Estás usando un navegador desactualizado. Es posible que no muestre este u otros sitios web correctamente. Debe actualizar o usar un navegador alternativo.
Excell, FYI und Peterpoint: Spaniens Büro-Jargon
Von «Excell» bis «Emilio»: Das Lexikon der Fehler und des Corporate Jargons zeigt die spanische Büro-Kultur.
Excell, Peterpoint und «Know-hows»: So spricht der spanische Büroangestellte
Warum kocht unser Blut bei «Excell» mit doppeltem L am Ende einer Arbeitsmail? Es ist kein Tippfehler, sondern eine Diagnose. Das spanische Büro funktioniert seit Jahrzehnten in zwei parallelen Sprachen – der geschriebenen und der gesprochenen. Letztere dient als professioneller Ausweis. Man erstellt Präsentationen in Peterpoint, schickt ein Poberpoin, verlangt ein Budget in «Excell» und leitet Mails mit «FYI» weiter, um Zugehörigkeit zu signalisieren. Der Fehler fungiert als Stammes-Password.
Peterpoint, Emilio und Excel: Fehler als Identitätsmerkmal
Es gibt eine eigene Grammatik des Irrtums. Wer «Pearl» statt Perl lernte. Wer «Pipsels» statt Pixel sagt. Wer Hacker mit Joker verwechselt. Der Korrekturleser macht aus Joseba Josefa, den Chef Aniano nennen Kettenmails «Anciano», und «un saludo» wird zu «un ansioso».
Das Phänomen kennt keine Branchen oder Größenordnungen. Ein Vorstellungsgespräch verlangte «Phyton». Ein Kunde lehnte Subdomains ab, weil nur www gut sei. Im IT-Support erhält man Handyfotos von Papierausdrucken statt Screenshots. Keine Boshaftigkeit, sondern eine andere Ontologie.
Was am meisten stört, ist nicht die Unwissenheit, sondern die Gewissheit beim Aussprechen.
Kakteen gegen Strahlung und gelochte Disketten
Die Büro-Archäologie liefert bessere Funde als jedes Management-Handbuch. CRT-Monitore auf 50 Hz statt 100 Hz eingestellt, damit niemand das Bild berührt; ein Plastikfilter mit Klettverschluss daneben und ein Kaktus, weil er angeblich Röhrenstrahlung absorbierte. Vollständige Bewaffnung.
Der Bestand umfasst Ringordner mit jährlichem Nachfüllpapier, Kopien für leere Blätter und 5¼-Zoll-Disketten, die mit dem Locher für Ordner gelocht wurden. Kein ausgestorbenes Folklore. 2012 übertrug eine Werkstatt Programme noch von MS-DOS-Rechnern auf Disketten, dann auf Laptops und schließlich per USB-Stick auf Maschinen. Billige Multimeter aus Asien ersetzten Präzisionswerkzeuge. Ein Einkaufsleiter über 50 Jahren konnte keine Datei anhängen.
Von der Sachbearbeiterin zur «Account Manager»: Titel-Inflation
Während Aussprachefehler entlarven, tarnen neue Jobtitel. Die langjährige Sachbearbeiterin wurde Account Manager. Telefonate zur Ergebnisabfrage heißen Reporting. Der Laufjunge ist nun Junior. Alle sind Business, Management oder Operations. LinkedIn gilt als Ursache, wo KMU-Besitzer sich CEO nennen und Erfolge feiern, ohne Boni zu zahlen.
Die Liturgie folgt: Meeting und Call statt Besprechung, Briefing, Deadline, Feedback. E-Mail-Fußzeilen mit endlosen Datenschutzklauseln vor gedruckten Nachrichten. Piraten-Office-Pakete. Angebote statt Verträge. Anzug im Homeoffice.
Und der Prokurist einer Baufirma diktiert der Sekretärin: administracionALGARROBAconstruccionesX.com.
«Der Computer lässt mich nicht»: Wo der Witz endet
Nicht alles ist unfreiwilliger Humor. Kritiker sehen hinter dem «Paco»-Label oft nur fehlende Tech-Bildung und werfen Klassismus vor. Befürworter kontern, dass es um Haltung geht, besonders wenn Unwissende Entscheidungen treffen.
Beispielhaft: Eine HR-Fachkraft fragte bei einem Weihnachtsessen, was ihr Team eigentlich mache, obwohl sie zwei Jahre dort saß.
Am anderen Ende stehen Support-Klassiker: «Drucker hat kein Laserpulver mehr», «Er druckt nicht», «Computer blockiert». Handyfotos von Ausdrucken. Doppelklicks auf Links. Tippen mit zwei Fingern. Rechnungen ausdrucken, scannen und als PDF mailen – tägliche Routine in vielen Abteilungen.
Die eigentliche Frage ist nicht, ob etwas Paco-typischer ist als «Excell», sondern ob jemand einen Kaktus neben dem Monitor sieht, ohne Nostalgie zu empfinden.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (309 Antworten).
China senkt den Englischanteil an öffentlichen Schulen auf 6-8%. Die Diskussion dreht sich um wissenschaftliche Isolation versus sprachliche Souveränität.