, bei knapp 14 %. Nicht schlecht für ein Geschäft, das eine Zentralbank quasi auf dem Silbertablett servierte.

Sekundärmarkt und Skeptiker

Bald entstand ein privater Markt. Es wurden Lose von 50, 100 oder sogar 200 Münzen gehandelt. Ein Anbieter bot 200 Stück zu je 13 Euro an. Doch nicht alle waren überzeugt. Kritiker merkten an, dass Silber keinen Hunger stillt, Platz wegnimmt und man im Falle eines Preisverfalls nur Münzen im Wert von 12 Euro besitzt. Auch die tatsächliche Liquidität wurde hinterfragt: Wer kauft schon 200 Münzen zum Spotpreis? Einige Investoren konterten, dass sie bereits Hunderte Münzen für 13–14 Euro verkauft hätten und dass physisches Silber den wahren Schutz vor Inflation biete, im Gegensatz zu Papiergeld.

Währenddessen emittierte der Banco de España weiterhin neue Serien: 2010 die 12-Euro-Münzen, 2011 die 20-Euro- und 2012 die 30-Euro-Ausgaben. Alle hatten dasselbe Gewicht (16,65 Gramm Silber), aber einen steigenden Nennwert. Für Käufer der 12-Euro-Münze war es ein Schnäppchen; für solche, die die 20-Euro-Version kauften, lohnte es sich weniger, da sie mehr für dieselbe Menge Silber zahlten.

Lektionen einer Anomalie

Die Geschichte der 12-Euro-Münzen ist ein Lehrbuchbeispiel für regulatorisches Arbitrage. Eine Zentralbank verkaufte monatelang Silber unter dem Marktpreis, sei es aus Trägheit oder Design. Wer es rechtzeitig erkannte, verdiente Geld. Wer es für eine Blase hielt, ging leer aus. Letztendlich stieg der Silberpreis weiter, und die Käufer der 12-Euro-Münzen sahen ihre Investitionen steigen, ohne das Risiko, unter den Nennwert zu fallen. Der Banco de España hat vermutlich dazugelernt: Bei den 20-Euro-Münzen gab es diesen Spielraum nicht mehr. Aber der Schaden – oder die Chance – war angerichtet.

Das Kuriose daran: Niemand verschenkt Geld, aber manchmal tun es Zentralbanken unbeabsichtigt. Und in diesem Fall lachten am Ende jene, die es seit Monaten prophezeit hatten.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (251 Antworten).

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