Fallarás: Instagram sperrt Konto nach Errejón-Vorwürfen

Instagram hat das Konto von Cristina Fallarás nach anonymen Vorwürfen gegen Íñigo Errejón, darunter Sex ohne Kondom, kurzzeitig gesperrt und wieder freigegeben.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Fallarás: Instagram sperrt Konto nach Errejón-Vorwürfen
Cristina Fallarás: Instagram korrigiert Kontosperrung innerhalb weniger Stunden

Am Samstagmorgen war das Instagram-Konto der Journalistin Cristina Fallarás gesperrt. Bevor der Nachmittag endete, war es wieder aktiv. Dazwischen lag eine Flut anonymer Zeugenaussagen über sens Verhalten und angebliche sens Übergriffe, die dem ehemaligen Sumar-Abgeordneten Íñigo Errejón und anderen Männern zugeschrieben werden, sowie die Ankündigung von Fallarás, rechtliche Schritte wegen der Löschung ihres Profils einzuleiten. „Das halte ich für sehr schwerwiegend“, sagte sie.

Das Datum ist der 26. Oktober 2024. Fallarás hatte Tage zuvor den ersten nicht identifizierten Bericht gegen den damaligen Fraktionssprecher von Sumar im Kongress veröffentlicht, ein Bericht, der zu seinem Rücktritt führte. Danach folgten weitere: mehrere Berichte ohne Unterschrift, die von den Lesenden, aber nicht immer von den Schreibenden denselben Namen zugeordnet wurden. Hier beginnt das Problem.

Welche konkreten Vorwürfe werden Errejón gemacht?

Die Nachricht, die in zahlreichen Medien als Schlagzeile diente, stammt von einer vermeintlichen Opferperson, die angibt, sich etwa ein Jahr lang „zeitweise“ mit dem Gründer von Podemos getroffen zu haben. In ihrem Bericht sei der Mann „sehr beharrlich darauf gewesen, Sens ohne Kondom zu haben“ und habe Praktiken ausgeführt, die sie als demütigend beschreibt, zudem habe er sie direkt nach dem Geschlechtsverkehr aus dem Haus geworfen.

Ein weiterer Bericht, der ein einmaliges Treffen vor zehn Jahren beschreibt, erwähnt einen Mann, der nur seinen eigenen Bedürfnissen nachging und nach dem Akt die Ausrede nutzte, dass jemand an die Tür klopfen würde, damit die Frau das Hotel verlassen konnte. Ein Dritter spricht von einer rein digitalen Beziehung, einem Cybersenscyber, bei dem er ein starkes Machtgefälle und das Gefühl wahrnahm, unwichtig zu sein. Keine dieser Personen identifiziert sich. Auch sind keine Anzeigen bei der Polizei bekannt.

Warum empörte die Kontosperrung mehr als andere Sperren?

Die Asymmetrie ist das Argument, das in den folgenden Stunden am meisten kursierte. Während Nutzer berichten, dass hunderte Konten anderer politischer Richtungen unerklärliche Sperren häufen, dauerte die Sperrung von Fallarás nur wenige Stunden und wurde öffentlich korrigiert. Laut der verbreiteten Darstellung rief die Präsidentin von Meta España persönlich an, um sich für das entschuldigte, was als Fehler beschrieben wurde. Eine Samstags-Sperrung und dieselbe Samstags-Reaktivierung ist ein Kundenservice-Rekord, der schwer zu übertreffen ist.

Fallarás betonte zudem, dass sie bereits im März Druck erfahren habe, als sie begann, Berichte über andere sens Übergriffe durch Politiker, Kulturschaffende und Journalisten zu veröffentlichen. Zu diesem Zeitpunkt hätten sich laut ihrer Version europäische Datenschutzbehörden bei ihr gemeldet und bestätigt, dass sie kein Gesetz verletze. Die Inhaltsmoderation, diese diffuse Grenze zwischen Privatem und Anzeigbarem, wird erneut deutlich sichtbar: Die Regel wird angewandt, aber die Geschwindigkeit hängt vom Skandal ab.

Die politischen Kosten: Vom Rücktritt zur Regierungskrise

Der Erdbeben blieb nicht bei einem Parlamentsmandat stehen. Errejón legte sein Mandat nieder und seine politische Karriere war binnen Tagen angeschlagen, während Sumar den Schlag mitten in einer schwierigen Woche für die Exekutive absorbieren musste. Manche lesen das Ereignis als weiteres Kapitel einer Legislaturperiode in permanenter Krise, andere behaupten, alles sei Teil einer Abnutzungsoperation mit einem bald erscheinenden Buch und persönlichen Racheakten im Hintergrund. Es sind widersprüchliche Lesarten, und bisher hat keine öffentlichen Beweise, die sie stützen.

Die erste Frau, die Errejón beschuldigte, war Elisa Mouliaá, die sich später gegen Kritik verteidigte, indem sie erklärte, sie sei von ihm begeistert gewesen und habe ihn auf ein Podest gestellt. Die Sequenz — Anzeige, Rücktritt, Flut neuer Berichte — ist es, die einen individuellen Fall zu einer allgemeinen Angelegenheit gemacht hat.

Liegt ein Verbrechen in den geschilderten Vorfällen vor?

Hier bricht der Konsens vollständig zusammen. Arroganz oder Geisterhaftigkeit entsprechen nicht automatisch einem sens Verbrechen, und die juristische Einordnung der schwersten Berichte würde etwas erfordern, das keiner der veröffentlichten Berichte derzeit bietet: Namen, Daten und eine formelle Anzeige. Das Beharren auf Verkehr ohne Kondom, mit dem damit verbundenen Risiko, ist der am häufigsten zitierte Punkt und strafrechtlich am schwierigsten einzuordnen ohne eine identifizierte Opferperson.

Was jedoch rechtliche Relevanz hat, ist die Kontosperrung. Fallarás kündigte an, klagen zu wollen und „alles in ihren Kräften Stehende“ zu tun. Zum Zeitpunkt der geschilderten Ereignisse lag keine gerichtliche Entscheidung vor.

Die anderen Namen, die in den Berichten auftauchen

Der Fall Errejón hat auch andere anonyme Anschuldigungen nach sich gezogen. Eine richtet sich gegen einen Veteranen-Journalisten, ehemaliger Chefredakteur einer Zeitung und des öffentlichen Fernsehens, der als Jäger von „Beute“ in Journalismus-Fakultäten beschrieben wird, mit falschen Versprechen von Einstellungen und Verabredungen in Bars, die nie zu etwas führten. Die Betroffenen waren 19 Jahre alt; er war viel älter. Ein anderer Bericht schildert Schläge und Blutergüsse, die einem Aktivisten und Berater von Más Madrid zugeschrieben werden, der bei einer Gemeinde angestellt war und erst aufhörte, als sie weinte. Ein Dritter weist auf ein Mitglied der CUP in Granollers hin, der laut seinem Bericht sich als Feminist ausgab. Alle sind Anschuldigungen ohne Anzeige und ohne bekannte Überprüfung.

Fallarás erzählte auch im Fernsehen, dass ein sehr wichtiger katalanischer Politiker sie sens missbraucht habe und ihr ein Foto geschickt habe, und dass sie ihn nicht anzeige, weil er bereits verstorben sei. Sie nannte keinen Namen.

Das Beunruhigende ist nicht die Sperrung. Es ist, dass eine Flut anonymer Zeugenaussagen nötig war, damit jemand bei Meta am Samstagnachmittag zum Hörer griff. Das Konto war zurück. Der Maßstab bleibt derselbe: Es hängt davon ab.

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (271 Antworten).

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