Falscher Drogenbefund bei Schulbusfahrer in Spanien

Ein Schulbusfahrer in León wurde fälschlicherweise positiv auf THC getestet, was schwere Mängel im spanischen Drogentest-System aufdeckt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Falscher Drogenbefund bei Busfahrer: Ein Fall, der die Mängel von Drogentests aufzeigt

Am 21. Januar 2025 wurde ein Schulbusfahrer in Puente Almuhey (León) einer Drogenkontrolle unterzogen. Der Speicheltest ergab ein positives Ergebnis auf THC. Die DGT (die spanische Verkehrsbehörde) und die Subdelegación del Gobierno (die staatliche Unterdelegation) gaben eine Erklärung ab, in der sie ihn beschuldigten, unter Drogeneinfluss gefahren zu sein. Zwei Monate später, am 19. März, bestätigten seine Anwälte laut Diario de Valderrueda, dass es sich um ein falsch-positives Ergebnis handelte. Der Fahrer, der beteuert, nichts konsumiert zu haben, behauptet, die Beamten hätten einen Verstoß gegen das Überholverbot erfunden, um die Anhalten zu rechtfertigen, obwohl sein Fahrzeug mit einer Dashcam ausgestattet ist.


Tests, die Rückstände statt Berauschtung messen

Der Speichel-Drogentest erkennt Hierba-Metaboliten bis zu 7 Tage nach dem Konsum, selbst wenn keine Auswirkungen auf die Fahrfähigkeit vorliegen. Die Beamten fragen oft selbst, ob in der letzten Woche geraucht wurde, da sie wissen, dass das Ergebnis positiv sein wird. Die Probe wird dann an ein Labor geschickt, aber der Verwaltungsprozess kann Wochen dauern. In der Zwischenzeit steht der Fahrer ohne Fahrzeug da und hat ein laufendes Verfahren gegen sich. In diesem Fall benötigte das private Labor nur 24 Stunden, um das falsch-positive Ergebnis zu bestätigen, doch die bürokratischen Abläufe verzögerten die Klärung um Monate.

Dashcam und Vorwürfe der Willkür

Der Fahrer berichtet, dass die Beamten ihn vor seiner Haustür anhielten, mit der Behauptung, er habe eine durchgezogene Linie überfahren. Seine Dashcam zeichnete alles auf, aber die Beamten prüften die Aufnahme nicht. Er weigerte sich, die Probe zu geben, da kein Grund vorlag, und verlangte eine Blutuntersuchung im Krankenhaus, die ihm jedoch verweigert wurde. Zehn Tage später wurde ihm das Auto zurückgegeben, ohne dass der Test durchgeführt worden war, mit der Begründung: „Da er vor der Tür steht, werde er es ohnehin nicht benutzen.“ Der Fahrer bezeichnet das Vorgehen als „bis ins Mark korrupt“.

Staatliche Haftung und Entschädigung

Die Debatte darüber, wer für den Schaden aufkommt, ist eröffnet. Der Fahrer verlor Arbeitstage und das Unternehmen musste seinen Ausfall kompensieren. Einige Stimmen fordern, dass der Staat Schadensersatz leisten sollte, weisen jedoch darauf hin, dass ein Teil der Entschädigung aus den Steuern des Betroffenen selbst stammen würde. Andere erinnern daran, dass Beamte selten die Konsequenzen für Fahrlässigkeit tragen, während in einem Privatunternehmen bereits Köpfe rollen würden. Das Verkehrsgesetz, das oft wegen seiner Einnahmeorientierung kritisiert wird, steht im Zentrum der Diskussion.

Der Fall verdeutlicht die Fragilität eines Systems, das ohne echten Beweis der Schuld kriminalisiert. Die Unschuldsvermutung scheint bei Straßenkontrollen kaum mehr als eine Formsache zu sein.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (102 Antworten).

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