EU verhandelt über Abschaffung von Zöllen auf chinesische E-Autos

Laut Handelsblatt verhandeln EU und China über den Wegfall der Einfuhrzölle für Elektrofahrzeuge. Die europäische Autoindustrie befürchtet schwere Folgen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

EU verhandelt über Abschaffung von Zöllen auf chinesische E-Autos

Was passiert, wenn der wichtigste Verbündete die Zölle erhöht und die eigene Industrie blutet? Man wendet sich an den anderen Riesen. Die Europäische Union und China haben Gespräche aufgenommen, um die europäischen Einfuhrzölle für chinesische Elektrofahrzeuge zu streichen, wie Handelsblatt unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Quellen berichtete. Dieser Schritt erfolgt mitten im Handelskrieg mit den USA und in einer kritischen Phase für die europäische Automobilindustrie. Die Nachricht, veröffentlicht von negocios.com, hat in Wirtschaftskreisen wie eine Bombe eingeschlagen: Einige sehen darin einen geopolitischen Schachzug gegen Trump, andere den Todesstoß für die deutschen Fabriken.

Was verhandelt wird und warum jetzt

Der Ausgangspunkt ist klar: Brüssel prüft die Rücknahme der Zölle, die eingeführt wurden, um die Flut chinesischer Elektroautos einzudämmen. Im Gegenzug, so kursierende Informationen, wird ein Mechanismus für Mindestpreise diskutiert, der die reinen Zölle ersetzen soll. Das bedeutet: Anstatt dass das Geld bei der europäischen Zollbehörde eingenommen wird, würde es beim chinesischen Hersteller via vereinbartem Preis bleiben. Ein Detail, das nicht alle überzeugt. „Im Austausch für Mindestpreise? Also behält der Chinese das Geld, statt dass es nach Abalos geht? Mich überzeugt das immer noch nicht“, fasst das Misstrauen gegenüber dem Design des Abkommens zusammen.

Der Kontext ist entscheidend. Die europäische Automobilindustrie investiert seit Jahren Milliarden in die Elektrifizierung, während die EU den Verbrennungsmotor bestraft und sein Verbot ankündigt. Nun könnte diese Investition wertlos werden, wenn chinesische Autos ohne Barrieren eindringen. „Hunderte Milliarden in die Elektrifizierung gesteckt – IN DEN MÜLL GESCHMISSEN“, lautet eine der häufigsten Lesarten.

Die geopolitische Rechnung: Musk treffen, um Trump zu drängen

Eine These gewinnt an Gewicht: Der Zug gilt nicht China, sondern Washington. Wenn Europa die Zölle streicht, verliert Tesla seinen Vorteil auf dem europäischen Markt gegenüber BYD und Co. Und Elon Musk, Besitzer von Tesla und Schlüsselfigur der US-Regierung, hätte einen starken Grund, Trump zu drängen, den Handelskrieg zu entschärfen. „Das ist eine Art, Musk unter Druck zu setzen, damit dieser wiederum Trump unter Druck setzt; wäre ein sehr guter Zug Europas“, merkt eine Stimme an. Das Problem: „Das kann nicht sein, es muss Jahrzehnte her sein, dass Europa eine richtige Entscheidung getroffen hat, abgesehen von der Gründung von Airbus.“

Die andere Lesart ist düsterer. Europa handelt aus Notwendigkeit, nicht aus Strategie. „Europa windet sich wie es kann, und wenn die USA dich an den Eiern packen, musst du halt mit China reden, oder mit wem auch sonst.“ Der Fehler liege darin, zu glauben, die Amerikaner seien Freunde oder Feinde: „Ein Land, das viel reicher und mächtiger ist als das deine, sei es China, USA oder ein anderes, ist weder dein Freund noch dein Feind, es ist dein Chef.“

Die europäische Industrie: Kapitulation oder Neuaufstellung?

Die härteste Diagnose deutet auf die Zerstörung des industriellen Gefüges hin. „Das ist die Kapitulation oder das Leben im Koma der Autofabriken in Europa. Selbst mit Zöllen waren die Chinesen konkurrenzfähig. Stellt euch das jetzt vor.“ Der chinesische Vorteil liegt nicht nur bei den Kosten: Es wird auf die künstliche Abwertung des Yuan als strukturelle Waffe hingewiesen. „Der Yuan, den China seit zwei Jahrzehnten künstlich abwertet, und sie werden weitermachen, weil ihre Eliten keine breite Mittelschicht wollen.“

Demgegenüber sehen einige eine Chance. Das Kommen chinesischer Hersteller hat bereits historische Marken in Spanien und Italien reaktiviert, die als Montagebetriebe fungieren. „Wenn es ihnen gut geht, wird mehr in F&E investiert und ein immer individuelleres Produkt entwickelt. Deutschland könnte es schlecht ergehen, aber Ländern wie Spanien kommt das gelegen.“ Auch die Robotisierung wird angesprochen: Europäische Fabriken könnten leichter Zugang zu chinesischen Komponenten- und Automatisierungsanbietern erhalten.

Der Verbraucher gefangen zwischen zwei Erzählungen

Für den Käufer ist das Versprechen verlockend: günstigere Elektroautos. „Endlich bekommen wir billige Autos“, freut sich eine Reaktion. Aber das Kleingedruckte kommt schnell: Wenn die europäische Industrie kollabiert, verschwinden die Löhne, die diese Nachfrage stützen. „Freust du dich, dass Tausende europäische Arbeitnehmer ihre Jobs verlieren und wir alle ultrabhängig vom chinesischen Mist sind?“, kontert eine andere Stimme.

Auch das Argument des gebrochenen Gesellschaftsvertrags taucht auf: „Es reicht, dass Bürger auf Scooter oder Fahrrad sich um das Wohlergehen der europäischen Autofabriken sorgen müssen, während SICH NIEMAND dafür interessiert, ob sie eine Wohnung oder ein Auto zu einem vernünftigen Preis bekommen können.“

Was niemand bestreitet: Der chinesische Protektionismus

Selbst die schärfsten Kritiker der Maßnahme stimmen in einem Punkt überein: Reziprozität existiert nicht. „Die Chinesen bieten freien Wettbewerb an, um ihren Mist zu verkaufen, dabei sind sie sehr aufmerksam. Versuche mal, in ihrem Land zu verkaufen, und bereite dich auf einen Albtraum quasi-mafiöser protektionistischer Hürden vor.“ Die Asymmetrie ist der Elefant im Raum: Europa öffnet seinen Markt, China öffnet seinen nicht.

Währenddessen bleibt die große Frage unbeantwortet: Ist dies ein Meisterzug gegen Trump oder die definitive Niederlage vor Peking? Die Antwort, wie fast immer, wird die Zeit geben. Und die Fabriken, die noch stehen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (114 Antworten).

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